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24.10.2015

Schüler überwinden Flüchtlingsgrenzen

Asyl ist ein Menschenrecht. Dieser Gedanke zieht sich durch eine Ausstellung, die Schüler und Lehrer der Regionalen Schule Möllenhagen gestaltet haben. Am Freitag ließen sich Asylbewerber aus Penzlin die Exponate erklären.

Möllenhagen. Kleine Papierboote auf dem Wasser trotzen selten großen Wellen. Haben sie dann noch schwere Fracht an Bord, sind sie zum Untergang verurteilt. Ähnlich verhält es sich mit den Booten, mit denen Flüchtlinge übers Mittelmeer kommen. Über 2000 Menschen haben die Überfahrt nach Europa nicht überlebt. Auch daran erinnern die vielen kleinen weißen Papierboote, die Schüler der 4. Klasse in Möllenhagen für eine Ausstellung gebastelt haben. Seit Anfang der Woche widmet sich diese Exposition in der Aula der Regionalen Schule Heinrich Schliemann dem Flüchtlingsthema und gibt mit den Exponaten Antworten auf viele Fragen. Das Asylrecht gehört ebenso dazu wie der sechs Quadratmeter große Wohnraumanspruch für einen Flüchtling.
„Es ist uns besonders wichtig, Vorurteile zu entkräften und Wissen zu schaffen. Und wir wollen für den Zeitpunkt vorsorgen, wenn die für Möllenhagen angekündigten Asylbewerber ins Dorf kommen“, sagt Karoline Gramß, die gemeinsam mit ihrem Mann Toni das Konzept für die Ausstellung entwickelt hat. Das Lehrerehepaar stammt aus Potsdam und unterrichtet das erste Jahr in Möllenhagen. Alle Klassen beteiligten sich an der Erarbeitung dieser Schau. Karoline Gramß ist optimistisch, dass Schüler neue Impulse für ihr Denkverhalten und Handeln in puncto Flüchtlinge bekamen.
„Schon bei der Eröffnung dieser ansprechenden Ausstellung war mir klar, dass sie auf Wanderschaft gehen sollte“, sagte Dagmar Kaselitz aus Penzlin, die am Freitag neun afrikanische Asylbewerber in die Schule nach Möllenhagen mitgebracht hatte. Toni Gramß führte sie durch die Ausstellung und erläuterte die Tafeln in englischer Sprache. Seit fünf Monaten leben die Flüchtlinge aus Ghana und Mauretanien in Penzlin. Wie sie im Gespräch sagten, wurde bisher keiner von ihnen zu einem Gespräch in die Ausländerbehörde eingeladen. Jeder Fall werde einzeln behandelt. „Viele würden gern ein Praktikum in einem Unternehmen absolvieren. Doch dafür ergaben sich bisher keine Möglichkeiten. Aber wir bleiben dran“, sagt SPD-Landtagsabgeordnete Dagmar Kaselitz, die in ihrem Wahlkreisbüro eine Koordinierungsstelle eingerichtet hat und sich mit vielen Penzlinern um die Integration der neuen Nachbarn kümmert.
Voller Stolz zeigte Karoline Gramß die Vielzahl von Sachspenden, die im Rahmen der Ausstellung in der Möllenhagener Schule von Bürgern abgegeben wurden. „Mit all diesen Dingen wollen wir Wohnungen ausstatten, die hier in Möllenhagen für Flüchtlinge vorbereitet werden. Im Gespräch sind wir aber auch mit dem DRK Demmin, das für die Flüchtlingsunterkunft in Basepohl Unterstützung sucht“, sagt die Lehrerin und verweist auf den 4. November. Dann soll es eine Abschlussveranstaltung zur Ausstellung geben.

Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

24.10.2015 
Quelle: Nordkurier 

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