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28.10.2016

Sarah H. lag über Wochen tot im „Horrorhaus”

Langsam, ganz langsam setzen Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei die noch fehlenden Puzzleteile rund um den Tod von Sarah H. zusammen. Nach aufwändigen rechtsmedizinischen Untersuchungen kann der Todeszeitpunkt der 32-Jährigen jetzt zumindest eingegrenzt werden.

Alt Rehse. „Wir gehen davon aus, dass Sarah H. zwei bis vier Wochen, bevor ihre Leiche in Alt Rehse gefunden worden war, zu Tode gekommen ist“, sagte am Donnerstagmittag eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg. Die genaue Todesursache könne allerdings noch nicht benannt werden. Die Ermittlungen würden noch andauern, hieß es von der Staatsanwaltschaft.
Sarah H. war am 9. August im Wohnhaus Rethra tot aufgefunden worden. Der spektakuläre Leichenfund hatte bundesweit öffentliches Interesse ausgelöst. Nicht zuletzt, weil Sarah H. nach ihrem Auftritt in der SAT-1-Kuppelshow „Schwer verliebt“ in die Schlagzeilen geraten war. Vor fünf Jahren hatte sie dort nach ihrer großen Liebe gesucht — und war so nach Alt Rehse ins Haus Rethra gekommen. Später hatte Sarah H. im Internet erzählt, dass sie gar nicht gewusst habe, was für eine Show das sei, in der sie naiv über ihren Traumprinzen geplaudert habe.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit dem Leichenfund gegen den Lebensgefährten von Sarah H. wegen des Verdachts auf Körperverletzung mit Todesfolge. Wegen seines auffälligen Verhaltens und teils wirrer Internetbeiträge war der 51-Jährige unmittelbar nach seiner Festnahme im August einem Psychiater vorgestellt worden. Derzeit sitzt der Tatverdächtige immer noch in Untersuchungshaft – die komplexen Vernehmungen seien nach Auskunft der Staatsanwaltschaft noch nicht abgeschlossen.
Der Tatverdächtige stammt aus dem Raum Stuttgart und war 2007 nach Alt Rehse gekommen. Er habe sich bei dem alternativen Wohnprojekt Tollense-Lebenspark niederlassen wollen, sei aber von den aus Bayern stammenden Betreibern abgelehnt worden, berichteten Anwohner. Daraufhin hatte der Computerfachmann den Gasthof „Rethra“ von der Gemeinde gekauft. Doch der ging nach drei Jahren pleite, ist nun seit sechs Jahren geschlossen. In der Zwischenzeit war auch das Wohnprojekt gescheitert. Und ebenso die Pläne des als Sonderling, als „Reichsbürger, der den deutschen Staat nicht anerkennt, geltenden Zugezogenen. Auf Facebook hatte er immer wieder von Dämonen und Mystischem, aber auch über sein Auf und Ab in der „Liebe zu Sarah“ geschrieben.
„Er hat sich immer mehr zurück gezogen. Man konnte ja nicht in seinen Kopf gucken, aber als die neue Frau dann bei ihm war, wurde es auch nicht besser“, sagten Menschen im Dorf über ihren Mitbewohner.
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28.10.2016 
Quelle: Nordkurier 

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