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17.11.2017

Schnäppchen-Jagd in Lehsten: Büdnerei wechselt nach 25 Jahren den Besitzer

Die neuen Betreiber der Büdnerei Lehsten wollen auf die hauseigene Galerie verzichten. Zeit also für Schatzjäger, beim Räumungsverkauf am Wochenende begehrte Objekte zu ergattern. Allerdings, umsonst gibt‘s nichts.

Lehsten. Nach 25 Jahren kehrt das Ehepaar Schmalisch Lehsten den Rücken – aus gesundheitlichen Gründen geben Brunhilde und Hans ihre Büdnerei in neue Hände. „Man kann schon sagen, dass die Büdnerei mit der Zeit eine Institution geworden ist. Dass es jetzt für uns zu Ende geht, ist natürlich schade, aber manchmal brauchen Projekt auch neue Impulse”, sagt Brunhilde Schmalisch. Die neuen Besitzer – zwei junge Paare aus Hannover – werden der Büdnerei ab dem 1. Januar 2018 neues Leben einhauchen. Schon jetzt steht fest: Die Betreiber werden die hauseigene Galerie nicht übernehmen.
Deshalb veranstaltet Schmalisch an diesem Wochenende einen Räumungsverkauf. Verschiedenste Antiquitäten – von Christbaumkugeln über Gläser bis hin zu Möbelstücken aus der Gründerzeit – warten am Samstag und Sonntag von jeweils 11 bis 16 Uhr auf einen Abnehmer. Fast alle Stücke sind stark reduziert – auf mindestens 20 Prozent können sich Schatzjäger freuen. Los geht es bei drei Euro. Doch es kann auch deutlich tiefer in die Tasche gegriffen werden. „Der Gewürzschrank ist im Moment bei 1200 Euro angesetzt.” Der Preis sei gerecht, das Möbel sei mehr als 100 Jahre alt, heißt es. Und Interessenten gebe es bereits.
„Ich bin glücklich, wenn die Leute meine Stücke kaufen und sich darüber freuen – aber ich werde auch nichts verscherbeln”, stellt Schmalisch klar. Dafür sei es schlichtweg zu schade. Einige Werke könne sie dann doch eher in der Familie an den Mann bringen. „Bei sechs Kindern würde sich sicherlich ein Abnehmer finden,” sagt Schmalisch.
Vor vier Jahren zog es die 71-Jährige und ihren Mann aus dem kleinen Dörfchen bei Möllenhagen nach Schleswig-Holstein. Seitdem ist die Frau der alleinige Chef – und pendelt, wie auch an diesem Wochenende, zwischen beiden Orten hin und her.
  
Aus dem Hobby wurde einst eine Leidenschaft
Doch nun ist die Zeit gekommen, an dem es auch für Brunhilde Schmalisch nicht mehr weitergeht. „Ich muss jetzt auf meine Gesundheit achten und mir eingestehen, dass mir alles nicht mehr so leicht fällt wie früher – und die Arbeit wird auch nicht weniger.” Und die Gesundheit war schließlich der ausschlaggebende Punkt, warum das Paar in die Nähe der Familie gezogen ist. „Meinem Mann ging es nicht mehr so gut”, sagt Schmalisch. Mehr möchte sie nicht erzählen.
Lieber schwelgt Schmalisch in Erinnerungen. Sie denkt an die Anfangszeit 1992 zurück. „Damals hätten wir niemals gedacht, dass unser Anwesen mal so groß wird.” Der Gebäudekomplex umfasst mittlerweile unter anderem eine Herberge, ein Café und einen Konzertraum. „Wir wollten uns hier nur eine kleine Ferienwohnung zurecht machen”, sagt Schmalisch und lacht. Aus der kleinen Ferienwohnung wurde ein 25 000 Quadratmeter großes Anwesen und aus dem Hobby eine Leidenschaft. „Wir waren schon etwas vernarrt darin, alte Gebäude zu sanieren. Schon fast süchtig danach.” Die Passion musste auch teuer bezahlt werden: „Günstig war das nicht, das ist klar. Wir haben vor allem zu Beginn jeden Cent beziehungsweise Pfennig zweimal umgedreht. Dann kamen natürlich Einnahmen aus dem Betrieb dazu.”
Auf reichlich Betrieb hofft Schmalisch auch an diesem Wochenende, denn sie möchte so wenig wie möglich mit in die neue Heimat nehmen – und mit dem Kapitel Büdnerei abschließen, so wie es ihr Mann vor Jahren getan hat. „Es ist nicht leicht sich von den ganzen Schätzen zu trennen”, sagt Schmalisch, „aber es muss sein”. Anschließend wird Schmalisch mit dem Auto wieder in den hohen Norden der Bundesrepublik fahren. Unterwegs – ist sie sich sicher – wird sie die ein oder andere Träne verdrücken, wie auf allen anderen Fahrten zuvor auch.

17.11.2017 
Quelle: Nordkurier 

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