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01.02.2017

Schweizer will Penzliner Paar helfen

Der Fall des Penzliner Paares, das vom Jobcenter unter Druck gesetzt wurde, sein Grundstück zu verkaufen, hat viele Leser sehr bewegt. Jetzt hat das Paar ein Hilfsangebot aus der Schweiz erhalten.

Penzlin. Das Penzliner Ehepaar, das vom Jobcenter in Waren gezwungen wurde, kurzfristig sein Grundstück zum Verkauf anzubieten, um weiter Bezüge zu bekommen, hat nun überraschend ein Hilfsangebot aus der Schweiz erhalten.
Rainer Prüher aus dem schweizerischen Hinwil (Kanton Zürich), dessen Frau ursprünglich aus der Müritzregion stammt, hat im Nordkurier von dem Fall gelesen. „Die Berichterstattung über die Gangart und Verfahrensart der Regionalen Arbeitsvermittlung hat mich sehr betroffen und nachdenklich gemacht“, schreibt Prüher an den Nordkurier. Der Fall des Paares hatte großes Aufsehen erregt. Viele Leser waren empört über die Vorgehensweise des Jobcenters. Rainer Prüher ging es nicht anders.
In Waren ist der Mann kein Unbekannter: Der Schweizer hatte sich bemüht, den Bahnhof von der Stadt zu kaufen und einer sinnvollen Nutzung zuzuführen. Er wollte ein Gasthaus einrichten und ein modernes Bahnhofsgebäude initiieren, „das den Warenern Jobs bringen soll“, sagte Prüher im Jahr 2015 gegenüber dem Nordkurier. Sein Kaufangebot wurde seinerzeit von der Stadt Waren abgeschmettert. Aber: Die Mittel, die für das ausgeschlagene Kaufangebot nicht abgerufen wurden, seien immer noch frei, so Prüher. Aus Verbundenheit mit der Müritzregion bietet er jetzt dem Penzliner Ehepaar seine Hilfe an.
Die kann aus seiner Sicht ganz unterschiedlich aussehen: So kann sich Prüher zum Beispiel die Vermittlung eines Jobs in der Schweiz vorstellen, aber auch einen finanziellen Einsatz für den Erhalt des Grundstückes oder die Bezahlung eines juristischen Beistands. Das Jobcenter, so sieht es der Schweizer, müsse doch den Betroffenen, den „Kunden“ wie es in der Sprache des Jobcenters heißt, helfen und sie nicht unter Druck setzen. Prüher möchte dem Paar helfen, seine Würde zu bewahren. „Hoffentlich wird schnell wieder alles gut“, so der Schweizer in seinem Schreiben.
Die Tochter des Paares hatte sich Anfang des Jahres verzweifelt an den Nordkurier gewandt, nachdem ihren Eltern im Dezember kurzfristig das Ende der Hartz-IV-Bezüge angedroht wurde. In den drei zurückliegenden Jahren, in denen das Paar Arbeitslosengeld II bekam, wurden das Haus und das Grundstück nicht als Grundlage zur Berechnung der Bezüge heran gezogen. Dann, kurz vor Weihnachten 2016, aber doch. Zum 1. Januar 2017 wurde ihnen mit dem Aussetzen der Bezüge gedroht, sollte sich das Paar nicht um den Verkauf des Grundstückes kümmern.
Der Schock für die Penzliner war groß und auch die Angst, letztendlich ohne Geld dazustehen. Deshalb hatte das Paar einen Darlehensvertrag mit dem Jobcenter unterschrieben und war damit die Verpflichtung eingegangen, sich um den Verkauf des Grundstückes zu bemühen, um so das derzeit laufende Darlehen des Jobcenters zurück zahlen zu können.
Das Ehepaar hat über den Nordkurier von dem Angebot des Schweizers Rainer Prüher erfahren. Eine Stellungnahme von ihnen gibt es dazu nicht. Die Berichterstattung habe viel Wirbel gemacht, auch Anfeindungen seien darunter gewesen, erklärte die Tochter gegenüber dem Nordkurier. „Meine Eltern wollen jetzt zur Ruhe kommen“, so die Tochter.

Kontakt zur Autorin
p.konermann@nordkurier.de

01.02.2017 
Quelle: Nordkurier 

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