Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
05.12.2016

Preiswürdig! Forscher entdeckt Schummeleien bei Schliemann

Das Museum für den berühmten Troja-Ausgräber ist in der Müritzregion beheimatet. Die Medaille der Schliemann-Gesellschaft wird aber dieses Mal auf einem anderen Kontinent vergeben.

Ankershagen. Die Heinrich-Schliemann-Medaille geht in diesem Jahr nach Übersee: Am 7. Dezember soll die Auszeichnung im deutschen Generalkonsulat in San Francisco (USA) an den Sprachwissenschaftler, Autor und Übersetzer David A. Traill verliehen werden. Wie die Heinrich-Schliemann-Gesellschaft an ihrem Sitz in Ankershagen mitteilte, erhält der 74-Jährige die Medaille dafür, dass er jahrelang aktiv die Entwicklung des Schliemann-Museums zu einem Forschungszentrum unterstützte. Das Museum für den Archäologen und Troja-Ausgräber Heinrich Schliemann (1822 – 1890) war 1980 in dessen Vaterhaus in Ankershagen in der Müritzregion gegründet worden. Es ist bis heute weltweit das einzige Personalmuseum für Schliemann. Dieser hatte dort acht Jahre seiner Kindheit verlebt. Geboren wurde er in Neubukow (Nordwestmecklenburg).
Traill studierte nach Angaben der Schliemann-Gesellschaft Latein und Griechisch und lehrte von 1970 bis zur Pensionierung 2010 an der University of California in Davis. Er publizierte Aufsätze über lateinische und griechische Poeten wie Horaz, Vergil, Ovid und Homer.
Wie der ehemalige Direktor des Schliemann-Museums, Wilfried Bölke, berichtete, begann Traill sich in den 1970er Jahren mit Schliemann zu beschäftigen, der 1851/52 im nahen Sacramento gelebt und eine Goldgräberbank gegründet hatte. Traill sei bei seinen Recherchen auf falsche Darstellungen Schliemanns aus dieser Zeit in dessen Autobiografie gestoßen. Er habe auch Unwahrheiten bei Schliemanns späterer Beschreibung der Fundumstände des „Schatzes des Priamos“ sowie der Rolle seiner griechischen Frau Sophia entdeckt. Traills Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Zeitschriften ab 1982 lösten unter Schliemann-Forschern Kontroversen aus. In der Öffentlichkeit weckten sie das Interesse an dem Pionier der Feldarchäologie neu.
Traill scheute sich auch nicht vor Kontakten zu dem kleinen Schliemann-Museum im Norden der DDR. 1986 reiste er erstmals nach Ankershagen. Er unterstützte das Haus mit englischsprachiger Fachliteratur zu Schliemann, die damals für die DDR-Forscher unerreichbar war, sowie mit Dokumenten aus der Gennadius Bibliothek in Athen, wo heute Schliemanns schriftlicher Nachlass aufbewahrt wird. „Der gebürtige Schotte hat dem Museum wesentlich beim Aufbau einer Fachbibliothek und eines Archives geholfen“, sagte Bölke.
1991 sei Traill als einer der ersten ausländischen Schliemann-Forscher der neugegründeten Schliemann-Gesellschaft beigetreten. Die Gesellschaft verleiht die Medaille seit 2015. Zu den Preisträgern im ersten Jahr gehörte Museumsleiter Reinhard Witte.
Von 1990 bis 2014 war die Medaille vom Landkreis für kulturelle Leistungen in der Müritzregion vergeben worden. Als der Kreis die nicht dotierte Auszeichnung einstellte, entschloss sich die Schliemann-Gesellschaft, sie weiter zu verleihen. Gestalter der neuen Medaille aus Bronze ist der Greifswalder Künstler Heinrich Zenichowski.

05.12.2016 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Stadt Penzlin
Der Bürgermeister
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon +49 3962 2551-0
Fax +49 3962 2551-52
f.colberg@penzlin.de