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06.06.2013

Penzliner Tumult bläst Antrag fort

Die Debatte um Windkraft in Penzlin gerät zu einer stürmischen Auseinandersetzung. Stadtpräsident Kresin muss „seine“ Stadtvertreter vor zahlreichen Zuhörern in Schutz nehmen.
Von Thomas Beigang

Penzlin. Die Luft ist bereits zum Schneiden dick, als die Penzliner Abgeordneten am späten Dienstag Abend endlich zu der Sache kommen, wegen der die allermeisten der Dutzenden Zuhörer zur Sitzung erschienen sind: Die Stadtvertreter der Kleinstadt im Osten der Müritzregion sollen über einen Antrag der CDU entscheiden. Mit dem wollen die Christdemokraten durchsetzen, dass in dieser Legislaturperiode der Bebauungsplan „Windkraftanlagen“ nicht mehr geändert wird. Hintergrund des Aktes: Es existieren Begehrlichkeiten zweier Unternehmen, westlich der Stadt neue Windenergieanlagen aufzubauen (der Nordkurier berichtete).
Gegen die windigen Pläne laufen Einwohner in Penzlin Sturm – besonders jene, die in der Nachbarschaft schon bestehender Windräder leben. Eine Bürger-Initiative hat nach eigener Darstellung schon rund 650 Protest-Unterschriften gesammelt. Die Entrüstung über das Vorhaben und die nach Ansicht der Windkraft-Gegner zu unentschlossene Haltung der Stadt bricht sich während der Stadtvertretersitzung Bahn. Zwischenrufe, Buh-Rufe und lautes Beifallklatschen vieler Zuhörer, die fast hautnah den Stadtvertretern auf der „Pelle“ sitzen, lassen nach Ansicht des Stadtpräsidenten Gerhard Kresin den ordentlichen Ablauf der Beratung nicht mehr zu. „Ich habe noch nie jemanden des Saales verweisen müssen“, so Kresin, „aber ich bin jetzt nahe dran, den Saal räumen zu lassen.“ Der Chef der Penzliner Stadtvertreter begründet die drastische Drohung mit der Unmöglichkeit, den Antrag unbelastet beraten zu können. „Das ist hier keine Einwohnerversammlung“, herrscht er die Besucher an, „sondern eine Stadtvertretersitzung“. Michael Baaß (Linke) bittet um Besonnenheit. Bevor die Windkraft-Firmen kein „belastbares Material“ vorlegen, könne er sich ohnehin nicht entscheiden. Auch Penzlins Bürgermeister Sven Flechner (Wählergemeinschaft) mahnt zur Ruhe und nimmt die Kommunalverfassung zur Hand. Selbst wenn der CDU-Antrag gegen neue Windkraftanlagen die Mehrheit finden würde, müsse er angesichts der Tumulte Widerspruch gegen den Beschluss einlegen. Mit knapper Mehrheit entschließen sich die Stadtvertreter, erst auf der nächsten Sitzung über den Antrag zu entscheiden.

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06.06.2013 
Quelle: Nordkurier 

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