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29.02.2016

Neue Partei nimmt Kampf gegen Windmühlen auf

Mit einem klapprigen Gaul und rostiger Rüstung zog Don Quijote in den Kampf gegen die Riesen. Auch die neue Partei „Freier Horizont“ fängt ihren Kampf gegen den Windkraftausbau mit knappem Budget an.

Altentreptow/Penzlin. Für die Saalmiete im Reuterhaus von Altentreptow hatten die 32 Gründungsmitglieder einfach aus privater Kasse zusammengelegt. Prächtige Blumensträuße für die Gewählten gab es mangels Parteigelder auch nicht. Der erste Parteivorstand der neuen Partei „Freier Horizont“ musste mit einzelnen Tulpen auskommen. „Wir fangen bei Null an“, sagte Norbert Schumacher. Der 56-Jährige Penzliner Tierarzt hatte im Juni 2014 das Aktionsbündnis „Freier Horizont“ gegen unkontrollierten Windkraftausbau gegründet. Am Samstag wurde er einstimmig zum Vorsitzenden der gleichnamigen Partei gewählt.
In Kürze soll es den ersten Parteitag geben
„Wir gründen die neue Partei sozusagen aus Notwehr“, betonte Schumacher. „Der immer weiter ausufernde Windkraftausbau hat uns förmlich in die Politik getrieben.“ Im Land sei eine kleine, aber sehr einflussreiche und finanzkräftige Lobby dabei, sich auf Kosten von Natur und Einwohnern selbst zu bedienen, und zwar mit tatkräftiger Unterstützung der Landespolitik. Doch es gehe um weit mehr. Bevormundung, Ignoranz, Selbstgerechtigkeit sowie Abkopplung von Teilen der Bevölkerung und ganzer Regionen habe zu einer Politikverdrossenheit geführt. Belege dafür seien die gegen jede Logik durchgezogene Kreisgebietsreform, Polizeireform, die Gerichtsreform und der Kulturkahlschlag.
Die neue Partei wolle verantwortungsbewussten Bürgern, die von den Parteien alter Prägung keine Antworten mehr erwarteten, eine politische Heimat und Stimme geben, heißt es im Programm. „Wir sehen vieles von den Bürgern dieses Landes Erreichtes und Aufgebautes direkt gefährdet durch engstirnige, ideologisch verblendete Herangehensweisen, geprägt von Aktionismus und Konzeptlosigkeit. In Kürze soll deshalb ein Parteitag einberufen werden, der auch ein detailliertes Wahlprogramm zu verabschieden hat.
Inhaltlich beschränkte sich die Parteikonstituierung allerdings vorerst auf die Windkraft-Kritik des Aktionsbündnisses. Das System der regenerativen Energienutzung funktioniere noch nicht, weil es nicht grundlastfähig sei, sagte Heiko Böhringer, freiberuflicher Ingenieur, der zum 1. Stellvertreter gewählt wurde. Der 53-Jährige sitzt mit einer Wählergemeinschaft im Kreistag Ludwigslust-Parchim, wo mehrere neue Windparks gebaut werden sollen.
Abgrenzung von rechtsextremen Kräften
„Auf unsere Initiative hin hat der Kreistag den Regionalen Planungsverband angewiesen, darauf zu wirken, dass der Abstand neuer Windparks zu Wohnbebauungen mindestens sieben mal so groß wie die Anlagenhöhe ist.“ Solche Erfolge müsse die neue Partei künftig auch auf Landesebene durchsetzen.
Zur 2. Stellvertreterin der bundesweit einzigen Partei von Windkraftgegnern wählten die Gründungsmitglieder die 59-jährige Volkswirtin Martina Heidebreck aus Pasewalk. Schatzmeister wurde der Warnemünder Hotelier Dietmar Vogel. Den Vorsitz des Aktionsbündnisses „Freier Horizont“ übernahm der bisherige Sprecher für die Region Mecklenburgische Seenplatte, Gilbert Schulz.
Mitglied der Partei „Freier Horizont“ (www.freier-horizont.de) kann laut Satzung bundesweit jeder ab 16 Jahren werden. Der Mitgliedsbeitrag soll bei jährlich 60 Euro liegen.
Über die Mitgliedschaft entscheidet der Parteivorstand, der ankündigte, sehr genau darauf zu achten, dass die junge Partei nicht von rechtsextremen Kräften unterwandert wird. Der „Freie Horizont“ werde sich deutlich gegen Rechts absetzen, betonte Schumacher.

29.02.2016 
Quelle: Nordkurier 

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