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01.02.2017

Rückzug? Sie kämpft weiter für die Awo Müritz

Die Awo Müritz betritt Neuland: Erstmals wird die Wohlfahrtsorganisation einen Betriebsrat wählen. Parallel versucht der Awo-Vorstand verzweifelt, offene Posten neu zu besetzen – und die Vorsitzende wehrt sich energisch gegen ein in Waren kursierendes Gerücht.

Waren. Dagmar Kaselitz ist ganz ehrlich. „Natürlich ist es nicht leicht, Personal für unsere Vorstandsarbeit zu finden. Die Schlagzeilen über die Awo reißen ja nicht ab, da lässt sich so mancher schon abschrecken“, sagt die neue Vorsitzende, die im November vergangenen Jahres von den Mitgliedern der Awo-Kreiskonferenz in das Amt gewählt worden war. Beispielsweise sind Kaselitz und ihr Team auf der Suche nach einem Schatzmeister – ein im Zusammenhang mit der seit acht Monaten schwelenden Awo-Affäre wichtiger Posten.
Bisher hat lediglich der Warener FDP-Stadtvertreter Toralf Schnur seine Bereitschaft öffentlich angezeigt, bei der Bewältigung der Krise als Schatzmeister mitzuhelfen. Doch ob die SPD-Vorstandsmitglieder Kaselitz, Julitz, Hohn und Co. ausgerechnet einen kritisch-unbequemen Liberalen in ihren Reihen haben wollen? Kaselitz hält sich in dieser Frage bedeckt: „Es laufen Gespräche – das Thema Personal steht auf der Tagesordnung unserer nächsten Vorstandssitzung am 6. Februar.“
Über dem neuen Vorstand schwebt die Awo-Affäre mit einer brisanten Mischung aus Untreuevorwürfen, staatsanwaltlichen Ermittlungen, Hausdurchsuchungen, Rücktritten und Entlassungen hochrangiger Funktionäre sowie vermeintlichem Machtmissbrauch. „Wir sind immer noch dabei, uns einen Überblick zu verschaffen. Wir sind an allen Sachen interessiert, um Vorfälle, die die Awo in Misskredit gebracht haben, künftig zu vermeiden“, betont Kaselitz. Dass die 57-Jährige bei der Aufklärung an vorderster Front weiter kämpft, macht sie unmissverständlich klar. „Wir fangen gerade erst an, da höre ich doch nicht schon wieder auf“, unterstreicht sie.
Hintergrund: Aufgrund der engen – auch historisch bedingten – Verknüpfung von SPD-Politikern beziehungsweise SPD-Mitgliedern mit der Awo-Affäre kursieren zwischen Waren und der Landeshauptstadt Schwerin Gerüchte, die SPD würde führende Funktionäre aus der Awo-Arbeit abziehen. Zur Erinnerung: Dagmar Kaselitz ist aktuell Integrationsbeauftragte der SPD-geführten Landesregierung und war zuvor SPD-Landtagsabgeordnete in Schwerin. Und: Wie Thomas Krüger, SPD-Fraktionschef im Landtag und langjähriger Parteifreund von Kaselitz, dem Nordkurier bestätigte, hat er seine Vorstandsarbeit im Awo-Regionalverband Malchin/Demmin niedergelegt. Ebenso wie der Awo-Kreisverband Müritz waren auch die Malchiner und Demminer aufgrund der engen wirtschaftlichen Verquickung zwischen ehrenamtlicher Vorstandsarbeit und hauptberuflichem Unternehmertum massiv in die Kritik geraten.
Unabhängig davon wird in der Awo Müritz offenbar erstmals in ihrer fast 25-jährigen Geschichte der Weg zur Gründung eines Betriebsrates geebnet. „Ja, die organisatorischen Vorbereitungen laufen, in etwa drei Monaten könnte es so weit sein“, kündigt Mario Klepp von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di nach einer Awo-Betriebsversammlung an. Das Interesse der Belegschaft sei riesig, aktuell sei die Awo Müritz der einzige Kreisverband ohne Betriebsrat. Warum? „Eine spannende Frage“, entgegnet Klepp vielsagend. Vielleicht habe der Mut gefehlt. Dagmar Kaselitz ergänzt: „Wir haben uns auch gewundert, dass es keinen Betriebsrat gibt. Die jetzigen Bestrebungen zur Gründung unterstützen wir.“
Dr. Peter-Michael Diestel, Anwalt des langjährigen Awo-Müritz-Geschäftsführers Dr. Peter Olijnyk, teilte auf Nordkurier-Nachfrage zum Thema Betriebsrat mit, dass es „seitens des Herrn Dr. Olijnyk keine Bestrebungen gab, die Gründung eines Betriebsrates in der Awo Müritz zu verhindern. Ein Wunsch der Belegschaft zur Gründung eines Betriebsrates wurde auch nie an ihn herangetragen.“
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a.becker@nordkurier.de

01.02.2017 
Quelle: Nordkurier 

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