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17.06.2016

Park-Paradies Penzlin? Nicht ganz

Parkgebühren werden in Penzlin nicht erhoben. Dennoch gelten auch hier Rechtsverstöße beim Parken nicht als Kavaliersdelikt. Mitarbeiter der Stadtverwaltung halten die Augen offen und den Knöllchenblock griffbereit.

Penzlin. Vor 16 Jahren gab es letztmalig eine Politesse in Penzlin. Der einzige Parkscheinautomat auf dem Markt wurde 1998 abgebaut. „Wir haben jährlich für diese Anlage an die 2000 Mark ausgegeben, dieses Geld über die Gebühren aber nie reinbekommen“, erinnert sich Bürgermeister Sven Flechner. Als Grundzentrum sei die Stadt froh darüber, dass die Einwohner aus dem Umland regelmäßig zum Einkaufen kommen. Außerdem sei jeder Gast und Tourist herzlich willkommen. „Sie alle wollen wir nicht mit Parkgebühren drangsalieren. Dennoch hat sich auch bei uns jeder an die Parkordnung zu halten“, weist der Verwaltungschef auf das Ordnungsrecht im ruhenden Verkehr hin.
So gebe es im Innenstadtbereich begrenzte Zeiten fürs Parken. Dazu gehöre der Straßenbereich vor Ladengeschäften, vor der Apotheke, auf dem Markt und auch vor dem Amtshaus in der Warener Straße. Selbst das Parken hinter dem Verwaltungsgebäude musste zeitlich eingeschränkt werden, da Firmenautos hier den ganzen Tag über abgestellt wurden.
Aber gibt es denn gar keine Knöllchen für Parksünder? Doch auf jeden Fall, so die Antwort des Bürgermeisters. So sei Verwaltungsmitarbeiterin Doris Höck immer wieder auf Kontrolle unterwegs. Und wer gegen die Parkordnung verstoße, müsse sich nicht über ein Knöllchen hinter dem Scheibenwischer wundern. Das wird in Penzlin allerdings noch mit dem Kugelschreiber ausgefüllt. Den Grund der Verwarnung hält eine Fotokamera fest. „Von den im Haushalt eingestellten 4000 Euro für Parkvergehen kamen im Vorjahr nur 3190 Euro als Einnahmen in den Etat. In diesem Jahr sind es bis jetzt 908 Euro“, rechnet Sven Flechner vor. Das Gros dieser Gelder stammt übrigens aus dem Innenstadtbereich von Penzlin.
Von Abzocke halte er überhaupt nichts. So zeige sich die Stadt gerade zum Burgfest im August immer recht kulant, wenn Tausende Besucher mit ihren Autos durch Punschendörp rollen. Mit dem Parkbereich am Festplatz seien weitere Stellplätze hinzugekommen. Irgendwie entspanne sich die Situation immer. Und das auch, weil viele Besucher inzwischen wissen, wo Lücken für ihre Fahrzeuge zu finden sind. Abgeschleppt werden musste nur während der 750-Jahrfeier vor drei Jahren. Trotz vorheriger Ankündigung blockierten parkende Autos die Strecke für den großen Festumzug.
Gibt es Beschwerden von Bürgern über Falschparker, so reagieren die Mitarbeiter des Ordnungsamtes prompt. Wie zu erfahren war, wird die Speckstraße oft von Anliegern zugeparkt. Hier haben Lkw dann Schwierigkeiten, unbeschadet durchzukommen. Und mittwochs wird die Innenstadt maschinell gefegt. Auch dann gibt es immer mal Blockierer, die zur Verantwortung gezogen werden müssen. Denn dort, wo die Maschine nicht arbeiten kann, haben die Leute vom Bauhof mit der Hand nachzufegen.
„In einer kleinen Stadt kennt man sich. Das hat Vor- und auch Nachteile. Wer gegen die Parkordnung verstößt, der muss mit mir wegen eines Knöllchens nicht lange diskutieren“, zeigt sich Doris Höck selbstbewusst. Wegen der angespannten personellen Besetzung in der Stadtverwaltung half sie mehrere Monate im Sekretariat aus. Nach Neubesetzung der Stelle bleibt nun wieder mehr Zeit für den Dienst auf den Straßen Penzlins. Dafür gebe es aber keine festen Zeiten, sodass die Ordnungsdame durchaus für Überraschungen hinterm Scheibenwischer sorgt.
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m.jacobs@nordkurier.de

17.06.2016 
Quelle: Nordkurier 

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