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20.01.2017

Sarah H.: Wie schuldfähig ist der Ex-Lebensgefährte?

Der spektakuläre Tod der 32-jährigen Sarah H. wird am kommenden Mittwoch verhandelt. Der Prozess stößt medial bundesweit auf große Resonanz – „aber auch das halbe Dorf Alt Rehse hat sich zur Verhandlung angesagt“, wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag sagte.

Alt Rehse. Knapp sechs Monate nach dem Leichenfund in Alt Rehse wird sich der 51-jährige tatverdächtige Ex-Lebensgefährte der Getöteten vor dem Landgericht Neubrandenburg verantworten müssen. Nach Auskunft des Gerichtes sind nur polizeiliche Zeugen sowie eine forensische Psychiaterin und ein Gerichtsmediziner als Sachverständige geladen. Eine Fortsetzung des Prozesses ist für den 8. Februar terminiert.
„Im Gerichtssaal stehen 100 Plätze zur Verfügung, rechtzeitiges Kommen ist angeraten“, teilte Carl Christian Deutsch, Pressesprecher des Gerichts, mit. Dass das Interesse an der Verhandlung auch im Dorf Alt Rehse enorm ist, ist verständlich. „Der aufsehenerregende Fall“ (Carl Christian Deutsch) hat in dem kleinen Ort nahe der Kreisstadt Neubrandenburg eine längere Vorgeschichte. Der 51-jährige Angeklagte hatte die Dorfbevölkerung in den vergangenen Jahren des öfteren mit Ruhestörungen und Verbalinjurieren belästigt.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Tatverdächtigen Freiheitsberaubung und Körperverletzung mit Todesfolge vor. Die Ermittlungen und Verhöre der vergangenen Monate hatten grausame Details ans Licht gebracht. Der Mann soll seine 32-jährige damalige Lebensgefährtin im Sommer des vergangenen Jahres in seinem Haus in Alt Rehse gefesselt und mit einer Peitsche so erheblich misshandelt haben, dass das Opfer an den Folgen gestorben war. Der Tatverdächtige soll den Tod der Frau allerdings nicht beabsichtigt haben.
Polizisten hatten die stark verweste Leiche der 32-Jährigen am 9. August im Haus des Tatverdächtigen gefunden – nachdem sich Nachbarn zum wiederholten Mal wegen Lärmbelästigung beklagt hatten. Der Leichenfund hatte bundesweit öffentliches Interesse ausgelöst – nicht zuletzt, weil Sarah H. seit ihrem Auftritt in der TV-Kuppelshow „Schwer verliebt“ in die Schlagzeilen geraten war. Vor sechs Jahren hatte sie dort nach ihrer großen Liebe gesucht.
Dem Angeklagten, der seit seiner Festnahme unmittelbar nach dem Leichenfund in Untersuchungshaft sitzt beziehungsweise in einer psychiatrischen Klinik behandelt wurde, droht eine Freiheitsstrafe bis maximal 15 Jahren. Da sich der Tatverdächtige im August bei seiner Verhaftung gewehrt hatte, wird ihm zusätzlich Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung vorgeworfen. „Im Prozess wird es auch um die Schuldfähigkeit des Angeschuldigten und gegebenenfalls das Ausmaß der Schuldbeeinträchtigung gehen“, kündigte Gerichtssprecher Deutsch an.

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20.01.2017 
Quelle: Nordkurier 

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