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05.08.2016

Rudolf Beyer punktete mit Reizen der Natur

Dass der Erholungswert unzerstörter Natur nicht mit Geld aufgewogen werden darf, das erkannte Bürgermeister Rudolf Beyer in Penzlin. 1899 ließ er am Stadtsee eine Uferpromenade anlegen. Ein Platz mit viel Grün erinnert an das Stadtoberhaupt.

Penzlin. Viel Grün beherrscht den Beyerplatz in Penzlin, der bis 1947 Fürstenplatz genannt wurde. Von hier aus geht es direkt zur Badeanstalt zum Großen Stadtsee. Bürgermeister Rudolf Beyer (1889-1919) ist es zu verdanken, dass in diesem Areal ein gewisser Aufschwung erfolgte. Er führte von 1852 bis 1926 die Amtsgeschäfte in Penzlin und hat großen Verdienst daran, dass am Westufer des Sees eine Uferpromenade entstand. Dort erinnert heute ein Gedenkstein an Bürgermeister Beyer, der Nachfolger von Otto Piper war. Seine hauptsächliche Wirkungsstätte, das ehemalige Rathaus am Markt, wurde 1945 niedergebrannt. Zu den Veränderungen auf dem Platz gehörte die Errichtung des Fürstendenkmals inmitten der Grünanlagen. Wie von Hildtraut Fischer zu erfahren war, wurde es 1890 vom Krieger- und Turnverein gestiftet. „In den Krieg 1870/71 gegen Frankreich zogen 40 Soldaten aus Penzlin, davon ist keiner gefallen, sodass das Denkmal als Dank für den erlangten Frieden errichtet wurde“, weiß die Penzlinerin zu berichten. Eine zweite Gedenkstätte sei das Ehrenmal für die Opfer des Faschismus, das 1983 feierlich enthüllt wurde.
Früher gehörten nur vier Häuser zum Beyerplatz, davon zwei kleine Wohnhäuser, die Nr. 2 und 3 sowie das ehemalige Krankenhaus Nr. 1 und die Nr. 4 – einst als Sanatorium gebaut. Die Nr. 2 wurde durch eine Aufstockung völlig verändert, Nr.3 ist mit über 100 Jahren als Wohnhaus nicht mehr geeignet. Nur Nr. 4 wurde bis nach 1945 als Wohnhaus genutzt. Ab 1980 fand hier Schulunterricht statt. Aber auch die Volkssolidarität hatte hier ihr Domizil und es gab viele kulturelle Veranstaltungen. „Nach der Wende erhoben die Gültherschen Erben Anspruch auf das Haus. Es wurde leer gezogen und ist seitdem dem Verfall preisgegeben“, so Hildtraut Fischer. Das bedeutendste Haus am Beyerplatz ist die Nr. 1, einst als Krankenhaus gebaut. Nachweislich 1864 wurde mit dem Bau begonnen. 1867 wurde es übergeben und bis 1973 als Krankenhaus genutzt. Dann zog dort das Pflegeheim ein. Nach 1999 wurde das historische Gebäude zum Wohnhaus umgebaut.
Bürgermeister Oskar Bahmann nahm am 1. Mai 1947 die Benennung des Platzes zum Beyerplatz vor. Interessant nicht nur für Historiker ist, dass es zwischen Rudolf Beyer und Johannes von Maltzan Auseinandersetzungen bei der Durchsetzung des bürgerlichen Rechts zwischen Stadt und Burg gab.

05.08.2016 
Quelle: Nordkurier 

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