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29.09.2015

Mehr Flüchtlinge: Penzlins Kapazitäten werden knapp

Die Zahl der Flüchtlinge, die der Landkreis unterbringen muss, ist schon wieder gestiegen. Auch das Penzliner Land muss sich ganz schön umschauen.

Penzlin. „Jetzt erreicht auch das Amt Penzliner Land so langsam seine Grenzen“, sagt Penzlins Bürgermeister Sven Flechner. Wie das Stadtoberhaupt mitteilt, soll das Amt bis zum Jahresende insgesamt 182 Flüchtlinge unterbringen. Den neuesten Zahlen zufolge müsse der Landkreis nun 7300 Menschen aufnehmen. Das wurde auf dem Flüchtlingsgipfel, zu dem der Landkreis am Montag geladen hatte, mitgeteilt. Bislang ging Sven Flechner von einer wesentlich geringeren Zahl aus. „Wir sollten bis zum Jahresende insgesamt 88 Flüchtlinge unterbringen“, schildert Penzlins Stadtoberhaupt.
Und bislang gab es für Flechner auch noch keine Probleme, die Flüchtlinge in Penzlin unterzubringen. Seit dem Frühsommer leben 23 Menschen aus Ghana und Mauretanien in einem Wohnblick in der Großen Straße. Dort sollten bald noch weitere 40 Flüchtlinge untergebracht werden. Und zwar aus gutem Grund: Der Block wird im Jahr 2018 abgerissen und ist deshalb schon ziemlich frei gezogen. Dort leben nur noch wenige deutsche Familien, so Flechner. „Wir wollten die Flüchtlinge an einer Stelle konzentrieren, weil das die Arbeit für die Mitarbeiter des CJD leichter macht.“ Wo die Stadt nun für die weiteren Flüchtlinge eine Unterkunft bereitstellen kann, wollte sich Flechner so kurzfristig nicht äußern.
In seinen Augen könne Penzlin aber nicht alle Flüchtlinge allein aufnehmen. Deshalb hatte er sich in den vergangenen Wochen auch schon mit Thomas Diener, Vorsteher des Amtes Penzliner Land und Bürgermeister der Gemeinde Möllenhagen, verständigt. Dort sollen demnächst 25 Personen aufgenommen werden. „Vergangene Woche gab es wohl eine Besichtigung von geeigneten Unterkünften in Möllenhagen“, erzählt Sven Flechner.
Die Flüchtlinge sollten zunächst in Möllenhagen und Penzlin untergebracht werden, weil es hier noch Sparkassen, Ärzte und Lebensmittelmärkte gibt. Ob es in beiden Städten Platz für noch mehr Flüchtlinge gibt, konnte Flechner am Montagabend nicht sagen. Nur eine Sache ließ er sich entlocken: „Wir versuchen in größeren Orten, also dort zu bleiben, wo es zumindest eine Busanbindung gibt.“ Um die Suche nach geeignetem Wohnraum für die Flüchtlinge zu beschleunigen, will der Kreis den Kommunen nun Teile seines Personals als eine Art Außenposten direkt zur Seite stellen, sagt Amtsvorsteher Diener. So könnten schneller mehr Wohnungen – auch auf den Dörfern – auf Tauglichkeit geprüft werden.
Doch die Menschen brauchen nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch Winterkleidung und warme Bettdecken. Dinge, die weiterhin über die Koordinierungsstelle im Bürgerbüro der SPD-Landtagsabgeordneten Dagmar Kaselitz organisiert werden. „Jeder der Interesse hat, mitzuhelfen, kann sich bei uns melden“, sagt Kaselitz.
Ob sich durch den großen Anstieg der Flüchtlingszahlen die Stimmung in der Bevölkerung verändern wird, vermag weder Sven Flechner noch Dagmar Kaselitz zu sagen. Doch sie ist optimistisch. „In Penzlin wundert sich niemand mehr, dass sie da sind. Es ist normal geworden“, meint Kaselitz. Sie habe vor, die Penzliner auch weiterhin aktuell über die neuesten Entwicklungen zu informieren. „Wenn die Leute wissen, wann die Flüchtlinge kommen und wo sie unterkommen, dann ist das schon die halbe Miete“, sagt die Landtagsabgeordnete.

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n.schuldt@nordkurier.de

29.09.2015 
Quelle: Nordkurier 

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