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25.11.2016

Penzlin verkauft Tafelsilber und schafft neue Werte

Mit Grundstücksverkäufen macht die Stadt Penzlin den Weg frei, alten Häusern neue Nutzungsmöglichkeiten zu geben oder komplett durch Neubauten ersetzen zu lassen. Mit dem eingenommenen Geld kann die Kommune in Vorhaben investieren, die bisher noch auf der Warteliste stehen.

Penzlin. Es steht ein Klavier auf dem Flur. Nein nicht auf dem Flur, sondern auf dem Boden des Alten Rathauses am Wall in Penzlin. Die Tastatur ist defekt und wohl auch andere Teile des Musikinstrumentes müssten überholt werden. Schüler und Lehrer haben es mal gespielt, bevor es ausgemustert wurde. Auch Schreibmaschinen, Mobiliar und andere Dinge wurden in Sperlingslust entdeckt, die die Stadt auf dem Boden gelagert hatte. „Zum Glück ist das Sammelsurium überschaubar. Einiges wird weggeschmissen, woanders untergestellt oder eben für eine Spende abgegeben”, sagt Bürgermeister Sven Flechner. Dass das Lager auf dem Dachboden des Alten Rathauses von den Mitarbeitern des Stadtbauhofes beräumt werden muss, dafür gibt es einen triftigen Grund. Denn für das Haus, das um 1900 errichtet wurde, hat sich ein neuer Eigentümer gefunden. Die Übergabe soll zum 31. Januar 2017 erfolgen.
„Es gab zwei Bewerber aus Penzlin für das Gebäude. Die Stadtvertreter entschieden sich für das beste Kaufangebot”, sagt der Bürgermeister und verweist auf erste Absprachen mit dem neuen Eigentümer. In das historische Haus soll eine Pflegewohngemeinschaft einziehen, was einen zusätzlichen Anbau erforderlich mache. Der Investor will schon bald mit den Bauarbeiten beginnen. Dass damit etwas Neues in Penzlin entstehe und das Gebäude endlich eine Sanierung erfahre, sei zu begrüßen. „Die Bevölkerung wird älter. Als Grundzentrum muss die Stadt darum auch mehr seniorengerechtes Wohnen ermöglichen. Dazu wird auch diese neue Einrichtung beitragen”, so das Stadtoberhaupt.
Das Alte Rathaus, das bis 2002 die Kommunalverwaltung beherbergte, liege im Sanierungsgebiet, stehe aber nicht unter Denkmalschutz. Schon zu DDR-Zeiten hätte es Veränderungen an der Fassade des einstigen Amtsgerichtes von Penzlin gegeben.
Nicht nur die Stadtverwaltung ist am Räumen, sondern auch viele Vereine. Sie hatten unter Regie des Kulturvereins nach dem Auszug der Verwaltung hier günstig Räume anmieten können, müssen sich nun nach einer anderen Bleibe umsehen. In Anbetracht der prekären Haushaltslage schrieb die Stadt das Alte Rathaus zum Verkauf aus. Denn ansonsten hätte sie viel Geld in die Hand nehmen müssen, um dringende Erneuerungen an Heizung, Dach und Energetik vorzunehmen.
„Mit dem Erlös aus dem Verkauf des Hauses wird unser Eigenmittelkonto aufgepolstert. Und vielleicht können wir so 2017 neue Projekte umsetzen. Ich denke da zum Beispiel an den Radwegausbau zwischen Groß Lukow und Möllenhagen, für den wir aber unbedingt Fördermittel einwerben müssten”, benennt Sven Flechner Vorhaben, die momentan noch auf der Wunschliste stehen.
Beräumt werden muss vom Stadtbauhof übrigens auch das Gebäude des ehemaligen Schleckermarktes in der Großen Straße. Der Kaufvertrag für dieses Areal sei nach Auskunft der Stadt zwar noch nicht unterschrieben, aber es gebe bereits konkrete Vorstellungen zur Neunutzung. So plant ein Penzliner nach Abriss der Halle den Neubau eines Gebäudes, das für betreutes Wohnen vorgesehen ist.
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25.11.2016 
Quelle: Nordkurier 

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