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12.06.2017

Raben-Ehrenwort: Einer für alle, alle für einen

Das soll den Krukowern erst mal einer nachmachen. Seit 20 Jahren wird hier gemeinsam Sport und Kultur groß geschrieben. Ein Verein schweißt die Dorfgemeinschaft zusammen und lädt alsbald zur großen Feier ins Schloss ein.

Krukow. Sie haben alle einen Vogel. Ein schwarzer Rabe ziert die Rückfront ihres T-Shirts. Das kommt nicht von ungefähr. Gilt die einst slawische Siedlung, aus der Krukow hervorgegangen ist, doch als Rabendorf. Also steht jedem Einwohner so ein Federvieh als Maskottchen zu. Dass es als Aufdruck auf einem Kurzarmpulli erscheint, ist aber schon besonders. Der Kultur- und Sportverein des Dorfes feiert sein 20-jähriges Bestehen. Und so gönnt sich die Truppe – kurz KUS genannt — eine einheitliche Kleidung, mit der man durchaus etwas hermachen kann. Von sich reden machen die Frauen und Männer aber vor allem mit ihren Taten, die das ganze Dorf zusammenhalten. Wer regelmäßig was erleben will, der hält sich an den Kultur- und Sportverein. Hier geht es spaßig und unterhaltsam zu wie in einer großen Familie.
„Gegründet haben wir uns am 7. Mai 1997 in der Bauernstube. Damals mit 19 Mitgliedern”, erinnert sich die inzwischen 80-jährige Inge Tornow. Sie stand dem Gremium 16 Jahre als Vorsitzende vor und verwaltet noch heute alle Akten, die Aufschluss über die Aktionen in den zwei Jahrzehnten geben. „Früher hat sich der Gemeinderat um die Organisation der Feste im Ort gekümmert. Wir haben schon immer gern gefeiert. Mit der Vereinsbildung war es möglich, anstehende Aufgaben auf viele Schultern zu verteilen”, blickt Norbert Böttcher, langjähriger Bürgermeister von Krukow und jetziges Oberhaupt der Gemeinde Kuckssee, auf die Anfänge zurück. Inzwischen ist die Truppe auf 40 Leute angewachsen. Bei etwas über 200 Einwohnern heißt das, dass ein Drittel der Krukower hier mitmischt.
Traditionelle Veranstaltungen geben den Plan fürs Jahr vor. Dazu gehören Fasching, Schlachtefest, Osterwanderung und Frühschoppen am 1.  Mai. Höhepunkt bildet immer im September das Erntefest mit großem Umzug durchs Dorf. Aber auch für Tanzkurse, gemeinsames Töpfern, Koch- und Kartenspielabende fühlt sich der Verein zuständig. Und es geht gemeinsam auf Reisen. In diesem Jahr vielleicht zur IGA nach Berlin. Etabliert haben sich längst auch sportliche Runden, die zu Volleyball, Tischtennis und zum Laufen einladen. Auf eine langjährige Tradition schaut die Gymnastikgruppe der Frauen zurück, die zu besonderen Anlässen aber auch mit ausgefallener Modenschau und originellen Tänzen zu begeistern weiß.
Nur mit dem Platt will es nicht so recht klappen
„Finanziell stehen wir ganz gut da, ohne reich zu sein. Aber es ist immer soviel in der Kasse, dass wir uns Kultur leisten können”, sagt Thomas Adam, der als Zweiter für den Zeitraum von drei Jahren den Vereinsvorsitz übernahm. Firmen aus dem Ort unterstützen die Interessengruppe, auch die Jost-Reinhold-Stiftung ist zuverlässiger Partner. Inzwischen hat Anna-Maria Mader das Zepter in der Runde übernommen und beschäftigt sich gerade mit den 1800 Bildern aus dem Vereinsleben, die in ein Video zum Jubiläum einfließen sollen.
„Uns fehlt ein wenig der Nachwuchs in den Reihen. Wir müssen aber andererseits froh sein, dass junge Leute sich in unserer Ortswehr engagieren”, kommt Norbert Böttcher auf immer wiederkehrende Diskussionspunkte zu sprechen. „Auch dass wir das Niederdeutsche bisher bei uns nicht etablieren konnten, bedauere ich sehr”, fügt Inge Tornow hinzu. „Bei uns klappt es nicht mit dem Platt, dafür wohl eher mit dem Bayerischen”, gibt Thomas Adam etwas verschmitzt zu verstehen und sucht dabei den Blickkontakt zu Anna-Maria Mader, die nach der Wende von der Alpenrepublik nach Mecklenburg übersiedelte.
Momentan steht der 24.  Juni im Mittelpunkt aller Vorbereitungen. Denn während des Sommerfestes soll auch das 20-jährige Vereinsjubiläum gefeiert werden. Und zwar mit Volleyballturnier, Kinderfest und Tanz. Aufspielen wird dabei die Warener Band „Black Tigers” mit Jürgen Seidel und Co. Gäste sind herzlich willkommen. Zuhause ist der KUS übrigens im Schloss. Das Herrenhaus, das sich in Gemeindebesitz befindet, bildet die Basis für die erfolgreiche Vereinsarbeit. Es ist so etwas wie ein Anker, der die quirlige Truppe auf dem Boden hält.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

12.06.2017 
Quelle: Nordkurier 

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