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08.08.2017

Ruinen als trauriges Wahrzeichen

Seit zwei Jahrzehnten rotten in Ankershagen Bauten vor sich hin, die eigentlich Wohnraum bieten sollten. Leider wurden sie nie vollendet, da der Bauherr nicht mehr lebt. Für die Gemeinde ist das ein Ärgernis und irgendwie auch eine unendliche Geschichte.

Friedrichsfelde. Wieder konnte Thomas Will, Bürgermeister von Ankershagen, die Frage eines Urlaubers nur verneinen. „Der gute Mann aus Sachsen stand schon im vorigen Jahr bei mir vor der Tür. Er möchte bei uns ein Anwesen kaufen und zeigt dabei Ausdauer”, erzählt der Rumpshagener. Die leer stehenden Häuser, die der Gast in der Gemeinde entdeckt hatte, seien alle nicht zu haben. Mitunter sei es um die Eigentumsverhältnisse ziemlich kompliziert bestellt.
Auch Einheimische äußern den Wunsch, sich im Bereich Ankershagen ein neues Zuhause zu schaffen. Es fehle aber an Bauland. Darum stößt dem Bürgermeister ein Thema besonders sauer auf. Denn seit mehr als 20 Jahren verschandeln Ruinen im Ortsteil Friedrichsfelde das Dorfbild. Ein Investor aus den alten Bundesländern hatte hier eine Wohnsiedlung geplant und bereits mit dem Bau begonnen. Leider verunglückte der Unternehmer aus Nordrhein-Westfalen und damit begann die Odyssee für den Standort. Denn wie zu erfahren war, gab es zu diesem Objekt wohl keine Einigung innerhalb der Erbengemeinschaft.
Die ehemalige Baustelle ist mit einem Zaun gesichert. Diese Maßnahme hatte noch der damalige Landkreis Müritz vorgenommen. Aber wie viele angefangene Wohnhäuser stehen dort eigentlich? Gemeindearbeiter Marco Wieczorek zückt sein Handy und hält die Antwort prompt bereit. „Es sind sieben Bauten, zwei davon wurden mal gerade bis zur ersten Etage hochgezogen”, sagt der Friedrichsfelder, der das Geschehen jahrelang mit beobachten konnte. Dazu zählen auch die Leute, die im Wohnblock in der MTS-Siedlung wohnen. Sie haben die Ruinen täglich vor Augen. Einige davon waren schon mit einem Dachstuhl eingedeckt, dessen Holz aber immer mehr verrottet. Gehen weitere Jahre ins Land, dann verdecken die großen Bäume und Sträucher sicher irgendwann diesen Schandfleck im Dorf, der gegenüber des neuen Feuerwehrgerätehauses zu finden ist.
„Inzwischen ist das Land Nordrhein-Westfalen Eigentümer dieses bebauten Areals. Ich stehe in Kontakt mit einem Vertreter der Behörde. Aber da ist kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen”, kommt Thomas Will schon etwas resigniert auf die seit Jahren bestehende Misere zu sprechen. Die Gemeinde hätte schon konkrete Vorstellungen, wie dieser Bereich in der Perspektive genutzt werden könnte. Nach dem Abriss der alten Bauten könnten Flächen für Eigenheimbesitzer entstehen.
Schon Martin Brummund, der 13 Jahre Bürgermeister von Ankershagen war und Ehrenbürger der Gemeinde ist, kämpfte gegen diesen Missstand an und hatte sich dazu viele Verbündete gesucht. Bei seiner Verabschiedung aus dem Ehrenamt im Jahre 2007 merkte er an: „Was ich nicht gepackt habe, ist der Abriss der seit zehn Jahren stehenden Bauruinen in Friedrichsfelde. Sie dürften keinesfalls zum Wahrzeichen der Gemeinde werden.” Doch leider sind sie das längst geworden.
Penzlins Verwaltungsleiter Sven Flechner weist darauf hin, dass aufgrund der Eigentumsverhältnisse und der belasteten Grundbücher kaum Handeln in dieser Sache möglich sei. Das Land Nordrhein-Westfalen sehe sich nicht in der Pflicht, hier in irgendeiner Weise zu reagieren. Ankershagen hätte zudem nicht die Mittel, um das Areal zu kaufen und den notwendigen Abriss der Bauten vorzunehmen.

Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

08.08.2017 
Quelle: Nordkurier 

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