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21.12.2016

Museen geben dem Kreis gut zu tun

Wie soll es weitergehen mit dem Schliemann-Museum in Ankershagen oder dem Drei-Königinnen-Palais in MIrow? Im Kreistag sorgte das wieder für Debatten und harte Worte, in der Wirtschaftsfördergesellschaft macht man sich derweil Gedanken. Zum Beispiel um die Kosten.

Seenplatte. Wer die neue MuSeEn gGmbH des Landkreises sucht und in ihren Gesellschaftsverhältnissen nicht Bescheid weiß, der wird wahrscheinlich kaum fündig werden. An der Tür des Hauses B der Kreisverwaltung in der Demminer Adolf-Pompe-Straße weist nichts darauf hin, dass die Firma hier ihren Sitz hat. Doch die Tochtergesellschaft der kreislichen Wirtschaftsförderung, zum Erhalt der Gemeinnützigkeit insbesondere des Ankershagener Heinrich-Schliemann-Museums ins Leben gerufen, gibt es rechtlich gesehen auch noch nicht lange. Anfang Dezember hat Geschäftsführerin Sabine Lauffer sie beim Notar für die Eintragung ins Handelsregister angemeldet, die HRB-Nummer fehlt noch.
Immerhin, der Gesellschaftsvertrag steht mittlerweile, das Unternehmen ist damit geschäftsfähig. Was im nächsten Jahr kommen soll, das haben Sabine Lauffer und ihre Mitarbeiter ziemlich deutlich vor Augen. Unter dem Motto „Zeitreise“ Synergien zwischen den drei kreiseigenen Museen in Mirow, Alt Schwerin und Ankershagen nutzen, Werbung und Marketing vorantreiben mit Kinderfreundlichkeit und Erlebniswelten seien große Ziele, sagt sie. „Da gibt es mehr Dinge, die sie gemeinsam haben, als man denkt.“
Besonders den Punkt über verstärktes Marketing wird man in Ankershagen gerne hören. Der Leiter des Schliemann-Museums, Dr. Reinhard Witte, bemängelt seit Langem fehlende Werbung für das relativ abgelegene Haus und muss gleichzeitig Fakten zur Kenntnis nehmen, die leicht zur Munition für sparwütige Finanzpolitiker werden könnten.
Knapp 300 000 Euro bekommt das Museum jährlich vom Landkreis. Umgerechnet auf die Besucherzahlen ist es damit das für ihn teuerste Haus. Laut Landrat Heiko Kärger (CDU) bezuschusste der Landkreis vergangenes Jahr im Alt Schweriner Agroneum bei rund 50 000 Besuchern jede Eintrittskarte mit etwa sieben Euro. Im Mirower Drei-Königinnen-Palais waren es zehn Euro bei circa 15 000 Besuchern. Das Schliemann-Museum dagegen lag mit etwa 26 Euro Zuschuss bei knapp 11 000 Besuchern erheblich darüber. Geld, das von Steuerzahlern in der gesamten Seenplatte aufgebracht wird.
Allerdings steht das dem großen Archäologen gewidmete Museum im Blaubuch national bedeutender Kultureinrichtungen und beherbergt das größte Schliemann-Archiv außerhalb Athens. Landrat Heiko Kärger bekam das in den Debatten schon des Öfteren zu hören und stellte sich dieser Tage im Kreistag eindeutig dahinter.
Änderungen aber wird es wohl geben. So fand ein Antrag der Grünen, nach Wittes nächstes Jahr anstehendem Wechsel in den Ruhestand dessen Stelle erneut mit einem wissenschaftlichen Mitarbeiter zu besetzen, keine Mehrheit. Auch der Landrat selbst wäre wohl nicht dafür. „Wir sind ein Landkreis und unterhalten ein Museum, keine wissenschaftliche Einrichtung“, betonte er. Doch auch das ist schwierig genug. So gilt als unstrittig, dass das Museum eine neue Dauerausstellung bräuchte. Die aber wird viel Geld kosten, was die Grünen zu ihrem Antrag bewogen hatte. „Es geht darum, Bundesmittel zu erhalten“, so ihr Fraktionsvorsitzender Helge Kramer. Er sieht den Schlüssel dafür im Blaubucheintrag und traut den Bekenntnissen aus dem Landratsamt offenbar nicht. „Das Geld wird im Agroneum versenkt und das Schliemann-Museum systematisch ausgetrocknet“, wetterte er. „Das ist das Kulturverständnis der Kreisverwaltung.“
Sabine Lauffer verfolgte die Auseinandersetzung im Kreistag hautnah mit und weiß, was man von ihrer Demminer Gesellschaft erwartet. „Man muss schauen, dass man von den laufenden Kosten herunter kommt.“ Die Erneuerung der Dauerausstellung, falls es Fördermittel geben sollte, der Ausbau eines archäologischen Erlebnisspielplatzes vor dem Haus zwecks Familienfreundlichkeit, das übergreifende Konzept „Zeitreisen“ – zumindest den Aufsichtsrat hat sie dabei hinter sich. Die GmbH habe sich, so der Vorsitzende, Darguns ehemaliger Bürgermeister Karl-Heinz Graupmann (Die Linke), „intensiv Gedanken gemacht, wie sich alle Museen attraktiver gestalten lassen.“ Es gibt also noch jede Menge zu tun für den Landkreis.
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g.wagner@nordkurier.de

21.12.2016 
Quelle: Nordkurier 

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