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18.08.2015

Nix mit Burgfrieden: Neuer Zoff droht

Die Banner schmücken die Stadteinfahrten von Penzlin. Vom 21. bis 23. August wird hier das 24. Burgfest gefeiert. Neben Gauklern, Spielleuten und Rittern gibt sich der Burgadel die Ehre. Und macht jede Menge Theater.

Penzlin. Die Stimmung ist mal wieder schlecht auf der Burg. Graf Gerhard hat zum großen Fest geladen. Doch es fehlt an Talern. Längst kürzte er den Lohn fürs Gesinde, das nun mit Streik droht. Retten könnte nur noch das Geld von seiner Burg in Griechenland, die er beim letzten Kreuzzug hat bauen lassen. Doch ob Kastellan Pleitakos rechtzeitig zum Fest mit gefüllten Taschen erscheinen wird, das ist fraglich....
Schon jetzt können sich Theaterfans auf das Spiel an der Rittertafel freuen, das die große Weltpolitik in das Penzliner Alltagsgeschehen holt. Jedes Jahr wird eine neue Geschichte gestrickt, die einfach nur die Lachmuskeln strapazieren soll. „Das Drehbuch ist so gut wie fertig. Alle Mitspieler haben die Dialoge bekommen und bereiten sich auf ihren Auftritt vor“, sagt Gerhard Kresin, der die Stücke schreibt und auch die Regie übernimmt.
Ein fester Stamm aus zehn Mitspielern hat sich gebildet, die nur zum Burgfest zusammen kommen. „Außer Bernd Blumhagen und Gunar Mühle von der Niederdeutschen Bühne Neubrandenburg sind wir alles Laienschauspieler. Da geht auch mal was daneben, was für Profis der Müritz-Saga oder der Störbeker-Aufführung eine Blamage wäre. Bei uns ist eben Gaudi angesagt“, freut sich Gerhard Kresin.
Während der Eine sich umfangreiche Texte merken kann, hat ein Anderer schon mit einem Satz so seine Schwierigkeiten. Fehlt das Stichwort, dann geht‘s im Text manchmal nicht weiter. Doch eine Souffleuse gibt es nicht an der Rittertafel. So entsteht auch mal ein „Hänger“, der aber letztlich wie gewollt erscheint.
Durch alle bisherigen Theaterstücke zieht sich die Kabbelei von Burggraf Gerhard und Kastellan Michael. Da die Herrschaft ständig auf Reisen ist, kümmert sich der Kastellan um die Ritterburg und nennt sie sein Eigen. Das nimmt Graf Gerhard seinem Untertanen übel und hat zu tun, dessen Machtgelüste abzuwehren. „In diesem Jahr wird es für Zuschauer und Akteure eine Premiere geben. Denn vier der Asyl suchenden Afrikaner spielen im Stück mit. Sie bekommen aber keine Sprechrolle“, sagt Gerhard Kresin. Gemeinsam mit ihrem Deutschlehrer Horst Rieck bereiten sie sich auf diesen Auftritt vor und haben, wie zu hören war, großen Spaß daran.
Übrigens gibt es vor dem Burgfest nur eine Generalprobe an Ort und Stelle. Hier geht es mitunter auch um logistische Fragen. Im vorigen Jahr war es der Staatsstreich der Thüringer, die die Penzliner Burg einnehmen wollten. Jahre zuvor wurde eine Olympiade ausgetragen und in einem Casting ging es um den Superstar von der Burg Penzlin. Der Theatertruppe, darunter Mitglieder des Fördervereins Alte Burg, gehen die Ideen nicht aus. Und das gilt nicht nur für die Mittagsshow, die am 22. und 23. August um 13 Uhr auf dem Burghof zu sehen ist. Denn am Nachmittag schließt sich der Gerichtstag an der Rittertafel an, bei dem Graf Gerhard Streit schlichtet oder Verurteilungen ausspricht.

Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

18.08.2015 
Quelle: Nordkurier 

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