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03.05.2016

Pech gehabt! Wer im Dachgeschoss wohnt, muss im Brandfall lange warten

Ein Dokument macht jetzt seine Runde in den Kommunen des Amtes Penzliner Land. Zur Diskussion steht die Feuerwehrbedarfsplanung, die die Einsatzbereitschaft der 13 Wehren mit sichern soll. Ein brisantes Papier.

Möllenhagen. Die Diskussion hat längst begonnen. Seit einigen Wochen liegt die Feuerwehrbedarfsplanung 2016 für das Amt Penzliner Land vor, das damit Vorreiter im Kreis ist. Neben einer Ist-Analyse, die die 13 Wehren unter die Lupe nimmt, geht es auch um Schlussfolgerungen für die Perspektive. Dabei stehen Einsatzbereitschaft, technische Ausstattung, Ausbildungsstand der Kameraden ebenso im Mittelpunkt wie notwendige Investitionen – beispielsweise für die Anschaffung von Löschfahrzeugen. Wie in der Amtsverwaltung zu erfahren war, wurden dabei in den Kommunen auch die „Drehleiterpflichtigen Objekte“ angeschaut. Dazu gehören beispielsweise die viergeschossigen Wohnhäuser, die vor Jahrzehnten zumeist in Plattenbauweise errichtet wurden. Da die Stützpunktwehren Möllenhagen und Penzlin über keine Drehleiter verfügen, müssten neue Überlegungen angestellt werden. So lautet eine Empfehlung der Experten, die die Feuerwehrbedarfsplanung mit Unterstützung des Amtes ausgearbeitet haben.
„Wir setzen dabei auf die interkommunale Zusammenarbeit und den engen Draht zum Kreisfeuerwehrverband. Sich eine Drehleiter für 700 000 Euro anzuschaffen, das wäre wohl für uns ein Luxusobjekt. Zumal diese mit Rückblick auf vergangene Einsätze nicht ausgelastet wäre“, gibt Amtsvorsteher Thomas Diener zu verstehen. Hilfe komme bei solchen Bränden von den Wehren aus Neubrandenburg, Neustrelitz und Waren. Auch wenn die Kameraden aus der Müritzstadt bis nach Möllenhagen 24 Minuten benötigen, würde das die Anschaffung einer Drehleiter nicht rechtfertigen. Für deren Einsatz seien übrigens sechs ausgebildete Feuerwehrleute notwendig. Kritisch sieht er den Hinweis, aus Feuerwehrsicht eventuell die oberen Stockwerke in diesen Häusern nicht mehr zu beziehen. „Bei Neubauten könnte über diese Sicherheitsfrage im Vorfeld nachgedacht werden. Wir reden in Möllenhagen eher vom Abriss als von der Planung neuer Geschosswohnungen“, gibt Thomas Diener zu verstehen, der auch Bürgermeister der Gemeinde ist.
Von den zehn Wohnblöcken im Dorf – Vier- und Fünfgeschosser – gehören zwei der Gemeinde. Die anderen befinden sich in Privatbesitz. Für alle Häuser gab es mal eine Baugenehmigung und sie haben Bestandsschutz. Mit den privaten Eigentümern über zusätzliche Brandschutzmaßnahmen zu sprechen, dafür bräuchte er als Gemeindeoberhaupt eine rechtliche Befugnis. Überhaupt hält Thomas Diener gar nichts davon, aufgrund neuester Erhebungen für Panik unter den Mietern dieser Häuser zu sorgen.
Der Bauausschuss Möllenhagen wird sich beispielsweise in seiner Sitzung am 10. Mai in Lehsten im nicht öffentlichen Teil mit der Feuerwehrbedarfsplanung des Amtes beschäftigen. Das Dokument gibt den Kommunen Hinweise, die diese in ihren Planungen berücksichtigen können. Trotz Pflichtaufgabe gehe es dabei auch immer um das Geld. Darum müsse der Kreis unbedingt mit ins Boot geholt werden, so der Bürgermeister.
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m.jacobs@nordkurier.de

03.05.2016 
Quelle: Nordkurier 

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