Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
21.02.2017

Neuer Spielplatz ist kein Kinderspiel

Bis auf die Beleuchtung an der Straße hat der Ortsteil Rockow in den vergangenen Jahren keine großen Geschenke bekommen. Darum pochen die Eltern darauf, dass für die vielen Kinder endlich ein Spielplatz gebaut wird. Denn sogar das Geld ist da.

Rockow. Auf die Palme zu gehen, das ist für Tom Schulz nichts Besonderes. Denn als Gewerbekletterer seilt er sich von Kirchendächern, Wohnblöcken und von großen Bäumen ab und hat in mehr als 20 Jahren dabei viele Berufserfahrungen gesammelt. Aber auch dass Bemühungen der Einwohner von Rockow, zu denen er seit 1994 zählt, von Gemeinde und Amt Penzliner Land mitunter ignoriert werden, bringt ihn so manches Mal an die Decke. Und dabei ist er nicht allein. Hat sich im Dorf doch längst eine Interessengemeinschaft gebildet, die die Entwicklung des einst so verschlafenen Ortes voranbringen möchte.
Für Motivation sorgen dabei auch immer die Kleinen. Noch immer müssen sie sich mit einem alten Holzklettergerüst begnügen, das keinesfalls die Wünsche des Nachwuchses erfüllt. „Schon seit 2014 bemühen wir uns um einen richtigen Spielplatz, der mit seiner Ausstattung zudem Treffpunkt für Generationen werden könnte”, sagt Mandy Knecht, die seit 2005 mit ihrer Familie in Rockow wohnt. So wurde mit Unterschriftensammlungen das Problem an die Gemeinde Möllenhagen herangetragen. Mandy Knecht fragte in Institutionen nach, ob diese finanzielle Hilfe geben würden. Schließlich eröffneten sich Möglichkeiten über die Leader-Aktionsgruppe, die Mittel für Themenspielplätze sowohl in Rockow als auch in Kraase zur Verfügung stellte.
„Zusammen mit Eltern und Kindern hatten wir im Vorfeld Ideen gesammelt und uns thematisch für eine Unterwasserwelt entschieden. Ein Schiffswrack könnte den Mittelpunkt der Anlage bilden, die mit weiteren Spielgeräten und Bänken ausgestattet werden soll”, kommt Ute Weiser auf die Spielplatzplanungen zu sprechen. Zeichnungen der Kinder und ein gestaltetes Plakat wurden für die Bauunterlagen mit eingereicht. Laut Penzliner Verwaltung unterstützten diese Arbeiten den Erfolg des Leader-Antrags.
Schon im vergangenen Jahr standen für den rund 30 000 Euro teuren Spielplatz Fördermittel zur Verfügung. Die dafür notwendigen Eigenmittel sponserte Jost Reinhold. Dass sich dennoch nichts bewegte für die Kinder in Rockow, hängt mit dem laut Leader-Gruppe vorgeschriebenen Verfahren einer Zukunftswerkstatt zusammen. So konnten zunächst keine Fachleute gefunden werden, die einen vorgeschriebenen Workshop an Ort und Stelle mit Eltern und Nutzern durchführen. „Das sieht momentan besser aus. Denn bei uns liegen gegenwärtig drei Angebote für diese Aufgabe vor, die sowohl für Rockow als auch für Kraase genutzt werden sollen”, sagt Ulrike Hannemann von Penzliner Bauamt. Das Ergebnis der Zukunftswerkstatt sei dann Grundlage für die Ausschreibung der auf dem Spielplatz zu erbringenden Bauleistungen.
Bleibt bei den Rockowern die Frage, warum ihre Ausarbeitungen und Vorschläge nicht ausreichen für die Spielplatzplanungen. Und wie erklärt man das den Kindern? „Nach dem großen Erfolg im Vorjahr planen wir bereits das Sommerfest für 2017. Wie schön wäre es, wenn wir den Kindern dann schon einen Spielplatz präsentieren könnten”, blickt Mandy Knecht voraus. Gleichzeitig fürchtet sie sich davor, dass die ganze Sache irgendwie im Sande verlaufen könnte.
„Unser Dorf ist mit den vielen Zuzügen soviel jünger geworden. Viele bringen sich mit Energie ein und nehmen dabei auch die Alteingesessenen gerne mit. Das sollte Ansporn sein, uns als Ortsteil zu behaupten“, meint Tom Schulz.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

21.02.2017 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Stadt Penzlin
Der Bürgermeister
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon +49 3962 2551-0
Fax +49 3962 2551-52
f.colberg@penzlin.de