Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
22.07.2017

Neuer Skandal? Chefin der Awo kündigt Rücktritt an

Dagmar Kaselitz will von ihrem Posten als Vorsitzende des Awo Kreisverbandes Müritz zurücktreten. Eine Frage bleibt dabei jedoch noch offen. Unterdessen tauchen neue Vorwürfe gegen die Awo Müritz auf.

Waren/Penzlin. Dagmar Kaselitz hat am Freitagabend ihren Rücktritt vom Posten als Vorsitzende des durch die Awo-Affäre ins Schlingern geratenen Awo Kreisverbandes Müritz angekündigt. Den Rücktritt werde sie dann auf einer extra einberufenen Kreisdelegiertenkonferenz vollziehen. Auf dieser soll auch ihr Nachfolger gewählt werden. Wann sie stattfindet ist aber noch offen.
Über diese Absicht habe sie mit dem Vorstand schon seit längerer Zeit gesprochen. „Im Vorstand haben wir uns gemeinsam das Ziel gesetzt, einen notwendigen Neuanfang zu ermöglichen. Inzwischen weht ein neuer Wind in der Awo. Wichtige, tiefgreifende Entscheidungen sind getroffen. Ein Interimsgeschäftsführer wurde eingesetzt“, sagte die SPD-Frau aus Penzlin.
Das Auswahlverfahren für die Einsetzung eines neuen Geschäftsführers laufe. „Die Weichenstellung für eine gute Zukunft ist erfolgt. Damit ist meine Mission mit organisatorischen Reformen und personellen Veränderungen erfolgreich erfüllt. Nun kann ich es verantworten, die Arbeit in andere Hände zu übergeben“, sagte Dagmar Kaselitz.
Der Vorstand werde auf seiner nächsten Sitzung die notwendigen Beschlüsse fassen und die Kreiskonferenz einberufen. Alle organisatorischen Vorbereitungen für eine Nachwahl würden zum nächstmöglichen Termin getroffen.
Am Freitag sah sich die Noch-Vorstandsvorsitzende allerdings schon wieder mit neuen Vorwürfen gegen die Awo-Müritz konfrontiert. Nach Medienberichten haben Staatsanwaltschaft und das Landes-Sozialministerium bestätigt, dass diese derzeit Zahlungen der Bewohner im Awo-Pflegeheim in Penzlin überprüfen. Hier stehe der Vorwurf im Raum, dass die Awo von ihren Bewohnern jahrelang eine Investitionspauschaule kassiert habe, ohne entsprechende Gegenleistungen zu bieten.
Auf einer im Mai dieses Jahres einberufenen Versammlung mit Vorstand, Bewohnern und Angehörigen, auf der es eigentlich um einen möglichen Verkauf des Heims in Penzlin gehen sollte, um die finanziell klamme Awo zu entlasten, hatten sich Angehörige bitter über die Zustände in dem Heim beschwert.
„Jeder Bewohner zahlt hier monatlich eine Investitionspauschale. Da kommen über die Jahre Hunderttausende Euro zusammen. Wo ist das Geld hin? Hier sieht es schäbig aus. Hier ist seit Jahren nichts investiert worden. Mir kommen die Tränen, wenn ich sehe, unter welch erbärmlichen Verhältnissen meine Mutter hier leben muss“, hatte sich eine extra aus Hamburg angereiste Angehörige damals Luft gemacht. Und ein Schulterzucken des Vorstandes als Antwort bekommen, der zu diesem Zeitpunkt noch damit beschäftigt gewesen sei, sich einen Überblick über die Vorgänge zu verschaffen, die die Awo Müritz in die Schlagzeilen gebracht hatten.
Die Vorwürfe seien nun im Sozialministerium gelandet, nachdem sich eine Frau auf einer Bürgersprechstunde beim damaligen Ministerpräsidenten Erwin Sellering (SPD) über die hohen Investitionskosten von zehn Euro pro Tag und Bewohner beklagt hatte, im Heim davon aber nichts zu sehen sei, so Medienberichte.
Dagmar Kaselitz erklärte daraufhin, dass das kassierte Geld die Gebäude-Kosten und die Instandhaltung abdecken würden. Dass die Staatsanwaltschaft die Sache überprüfe, sei ihr indessen nicht bekannt.
Kaselitz hatte den Vorstandsposten der Awo Müritz im November 2016 übernommen, nachdem die Awo-Affäre sich bereits im ganzen Land verbreitet hatte. Mit ihrem Rücktritt wolle sie auch allen weiteren Spekulationen zu einer Interessenkollision zwischen ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit für die Awo Müritz und ihrer hauptamtlichen Tätigkeit als Integrationsbeauftragte der Landesregierung konsequent entgegentreten.
Kontakt zur Autorin
j.rabe@nordkurier.de

22.07.2017 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Stadt Penzlin
Der Bürgermeister
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon +49 3962 2551-0
Fax +49 3962 2551-52
f.colberg@penzlin.de