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22.08.2016

Penzlins Burg erstrahlt im magischen Licht

Kein Fest in der Müritz-region ist jünger, kaum eins dieser Art ist im Lande älter: das Penzliner Burgfest lockte alle an – sogar hohe Herrschaften und den Regen.

Penzlin. Zauberhafte Elfen, Feuer speiende Drachen, derbe Witze an der Rittertafel, kämpfende Ritter und tanzendes Burgvolk – wenn in Penzlin das Burgfest beginnt, dann bevölkern allerlei ungewöhnliche Wesen das historische Gelände.
Zwar ist das Penzliner Burgfest das jüngste Stadtfest in der Müritzregion, aber eines der ältesten Feste seiner Art im ganzen Land. Und daher wissen die Organisatoren auch, wie man‘s richtig macht. Mit ganz viel Show für die großen und kleinen Besucher, mit ganz vielen Dingen, die die Zuschauer fesseln. Dabei wussten die wohl oft gar nicht, wohin sie zuerst schauen sollten: Denn ob vor, hinter oder auf der Burg – überall spielte sich Spannendes ab. Ein besonderes Besuchermagnet: Das Spiel an der Rittertafel, für das Burggraf Gerhard (Kresin) wieder das Stück geschrieben hatte.
„Dorf- und Stadtfeste gibt es überall in der Region. Man muss etwas Besonderes bieten, um sich von den anderen abzuheben und Besucher anzulocken“, war sich Penzlins Bürgermeister Sven Flechner am Wochenende sicher. Und das Besondere ist den Machern des 25. Burgfestes scheinbar trefflich gelungen. Für drei volle Tage wurde die Penzliner Burg von zierlichen Burgfräuleins und ehrwürdigen Rittern, arbeitsamen Mägden und fragwürdigen Haudegen belagert.
Bereits am Freitag zog das Kinderprogramm zum bunten Treiben. Kinder der Penzliner Kita sangen fröhlich im Burghof, Schausteller und Händler boten ihre Waren an, Musikanten unterhielten den Adel und das gemeine Volk. In historischen Gewändern nutzen zahlreiche Penzliner und Weitgereiste den Freitag zum Aufwärmen, der zur Mitternacht mit einer eindrucksvollen Feuershow gekrönt wurde.
Nach einer kurzen Nacht erwachte die Burg am Samstag und bot ab 11 Uhr Spektakel mit Roon und Männerchor Penzlin 1907 e.V., jede Menge Spiel, Spaß und mittelalterliche Gaudi. Hierzu zählten auch das Spiel an der Rittertafel, der Ritterschlag sowie die Kür der Burgfräulein. Pausenlos gaben sich Künstler, Musiker und Entertainer die Klinke in die Hand und lieferten ein buntes Programm zwischen Burghof und Freifeldwiese.
Hiervon überzeugten sich auch hohe Herrschaften. Innenminister Lorenz Caffier (CDU), Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD), Landrat Heiko Kärger (CDU), Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt wurden samt Gefolge auf der Burg erspäht. Ein Feuerfleisch zur Stärkung und schwarzes Zuckerwasser gegen den Durst stimmten etwa den Landwirtschaftsminister glücklich. „Es ist ein wirklich schönes und fröhliches Fest, das einen Mehrwert für die Region liefert“, so Backhaus.
Lediglich um 16.30 Uhr schien es ernst zu werden: Ein Mann samt Esel wurde angeklagt – „Ihr Volks-Esel erfüllt nicht die Abgasnorm“. Bei dem nicht wirklich erstgemeinten Gerichtstag an der Rittertafel nahmen die regionalen Laienschauspieler aktuelles Zeitgeschehen auf.
Während das Burgfest bis dato vom sommerlichen Wetter verwöhnt wurde, ergoss sich zum Sonnabendabend eine dicke Regenfront über den Osten der Müritzregion. Einige Besucher tanzten im Schauer, andere versteckten sich unter Regenschirmen oder suchten Schutz in den Zelten. Die Pyrotechniker schauten abwechselnd in den Himmel, auf die Wetter-App und auf die Uhr. Denn zu 22.30 Uhr wurde das Jubiläums-Feuerwerk angesetzt. Immer wieder prasselten dicke Regentropfen auf die Burg. Erst wenige Minuten vor dem Countdown hatte Petrus Mitleid und unterbrach die nasse Dusche. Raketen und Feuerfontänen erhellten den Himmel und lieferten ein einmaliges Schauspiel.

22.08.2016 
Quelle: Nordkurier 

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