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20.12.2017

Penzlin soll auf Brautschau gehen

Fleißig haben die Kommunen sich selbst eingeschätzt. Penzlin zeigt sich mit 80 von 100 Punkten zukunftsfähig. Fällt wie prognostiziert die Bevölkerungszahl in den nächsten Jahren, steht das Amt Penzliner Land aber auf wackligen Füßen. Darum wünscht der Kreis, dass die Kommune schon mal einen Flirt mit Nachbarn wagt.

Penzlin. Einen Korb hat die Stadt Penzlin schon bekommen. Und zwar von Petra Niewelt, Leitende Verwaltungsbeamtin im Amt Neverin. Von dort aus gebe es keine Bestrebungen, irgendwelche Verhandlungen mit Punschendörp aufzunehmen, teilte Bürgermeister Sven Flechner während der Amtsausschusssitzung am Donnerstagabend mit.
Dennoch wolle das Amt Penzliner Land in die Offensive gehen und mit benachbarten Gemeinden und Verwaltungen ins Gespräch kommen, wenn diese es wollen. Amtsvorsteher Thomas Diener verwies auf das Gemeindeleitbildgesetz des Landes, das im Juni 2016 in Kraft getreten ist. Es soll eine neue geförderte Phase freiwilliger Gemeindefusionen einläuten. Die Selbsteinschätzung der Kommunen bildete dabei einen ersten Schritt. „Man kann sich über die Sinnhaftigkeit dieses Gesetzes streiten. Fakt ist jedoch, dass Ämter unter 6000 Einwohnern irgendwann vor die Frage der Fusion oder der Bildung von Verwaltungsgemeinschaften gestellt werden”, gab er zu bedenken. Mit 80 quittierten Punkten auf die Fragen der Selbsteinschätzung habe Penzlin ein gutes Ergebnis erzielen können. Auch in Möllenhagen fand die Befragung statt, allerdings müssten die Unterlagen noch beim Kreis eingereicht werden. Und auch die Gemeinden Kuckssee und Ankershagen gehören wohl noch zu den Nachzüglern.

Neubrandenburg zeigte die kalte Schulter
Laut Landesprognose kommt auf den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte im Zeitraum von 2010 bis 2030 ein Bevölkerungsrückgang von 21,8 Prozent zu. Übertragen auf die Ämter, gehen damit im Penzliner Land die Einwohner von 7218 auf 5644 Bürger zurück. Damit käme laut Kommunalverfassung die bestehende Ämterstruktur stark ins Schwanken. „Uns wurde vor Jahren prophezeit, dass die Anzahl der Kinder stark zurückgehen werde. Jetzt ist die Kommune aufgefordert, weitere Kita-Plätze aufgrund des steigenden Bedarfs zu schaffen”, gab Sven Flechner zu verstehen und wollte damit Druck aus der Diskussion herausnehmen. Denn Stadtvertreter Hubertus Hoch war anfangs dagegen, sofort einen Beschluss zu diesem Thema zu fassen.
Die Order der Rechts- und Kommunalaufsicht lautet für Penzlin, Verhandlungen mit den Ämtern Neverin, Neustrelitz Land, Seenlandschaft Waren und Stavenhagen aufzunehmen. „Wir orientieren uns aber zunächst an den Partnern, die an unsere Gemeindegrenze anschließen”, sagte der Bürgermeister und verwies darauf, dass es bereits Kooperationen gebe. So arbeite Penzlin im Bereich der Vollstreckung mit dem Amt Seenlandschaft zusammen.
„Und was ist mit Neubrandenburg?”, warf Norbert Böttcher, Bürgermeister von Kuckssee, eine Frage in die Runde. „Dort ist man an keiner Zusammenarbeit mit uns hier im ländlichen Bereich interessiert. Wir hatten gehofft, Verwaltungshilfe im Bereich des Wohngeldes zu bekommen”, lautete die Antwort des Amtschefs, der beim Oberbürgermeister damit aber abgeblitzt war. Da die Kreisstadt bei vielen Verwaltungsstrukturen direkt dem Land unterstellt sei, wäre eine Kooperation anscheinend nicht möglich.
Mehrheitlich entschieden sich die Vertreter des Amtsausschusses am Ende dafür, den Kontakt zu den umliegenden Ämtern zu suchen. Einstimmig wurde an diesem Abend auch der Haushalt für 2018 verabschiedet.

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20.12.2017 
Quelle: Nordkurier 

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