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20.02.2016

Nichts zu Meckern: Bei Neptun läuft‘s

Die Ziegen in Kraase fühlen sich pudelwohl. Sind sie doch im Winter warm im Stall untergebracht. Das danken sie mit jeder Menge Nachwuchs. Da der allerdings auf sich warten ließ, hatte das dem Bock schon einige kritische Blicke eingebracht. Nun zeigt sich: Er hat den Lütten ordentlich den Stempel aufgedrückt.

Kraase. Nikola ist den jüngsten Ziegenkindern etliche Wochen voraus. Schließlich erblickte die kleine Weiße am Nikolaustag im vorigen Jahr das Licht der Welt im Stall von Kraase. Damit war der Name gegeben. Von Größe und Gewicht her zählt sie keinesfalls mehr zu den Lütten. Ungestüm will sie mit denen toben und kegelt dabei so manches der noch zarten Ziegenkinder um. Wurden diese doch erst vor wenigen Tagen auf dem Hof geboren und haben bei weitem noch nicht die Standkraft der ausgelassenen Nikola.
„In diesem Jahr ist irgendwie alles anders. Denn nach der Geburt von Nikola tat sich hier nichts mehr“, sagt Holger Kuhr, der in den vergangenen Wochen täglich auf weitere Lämmer im Stall wartete. Schließlich hatte der stattliche weiße Bock „Neptun“ seine Arbeit getan und selbst der Laie konnte erkennen, dass die Muttertiere trächtig waren. Um den 6. Februar herum gab es dann endlich Bewegung im Stall. Und damit war die ganze Familie auf den Beinen.
Während das Ablammen in der Nacht fast selbstständig von den Muttertieren erledigt wurde, zeigten sich an den Nachmittagen doch hin und wieder Probleme. Da mussten Hofinhaberin Birgit Kuhr und Ehemann Holger doch öfter ihren Kontroll-Rundgang durch den Stall machen. Mit Nikola gibt es derzeit 22 Ziegenlämmer auf dem Hof, darunter Geschwisterpaare und eine Drillingsbesatzung. Weiterer Nachwuchs dürfte im Anmarsch sein. „Überwiegen am Ende die Mädchen, ist das für uns ein Glücksfall“, sagt Birgit Kuhr. Kommen die weiblichen Tiere doch der Zucht und eben auch der späteren Milchproduktion zugute. Immerhin, der Griff zur Nuckelflasche blieb der Ziegenbäuerin bisher erspart, da alle Lämmer von den Muttertieren gut versorgt werden.
Nicht leugnen können die Lütten die Abstammung von „Neptun“, dessen Gene sich absolut durchsetzen. So finden sich beim gesamten Nachwuchs schon kleine, harte Knuppel am Kopf – als Ableger der stattlichen Hörner des Vaters. „Und ob unsere fünf braunen Harzer Ziegen später mit bunten Lämmern gesegnet werden, das ist noch nicht raus. Sie könnten ebenfalls schneeweiß sein“, gibt Birgit Kuhr eine Ahnung preis. Wie Neptun.
Hatte seit 2001 die weiße deutsche Edelziege das Sagen auf dem Hof der Familie Kuhr, so sollen jetzt weitere Rassen hinzu kommen. Seit vergangenem Jahr baut die Bäuerin eine neue Herde auf. Darum hofft sie auf weiteren Nachwuchs. Bis Mitte März könnte es in diesem Jahr dauern, bis alle Lämmchen an Bord sind. In der Regel war dieses Thema sonst Ende Februar erledigt. Da die Jungtiere erst nach Wochen von der Mutter entwöhnt werden, muss Birgit Kuhr ihre auf Ziegenmilch basierende Kleinproduktion mit Weich-, Frisch- und Schnittkäse noch hinten an stellen. Die Kunden aus der Region, die die Produkte im Direktverkauf in die Hand gedrückt bekommen, haben Verständnis. Das trifft auch für Hotels zu, die Kraaser Ziegenprodukte gern auf ihre Speisekarte nehmen.
Der späte Lämmernachwuchs hat in diesem Jahr auch Auswirkungen auf die Teilnahme am Grünen Markt in Waren. Die Händler bauen ihre Stände bereits vor Ostern am 26. März auf. „Sonst immer von Anfang an mit von der Partie, muss ich in diesem Jahr passen. Komme später dazu“, gibt Birgit Kuhr zu verstehen und verweist auf einen für sie sehr wichtigen Termin. Denn am 26. März öffnet sie auf dem Hof in Kraase wieder das Café „Meckerstübchen“, das für Einheimische und Urlauber längst zu einem Geheimtipp geworden ist.
Seit Oktober ist „Neptun“ mit seinen 26 Ziegenfrauen im warmen Stall und lässt sich Heu und gequetschtes Getreide schmecken. Holger Kuhr denkt, dass die Tiere zum 10. April wieder auf die Koppel können. Doch bis dahin müssen Zäune repariert und die Maulwurfshügel auf der Wiese mit der Schleppe eingeebnet werden. Das Hofleben im Freien genießen dagegen Esel und Pony, Ganter Gunther und Gans Gundel, die Laufenten und die vielen Katzen. Und Hündin Ursel vergnügt sich mit dem Stock, den Besucher für sie zum Apportieren gern schmeißen dürfen.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

20.02.2016 
Quelle: Nordkurier 

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