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29.01.2016

Mensch, an diesen Brettern muss sich keiner ärgern

Beim Spiel lernen sich Jung und Alt in Möllenhagen kennen. Und da setzen die älteren Herrschaften das junge Gemüse schon mal schachmatt. Doch weil die Spielzüge nicht jedem so leicht von der Hand gehen, haben die Schüler den Senioren ganz besondere Figuren gebaut.

Möllenhagen. Aus Holz nützliche Dinge zu fertigen, das macht Dustin Christopher Pätsch besonders viel Freude. Später einen handwerklichen Beruf zu ergreifen, das kann sich der Schüler der 8. Klasse gut vorstellen. Bereits seit drei Jahren gehört er zur Stammbesatzung einer Projektgruppe in der Regionalen Schule „Heinrich Schliemann“ in Möllenhagen, die sich jeden Mittwochnachmittag im Werkraum trifft. „Wir fertigen Spiele für Senioren, um zur Fitness im Alter beizutragen“, erklärt Projektleiter Hans-Joachim Behne. Er war selbst viele Jahre Lehrer für Werken und Technik in dieser Schule und bringt sich nun als Senior in die unterrichtsfreie Zeit ein. Dabei steht der Spaß für alle ganz oben an.
„Wir haben auch schon Hundehütten für das Malchower Tierheim gebaut. Dann kam die Idee mit den Spielen, für die wir uns Hinweise in der benachbarten Senioren-Tagespflege der Awo holen“, erzählt der 67-Jährige, der in Waren zu Hause ist. 17 Mädchen und Jungen aus der 5. und 6. Klasse hantieren mit Stichsäge, bohren, greifen zum Schleifpapier, leimen Teile zusammen und geben ihren Kreationen mit Farbe und Pinsel einen freundlichen Anstrich. So entstehen Lege- und Steckspiele, Memory, Würfel und Puzzle. Und das alles in unterschiedlichen Größen.
Bestes Beispiel ist das „Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel“, bei dem vier oder sechs Personen den Würfel rollen lassen können. Bekommt man die Figuren ansonsten nur mit den Fingerspitzen zu fassen, so lassen sich die Möllenhagener Varianten richtig in die Hand nehmen. Die Schüler fertigen sie aus Rundhölzern, die eine Kugel aufgesetzt bekommen. Auch Dominosteine gibt es in größeren Ausgaben. „Wir wollen mit unseren kreativen Arbeiten dazu beitragen, Denken, Geschicklichkeit und Feinmotorik älterer Menschen zu fördern. Auch an Demenz Erkrankte finden Zugang zu diesen Beschäftigungen“, leitet Hans-Joachim Behne zu den regelmäßigen Treffen zwischen den Spielzeugbauern und ihren Nutzern über.
Für März ist wieder so ein gemeinsamer Nachmittag in der Tagespflege in Möllenhagen geplant, für den in der Projektgruppe fünf neue Spiele als Geschenk gefertigt werden. Vor Ort erklären die Schüler dann die Spielanleitungen und setzen sich mit den Senioren an den Tisch. „Mich freut ganz besonders, mit welcher Sensibilität unsere Schüler dabei vorgehen. Achtung, Respekt und aufmerksames Zuhören tragen zum gegenseitigen Verstehen bei“, sagt der Projektleiter.
„Diese Treffen sind ganz toll und unsere Senioren freuen sich schon immer darauf“, weiß Cornelia Griebsch-Hainmüller, stellvertretende Pflegedienstleiterin der AWO-Tagespflege. Aber auch Penzliner Senioren lernten inzwischen die beliebten Holzarbeiten der Realschüler kennen und schätzen.
Dass die Kinder im Projektunterricht ihre handwerklichen Fähigkeiten ausbauen können, gemeinsam Spaß haben und älteren Menschen Freude bereiten, daran hat Jost Reinhold großen Anteil. Denn über Jahre unterstützt der Mäzen aus der Schweiz mit seiner Stiftung das Schul-Projekt.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

29.01.2016 
Quelle: Nordkurier 

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