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15.10.2015

Notstand in Penzlin: Biete Praxis – suche Arzt

Der Hausärztemangel hat auch das Penzliner Land erreicht. Vor allem die Stadt ist betroffen, die in diesem wichtigen Bereich seit einiger Zeit unterversorgt ist. Da es mit Hilfe von außen schwierig ist, kommt Penzlin nun selbst mit Ideen.

Penzlin. Auch Ärzte werden krank. So weist ein roter Zettel am Eingang der Praxis in der Großen Straße 4 in Penzlin darauf hin, dass Allgemeinmediziner Dr. Jürgen Schlicht aus gesundheitlichen Gründen keine Sprechstunden durchführen kann. Seit Mai dieses Jahres kommt Dr. Jörg Tiedemann aus Neubrandenburg, der eigentlich schon zu den Senioren gehört, vertretungsweise in diese Praxis. Die Stadt ist ihm sehr dankbar, dass er zumindest eine Notsprechstunde abhält. Die Außenstelle in Bocksee ist dagegen geschlossen.
Auch in Möllenhagen gibt es seit längerem einen Ärzteengpass. Hier springt die Gemeinschaftspraxis von Helge Döring und Birgit Kasper aus Penzlin für drei Vormittage in der Woche ein. Räume wurden dafür im ehemaligen Amtshaus gefunden. „Gab es noch vor einem Jahr bei uns relativ gute Bedingungen im hausärztlichen Bereich, so haben wir jetzt mit einer Unterversorgung zu tun. Das wird für die Stadt auch zu einem Standortproblem. In erster Linie geht es hier aber um soziale Belange“, informierte Bürgermeister Sven Flechner während der Sitzung des Kultur-, Sozial- und Schulausschusses.
Schon jetzt sei abzusehen, dass die Praxis in der Großen Straße nicht mehr von Dr. Schlicht weitergeführt werden kann. Bei Gesprächen mit der Familie wurde dem Bürgermeister mitgeteilt, dass diese sich um einen Nachfolger bemühe. Doch das sei schwierig. „Mehrmals habe ich mich an die Kassenärztliche Vereinigung auf Landesebene gewandt. Doch diese sieht sich außerstande, Penzlin zu helfen“, so der Bürgermeister. Bei den ansässigen Ärzten in der Stadt sei die Kapazitätsgrenze aber erreicht, sodass die Bürger Praxen in Waren, Neubrandenburg und Neustrelitz ansteuern müssten. Gerade aber die Älteren möchten sich nicht mehr neu orientieren, müssten längere Wege in Kauf nehmen und wären dabei oft auf den Bus angewiesen.
Von diesen Ängsten erfährt auch Renate Bergholz, die Ortsvereinsvorsitzende des Arbeitslosenverbandes ist. „Zu unseren Mitgliedern zählen viele ältere Menschen, die dieses Thema beunruhigt. Denn mit dem Wetterumschwung sind gerade jetzt Erkältungskrankheiten vorprogrammiert und damit auch der Arztbesuch“, sagt die Penzlinerin. Sven Flechner möchte Bewegung in die Sache bringen und bittet darum auch die Fraktionen der Stadtvertretung, die mangelhafte hausärztliche Situation zu diskutieren. Seien davon doch nicht nur die 4250 Einwohner der Stadt, sondern auch viele Bürger aus dem Amtsbereich betroffen.
Erste Ideen gibt es schon. Schließlich gehören die Räumlichkeiten der Praxis in der Großen Straße der Kommune. Sie könnte die Ausstattung vom bisherigen Eigentümer übernehmen und eigenständig die Neuansiedlung eines Allgemeinmediziners anstreben. Dafür gäbe es dann sogar Förderung von der Kassenärztlichen Vereinigung. „Seit 2010 wurden Kommunen in die Lage versetzt, selbst Ärzte anzustellen. Vielleicht wäre das ein Weg für Penzlin“, unterbreitete der Verwaltungschef den Ausschussmitgliedern einen Vorschlag.
In dieser Woche stehe zudem noch ein Gespräch mit einer Institution an, die sich der Vermittlung von ausländischen Ärzten verschrieben habe. Auch diese Möglichkeit will die Stadt nicht unversucht lassen.

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m.jacobs@nordkurier.de

15.10.2015 
Quelle: Nordkurier 

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