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23.08.2017

Montagsrunde wienert historische Schätze blank

Den Baumbestand im historischen Gutspark von Groß Vielen zu erhalten, dazu bedarf es auch der Öffentlichkeit. Darum entwickelten Dorfbewohner eine Idee, deren Umsetzung zugleich Geschenk für die 850-Jahrfeier werden könnte.

Groß Vielen. Wussten Sie schon, dass es im Gutspark von Groß Vielen ein seltenes Exemplar eines Urweltmammutbaumes gibt? Seine Spitze wurde durch einen Blitzschlag beschädigt. Auch eine gut 200 Jahre alte Plantane wächst in diesem Areal sowie mächtige Kastanien, die einst eine Allee bildeten. Diese Baumriesen mehr ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken, ist Grundgedanke eines Projektes. Dabei hoffen die Akteure aus Groß Vielen auf finanzielle Unterstützung der lokalen Leader-Aktionsgruppe Mecklenburg-Strelitz.
Konkret geht es um das Gestalten eines Naturdenkmale-Pfads zwischen Klein Vielen und Groß Vielen. „Bei der Ausarbeitung des Antrags bekamen wir tatkräftige Unterstützung von Karin Leonhard, die sich zusammen mit ihrem Mann um die Sanierung des alten Herrenhauses kümmert”, sagt Martina Prochnow, Ortsvorsteherin von Groß Vielen. Jeweils am Montagabend kommt sie mit weiteren Frauen aus dem Dorf zusammen, um aktuelle Dinge zu besprechen oder Veranstaltungen für Jung und Alt vorzubereiten. Dazu gehören Spieleabende ebenso wie Treffen für die ältere Generation. Ein größeres Projekt bildet der 4. Penzliner Landmarkt, der am 7. Oktober in Groß Vielen ausgerichtet wird.
„Mit dem Naturdenkmale-Pfad möchten wir einen Beitrag zum 850. Jubiläum unseres Dorfes leisten, das 2020 gefeiert wird”, so die Ortsvorsteherin. Viele Touristen fahren im Sommer durch das Dorf, ohne eine Ahnung von seiner Geschichte und einzigartigen Dingen zu haben. Darum soll eine spezielle Route landschaftliche Verbindungen zwischen den Orten herstellen und schließlich zur Besichtigung der Gutsparkanlage führen.
Als neue Inhaberin des historischen Herrenhauses hat sich Karin Leonhard auch mit der Geschichte des Parkes vertraut gemacht, der zum größten Teil öffentlich ist. Hier seien Nachpflanzungen notwendig, da der Sturm im Laufe der Jahre einige der Baumriesen niedergerungen habe. Hinweise auf den historischen Baumbestand geben ein Gutachten und eine Inventarliste, die 2003 vom Landesdenkmalamt zusammen mit der Hochschule Neubrandenburg erstellt wurden.
Den Ausgangspunkt für den Naturdenkmale-Pfad sieht Karin Leonhard, die als Kunsthistorikerin in München tätig ist, am Ortsausgang vom zwei Kilometer entfernt liegenden Klein Vielen. Denn dort liegen die Reste einer mächtigen Schwarzpappel, die 2001 in sich zusammenstürzte. „Bislang fahren die Passanten vorbei, ohne von diesem Baum auch nur zu ahnen. Darum müsste er vom Bewuchs befreit werden und mit einer Informationstafel versehen werden”, gibt Karin Leonhard zu verstehen.
Auf dem Weg nach Groß Vielen fänden sich weitere Baumriesen, auf die ebenfalls aufmerksam gemacht werden sollte. Naturkundliche und kulturhistorische Besonderheiten Groß Vielens im Rahmen dieses Projektes gemeinsam zu dokumentieren, das biete sich einfach an. Stammen das Torhaus und die kleine Kirche doch aus dem 18. Jahrhundert. Hier ebenfalls Hinweisschilder anzubringen, sei ein wichtiges Vorhaben. Wie von Martina Prochnow zu erfahren war, habe sie dazu Kontakt zum Pastor in Peckatel aufgenommen.
Der Aufwand für den Naturdenkmale-Pfad scheint überschaubar zu sein, da es vorwiegend um Beschilderungen gehe. Nur für Nachpflanzungen im Park müssten schon einige Tausend Euro veranschlagt werden. Die Dorfbewohner wollen sich ehrenamtlich bei der Umsetzung dieses Projektes einbringen. „Wir hoffen sehr, dass die Leader-Aktionsgruppe unserem Förderantrag während der Sitzung im September zustimmt”, zeigt sich die Ortsvorsteherin optimistisch. Bürgermeister Sven Flechner in Penzlin konnte die Aktionsgruppe für ihre Pläne im übrigen schon begeistern.
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m.jacobs@nordkurier.de

23.08.2017 
Quelle: Nordkurier 

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