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18.08.2016

Rassismus? Wehrchef erstattet Anzeige

Mit aller Konsequenz will Norbert Rieger die Vorkommnisse auf dem Dorffest in Lehsten aufklären. „Und zwar nicht im stillen Kämmerlein“, betont der Kreisbrandmeister. Parallel hat der ermittelnde Staatsschutz die ersten Zeugen vernommen.

Lehsten. Um seinen Willen zu untermauern, hat Rieger selbst Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Unabhängig davon hatte die Polizei bereits aufgrund der Berichterstattung im Nordkurier Ermittlungen aufgenommen.
Zur Erinnerung: In der Nacht vom 6. auf den 7. August soll es beim Dorffest zu vermeintlichen Hass-Attacken gegen einen jungen Mann mit dunkler Hautfarbe gekommen sein. Der 25-jährige in Deutschland geborene und aufgewachsene Mann, dessen Eltern einst von Sri Lanka nach Deutschland gezogen waren, war gemeinsam mit zwei Freunden auf dem Dorffest gewesen und hatte sich „nach den verbalen Attacken und Schubsern der drohenden Männer auf dem Fest, im Ferienhaus in Sicherheit gebracht“. Aus Angst, dass Schlimmeres passieren könnte. Durch die bedrohten und attackierten Gäste steht der Vorwurf im Raum, dass „es durch die Kleidung eindeutig erkennbar Feuerwehrmänner gewesen sind“. Nach Zeugenaussagen soll auf dem Lehstener Dorffest auch der Hitlergruß mehrfach gezeigt worden sein.
„Das geht natürlich alles gar nicht und ist mit den Grundsätzen der ehrenamtlichen Tätigkeit in der Feuerwehr nicht vereinbar“, macht Rieger gegenüber dem Nordkurier unmissverständlich deutlich. Sollte es Kameraden geben, die sich rassistisch äußern oder fremdenfeindlich handeln, gebe es für die keinen Platz in der Feuerwehr, sagt der oberste Chef aller Blauröcke im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Solche Kameraden würden alles kaputt machen, was die Mehrheit mühevoll aufgebaut habe. „Wir distanzieren uns mit aller Vehemenz von rechtsradikalem und neonazistischem Gedankengut.“
In dem Zusammenhang mahnt Rieger aber gleichzeitig vor einer Vorverurteilung. „Zunächst gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung – bis das Gegenteil bewiesen ist“, setzt der Kreisbrandmeister auf diesen Grundsatz der Rechtsstaatlichkeit. Diese wird aktuell vollzogen – „die Ermittlungen laufen, erste Vernehmungen wurden durchgeführt“, berichtet Nicole Buchfink, Pressesprecherin im Polizeipräsidium Neubrandenburg.
Derweil hat das Dorffest Lehsten noch ein weiteres juristisches Nachspiel. Aufgrund der Berichterstattung über die nächtlichen Vorkommnisse ist auch der Nordkurier ins Visier von bisher Unbekannten geraten. Im Briefkasten der Lokalredaktion in Waren lag zu Wochenbeginn ein anonymer Brief, in dem einer Nordkurier-Reporterin körperliche Gewalt angedroht wird. Auch in diesem Fall hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen.
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18.08.2016 
Quelle: Nordkurier 

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