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01.02.2017

Penzlins Senioren wollen gehört werden

Versuch macht klug. Ein zweites Mal gehen ältere Bürger von Penzlin das Vorhaben an, einen Seniorenbeirat für die Stadt zu gründen. Dabei hoffen sie nun auf die Unterstützung von Verwaltung und Abgeordneten. Schließlich haben auch die Alten viel zu sagen in puncto Kommunalpolitik.

Penzlin. Den Ortsverband der Ruhestandsbeamten gibt es nicht mehr in Penzlin. Vor wenigen Tagen ging die rührige Truppe als eigenständige Seniorengruppe in den Kulturverein über. „Hier können wir wie gewohnt unsere monatlichen Treffen organisieren. Zusammen soll die anstehende Frauentagsfeier am 8. März in der Neuen Burg ausgerichtet werden”, nennt Hartmut Kindermann als Leiter der Seniorengruppe nächste Vorhaben.
Nachdem sich im Vorjahr der Landesverband MV des Bundes der Ruhestandsbeamten und Hinterbliebenen (BRH) aufgelöst hatte, mussten sich die Penzliner etwas einfallen lassen. Da kam ihnen das Angebot vom Kulturverein entgegen. Stolz kann Hartmut Kindermann berichten, dass die Gruppe von 46 Mitgliedern auf 52 angewachsen ist. Der Plan, die Interessengemeinschaft breiter aufzustellen, sei bereits in Umsetzung. Denn die Neuen kommen aus den Ortsteilen Penzlins wie Alt Rehse, Mallin und Lukow.
Zielstrebig kümmerte sich Hartmut Kindermann auch um die angedachte Gründung eines Seniorenbeirates für Penzlin und hat dabei viele Mitstreiter auf seiner Seite. „In unserer Stadt gibt es auch immer mehr ältere Menschen. Die Lebenserwartung steigt. Und in den nächsten Jahren sind es die geburtenstarken Jahrgänge von einst, die in den Ruhestand gehen”, sagt der 62-Jährige.
Intensiv habe er sich mit dem Seniorenmitwirkungsgesetz von 2010 beschäftigt, das vom Land verabschiedet wurde. Auch im Altenbericht der Bundesregierung fand er viele Ansätze dafür, wie sich die Kommune um ihre betagten Mitbürger kümmern sollte. Das reicht vom barrierefreien Wohnen über Gesundheit, Bildung, Infrastruktur bis hin zum bürgerschaftlichen Engagement. Unterstützung erhielt der Penzliner zudem vom Kreisseniorenrat und vom Seniorenrat der Stadt Neubrandenburg, der einen Blick in seine Satzung werfen ließ.
„Wir möchten über den Rahmen einer Interessenvertretung hinausgehen und uns einbringen in das kommunale Leben. Dabei geht es auch um bessere Beziehungen zwischen den Generationen. Das habe ich auch Bürgermeister Sven Flechner mitgeteilt”, sagt der Vorsitzende der Seniorengruppe. Ob bei der Umwandlung des Wohn- und Geschäftshauses in der Großen Straße 4 zu einer Seniorenwohnanlage oder bei Straßensanierungen — die älteren Bürger könnten da so manchen wertvollen Hinweis geben.
Ein erster Erfolg ist für Hartmut Kindermann, dass die Fraktion SPD/Die Linke während der Stadtvertretersitzung am 7. Februar einen Antrag zur Bildung eines Seniorenbeirates einbringen wird. „Sollte es dazu keine Zustimmung von den Stadtvertretern geben, würden wir es mit einer Vereinsgründung versuchen. Doch wir hoffen auf die Vorbildfunktion der Neubrandenburger. Denn dort gibt es sogar für den Seniorenbeirat eine Stelle im Haushalt”, fügt Hartmut Kindermann hinzu.
Bereits in den 90er Jahren gab es das Bemühen, einen Seniorenbeirat für Penzlin ins Leben zu rufen. Das damalige Parlament sah dafür keine Notwendigkeit und verärgerte damit viele der engagierten älteren Bürger. Hartmut Kindermann will nun einen neuen Versuch wagen.
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m.jacobs@nordkurier.de

01.02.2017 
Quelle: Nordkurier 

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