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27.05.2017

Sagenhafte Pferdewelten

Schritt, Trab, Galopp – dafür ist das Trojanische Pferd vor dem Schliemann-Museum in Ankershagen nicht geeignet. Hat der hölzerne Riese doch seinen festen Stand. In der neuen Sonderausstellung erfährt der Besucher aber, welche Sagen sich um das Tier ranken.

Ankershagen. Nein, auf dem Flur steht kein Pferd. Dafür findet sich ein sechs Meter großes Exemplar vor dem Haus im Pfarrgarten. Und im Museumsshop gibt es sogar ein so kleines hölzernes Teil davon zu kaufen, dass es in eine Hand passt. Dabei handelt es sich nicht um Nachbildungen eines Ackergauls oder eines Rennpferdes. Zu Ankershagen und Schliemann passt eben nur das Trojanische Pferd, das als Mythos aus der Antike bekannt ist.
Die Sonderausstellung, die zum Internationalen Museumstag eröffnet wurde, widmet sich der unendlichen Geschichte vom Trojanischen Pferd und hat dazu einige Schwerpunkte zu bieten. Eingeordnet ist die Schau in eine Trilogie. Denn in Kooperation mit dem Zugpferdemuseum Lütau im Herzogtum Lauenburg wurde vom Kreis eine Ausstellungsreihe für das Museumsdreieck Agroneum Alt Schwerin, Heinrich-Schliemann-Museum Ankershagen und 3Königinnen-Palais Mirow zum Thema „Pferdewelten” entwickelt. Während das Agroneum seit Ende April in seiner Schau das Pferd als Nutztier aus landwirtschaftlicher Sicht betrachtet, bot sich in Ankershagen das von den Griechen für eine Kriegslist genutzte Bauwerk an.
„Wir haben selbst gestaunt, was sich zu diesem Thema alles sagen lässt und fanden in unserem Archiv reichlich Material”, sagt Museumsmitarbeiterin Undine Haase. So sei es schon bemerkenswert, dass sich weltweit 17 solcher Trojanischen Pferde als große Anschauungsobjekte finden. So zum Beispiel in Nordamerika, Taiwan, in Prag, den Niederlanden und in der Türkei.
Auch Künstler beschäftigten sich mit diesem Mythos. So stellte das Winckelmann-Museum in Stendal einen Kupferstich aus dem Jahre 1545 von Giulio Antonio Bonasone als Leihgabe zur Verfügung, der die Einnahme Trojas durch die Angreifer zeigt. Ausgestellt sind zudem Karikaturen, die das historische Bauwerk humorvoll betrachten. Die ironisch-satirische Aufarbeitung stammt von Autor und Illustrator Peter Dunsch aus Oschersleben. Wie Kinderbücher und Comics heute auf diese sagenumwobene Geschichte aufmerksam machen, auch das erfährt der Besucher der neuen Sonderausstellung, die bis zum 17. September im Schliemann-Museum zu sehen ist.
Wie das Museum zu seinem stattlichen Holzpferd auf dem Außengelände kam, auch das ist auf den Bildtafeln nachzulesen. Nachdem Wilfried Bölke, damaliger Museumsleiter, sich 1994 die Nachbildung eines Trojanischen Pferdes aus der Prähistorischen Sammlung München für fünf Monate als Leihgabe ausborgte, wuchs der Wunsch nach einem eigenen Spiel- und Ausstellungsstück. Der Warener Bildhauer Walther Preik lieferte den Entwurf. Ein erstes Modell entstand im ÜAZ Waren und das große Exemplar wurde dann von Mitarbeitern des Regionalwerks östlicher Tollensee in Groß Nemerow gebaut. 1996 war die Einweihung anlässlich der 3. Museumstage.
Inzwischen wurde der 20. Geburtstag des Trojanischen Pferdes in Ankershagen begangen, das nicht nur die kleinen Besucher begeistert. Enttäuschte Gesichter gibt es mitunter bei den Besuchern. Und zwar dann, wenn Museumsleiter Reinhard Witte ihnen gesteht, dass es das Trojanische Pferd nie gegeben habe. Es sei eben nur eine Sagengestalt.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

27.05.2017 
Quelle: Nordkurier 

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