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15.02.2017

Schniefnase? Schnee von gestern für Waldkinder

Einzigartig ist das Slawendorf Passentin im Müritzkreis. Aber auch der Waldkindergarten auf diesem Gelände ist etwas ganz besonderes. Gespielt wird vorwiegend an der frischen Luft, selbst im Winter. Dass den Lütten das gut bekommt, zeigt vor allem eine Sache.

Passentin. Einen Weitguck- und Baumelplatz oder einen Kletterwald haben wohl nur die Lütten vom Natur- und Waldkindergarten in Passentin. Nicht nur zum Entdeckertag sind sie unterwegs, um die Umgebung zu erkunden, Spuren von Tieren im Schnee zu lesen oder Verborgenes unter Blättern zu erspähen. „Der Aufenthalt in der Natur gehört ganz selbstverständlich zum Tagesablauf im Kindergarten. Ist es wieder wärmer, dann wird auch wieder draußen gegessen”, sagt Anna Fink, die Vorstandsvorsitzende vom wild wurzeln e. V. ist.
Dieser Neubrandenburger Verein ist Träger des Natur- und Waldkindergartens, der mit den Betreibern des Slawendorfes in Passentin eine Kooperation eingegangen ist. Nur so wurde es möglich, die Kita auf dem Areal des historischen Freilichtmuseums unterzubringen. Die Naturbildung ist ein Schwerpunkt in der pädagogischen Arbeit, an der die Mädchen und Jungen viel Spaß haben. Die Einrichtung geht ihrem zweiten Jahr entgegen. „In ganz Mecklenburg-Vorpommern gibt es nur vier solcher Waldkindergärten, im Bereich der Mecklenburgischen Seenplatte sind wir derzeit die einzigen Betreiber”, weiß die Vereinsvorsitzende.
Acht Kinder aus Neubrandenburg, Passentin und Wolkow besuchen gegenwärtig das Haus auf dem Gelände des Slawendorfes. Aufnehmen könnten die Erzieher Michael Fink und Katrin Gädecke sogar 20 Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren. „Unser Start auf dem Weg zur Betriebserlaubnis war etwas holprig. Neue haben es zumeist immer etwas schwerer. Nun müssen wir uns weiter bekannt machen”, sagt Anna Fink. Gesucht werden auch noch Alternativen, um die Öffnungszeiten erweitern zu können. Denn gegenwärtig hat der Waldkindergarten nur von 7.30 bis 13.30 Uhr geöffnet. Das liegt auch an den begrenzten räumlichen Möglichkeiten.
„Ich bin vom pädagogischen Angebot der Einrichtung überzeugt und merke immer wieder, dass sich mein vierjähriger Nils wohl fühlt”, sagt Norma Brandt aus Neubrandenburg, die sich mit Töchterchen Ida in der Elternzeit befindet. Hat diese das dritte Lebensjahr erreicht, soll auch sie zu den künftigen kleinen Entdeckern in Passentin gehören. „Da ich die Erzieher vom gemeinsamen Studium an der Neubrandenburger Hochschule kenne, habe ich großes Vertrauen in die Macher hier”, fügt die Mutter hinzu.
Während andere Kindergartenkinder sich für einen Museumsbesuch erst auf den Weg machen müssen, können die Passentiner täglich einen Ausflug in das Slawendorf wagen und auch mal in eine der urigen reetgedeckten Hütten reinschauen. Ein großer alter Baum mit hängenden Zweigen lädt zum Schaukeln und Klettern ein. Und da sind noch die Schafe vom Verein „Geschichte leben”, die zu diesem besonderen Landstrich einfach dazu gehören. Geht es um die Wolle der Tiere und deren Verarbeitung dann holt sich Kindheitspädagoge Michael Fink auch schon mal einen Schäfer aufs Gelände, der den Lütten genau Auskunft geben kann. Einen guten Kontakt gibt es zudem zum Förster Thorsten Loop aus dem Neuendorfer Revier.
Natürlich hatten die Schlitten bei Eis und Schnee in den vergangenen Tagen größte Anziehungskraft. „Aber auch große Tücher lösen immer Begeisterungsstürme aus. Kann man sich damit doch so schön verkleiden und in fantasievolle Rollen begeben”, sagt Anna Fink. Und so werden diese Tücher immer auch auf dem Bollerwagen mit verstaut, wenn sich die kleine Truppe auf den Weg beispielsweise zum Weitguckplatz macht. Der befindet sich am Ortseingang von Passentin, von wo aus sich eine besondere Aussicht auf Wiesen und das angrenzende Mallin erschließt.
Wechselsachen sind für die Kinder immer reichlich mitzubringen. Denn wer sich selbst im Winter viel an der frischen Luft aufhält, der muss sich wie eine Zwiebel eine Lage nach der anderen überziehen. Schließlich soll keiner frieren. Dass den Kindern das gut bekommt, zeigt sich am geringen Krankenstand. Und die Eltern staunen nicht schlecht, wie ihre Lütten sich so ganz ohne elektronische Spielgeräte auch ganz vortrefflich mit Steinen und Stöcken beschäftigen können.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

15.02.2017 
Quelle: Nordkurier 

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