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23.05.2017

Perfekt wird’s nie im Garten – gut so!

Hacke, Spaten und Heckenschere haben jetzt wieder Hochkonjunktur bei Heidemarie Waller. Sie hat sich in Bocksee ein Gartenparadies geschaffen, das absoluter Blickfang ist im Dorf. Und preisgekrönt. Doch auch der Preis dafür ist hoch.

Bocksee. Die Gardinen bleiben offen. So hat Heidemarie Waller von ihrem kleinen Ferienhaus aus den besten Blick auf den Garten. Mit den runden und oval angelegten Blumenbeeten hat sie sozusagen eine Sichtachse bis zum Eingangstor geschaffen. „Das ist ja kein Garten, sondern ein Anwesen”, ruft mancher Besucher aus – was die Gärtnerin mit Stolz erfüllt.
Seit 2001 beackert die Warenerin das Grundstück, das mehr als 4000 Quadratmeter fasst und mitten im Dorf an einer Kreuzung zu finden ist. „Hier soll wohl mal einst ein Kulturhaus gestanden haben. Als ich das Anwesen erwarb, fand ich nur Brachland vor”, schaut die 74-Jährige auf die Anfänge ihres Wirkens in Bocksee zurück. Mit einem kleinen Beet ist sie mal gestartet, heute hat der Garten eine feste Struktur.
Zum Altbestand der 15 Robinien und drei Linden sind viele weitere Bäume dazu gekommen. Kirschlorbeer, Liguster und Koniferen geben dem Areal eine natürliche Begrenzung. Ein Gemüsegarten mit Kartoffeln, Tomaten und Kräutern dient für die Selbstversorgung. Denn längst ist Bocksee für Heidemarie Waller zur zweiten Heimat geworden. „Als ich noch im Schichtdienst in der Klinik Amsee arbeitete, war der Garten für mich eine willkommene Abwechslung zum Beruf. Als Seniorin habe ich mir hier nun mein zweites Zuhause geschaffen und genieße es in vollen Zügen”, schwärmt Heidemarie Waller, die einst auch als Krippenerzieherin tätig war.
Bei der Größe des Gartens bleibe allerdings nicht viel Zeit zum Müßiggang. „Ich habe den Kopf immer nur unten. Denn die Arbeit reißt ja nicht ab”, erzählt sie. Nach dem morgendlichen Rundgang geht es ans Unkraut jäten, Abgeblühtes muss ausgeschnitten werden und auch die Buchsbaumbüsche brauchen eine neue Frisur. Regelmäßig geht es mit dem Rasentraktor übers weite Areal. „Perfekt wird es nie im Garten. Soll es aber auch nicht. Denn gerade Unkräuter locken Käfer und Schmetterlinge an”, kommt Heidemarie Waller auf gebetene Gäste zu sprechen. Dazu gehören aber auch Igel und die vielen Vögel, die schon am frühen Morgen ihr Konzert anstimmen. Die ausgestochenen Butterblumen gehen als Geschenk fürs Federvieh zum Nachbarn übern Zaun. Die Warenerin gärtnert mit selbst angelegtem Kompost und schwört gerade bei den Rosen auf Pferdemist. Schädlinge an ihren Lieblingsblumen werden mit Brennnesselbrühe wirksam bekämpft. Das alles brachte ihr im vorigen Jahr die Anerkennung mit der Plakette „Natur im Garten” ein, die sie vom Landschaftspflegeverband „Mecklenburger Endmoräne” in Alt Schwerin bekam.
„Bei uns Zuhause spielte der Garten schon immer eine große Rolle, so dass ich schon als Kind Interesse fürs Grün bekam”, erzählt die Seniorin. Allmählich verabschieden sich zwar die Tulpen, die in den vergangenen Wochen bunte Farbtupfer setzten. Dafür entfaltet bereits der Zierlauch seine violetten Blütenbälle, Vergissmeinnicht schwelgt in Blau und alsbald erobern die Rosen die Pracht im Garten von Bocksee. „Im Juni ist meist die schönste Zeit, weil dann überall Blüten zu entdecken sind”, erfährt Heidemarie Waller jedes Jahr aufs Neue. Besonders die Radfahrer, die sich auf Tour durch den Müritz-Nationalpark im Ankershagener Bereich begeben, steigen an ihrer Gartenpforte gern vom Rad. Und dabei ergibt sich so manches Gespräch, das weit über die Gartenphilosophie hinaus geht.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

23.05.2017 
Quelle: Nordkurier 

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