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12.09.2018

Sein Wunsch: Ein neuer Blick auf Schliemann

Die Schliemann-Gesellschaft mit Sitz in Ankershagen hat einen neuen Vorsitzenden. Und der hat vor allem ein wichtiges Datum im Blick: Den 200. Geburtstag des Troja-Entdeckers.

Ankershagen. Heinrich Schliemann und seine bahnbrechenden Entdeckungen bleiben das Lebensthema von Dr. Reinhard Witte. Als Leiter des Heinrich-Schliemann-Museums Ankershagen ist Witte 2017 nach 14 Jahren in den Ruhestand getreten. Jetzt ist er neuer Vorsitzender der Heinrich-Schliemann-Gesellschaft (HSG) mit Sitz in Ankershagen. Gerade erst haben die Mitglieder getagt und ihn als einzigen Kandidaten ins Amt gewählt. Rainer Hilse, der den Vorsitz 19 Jahre lang inne hatte, war zur Wahl nicht mehr angetreten. Ihm hatten die HSG-Mitglieder bei seinem Abschied als Vorsitzender großen Dank gezollt.
Das Amt des HSG-Vorsitzenden ist für Witte nun zwar neu, aber nicht gänzlich fremd. Seit 2003 bereits war er Mitglied im Vorstand der HSG. Die, so Witte gegenüber dem Nordkurier, hat sich nun zusätzliche Aufgaben gegeben. Die wichtigste ist und bleibe die Unterstützung des Museums.
Die neue Aufgabe ist die Förderung der wissenschaftlichen Forschung zu Heinrich Schliemann. Diesen Teil hatte Witte als Museumsleiter selbst geleistet. Als jedoch der Kreistag bei der Regelung seiner Nachfolge auf eine bundesweite Ausschreibung verzichtete, blieb das Feld der Schliemann-Forschung im Ankershagener Museum, das durch Witte und zuvor durch Dr. Wilfried Bölke bearbeitet worden war, unbesetzt. Ein Thema, das Reinhard Witte bis heute schmerzt. Deshalb ist es ihm als nun neuen Vorsitzenden der Heinrich-Schliemann-Gesellschaft wichtig, die Forschung mehr in den Fokus der Gesellschaft zu rücken.
Zu tun, sagt Witte, gibt es genug. Denn am 6. Januar 2022 steht der 200. Geburtstag des Troja-Entdeckers an – ein Jubiläum, auf das sich die Schliemann-Gesellschaft bereits jetzt vorbereitet und das sie auch mit internationalem Anspruch gestalten will.
„Wir müssen uns sichtbar machen, auch weltweit. Da gilt es, sich mit in- und ausländischen Institutionen abzustimmen“, legt Witte den Kurs bis 2022 fest. Der Experte wünscht sich vor allem einen Wandel in der landläufigen Wahrnehmung Schliemanns, der, so Witte, „ein bedeutender Entdecker und Wissenschaftler war, aber auch ein Mensch mit Tiefen und trotzdem vielen Höhen.“ Vielen Menschen seien nicht die Verdienste Schliemanns im Gedächtnis geblieben, sondern seine Verfehlungen.
Witte spielt damit auf den Umstand an, dass Schliemann den Schatz des Priamos nach seiner Entdeckung aus dem Gebiet der Türkei illegal nach Deutschland geschmuggelt hatte. Dafür aber, so Witte, wurde Schliemann in einem Prozess bestraft, und „er hatte freiwillig das Fünffache der Strafe bezahlt“, so Witte.

Ein Mann mit Schwächen, aber auch mit Verdiensten
Schliemanns Verdienste für die Altertumsforschung seien groß. Das gelte es in den Vordergrund zu stellen. Übrigens nicht nur bei Kindern und Jugendlichen im Geschichtsunterricht, fordert Witte, sondern auch bei Erwachsenen.
Drei Mal habe er beispielsweise den damaligen MV-Ministerpräsidenten Erwin Sellering (SPD) zu einem Besuch ins Museum eingeladen, „schließlich ist Schliemann ohne Zweifel der berühmteste Mecklenburger“, sagt Witte. Geklappt hatte es mit einem Sellering-Besuch in Ankershagen aber nie. Und als er Sellering in dessen Amtszeit doch mal traf, habe der ihm gesagt, dass Schliemann doch der Mann sei, bei dem was nicht stimme.
„Das Schliemann-Bild in der Öffentlichkeit ist nicht so, wie wir uns das wünschen“, bedauert Reinhard Witte. Seine Aufgabe als neuer Vorsitzender der Heinrich-Schliemann-Gesellschaft sieht er auch darin, das öffentliche Bild Schliemanns zu schärfen – als „Mann mit Schwächen, aber ebenso mit großen Verdiensten, die überwiegen.“
Ebenfalls ein wichtiger Punkt: Das Gewinnen neuer Mitglieder. „Wir haben, wie andere auch, mit Mitgliederschwund zu tun. Wir müssen uns bekannter machen und neue, junge Mitglieder für eine Mitgliedschaft begeistern“, sagt Witte. Gelingen könne das zum Beispiel auch, indem die HSG mal in anderen Städte tage und so öffentlich präsenter werde.

12.09.2018 
Quelle: Nordkurier 

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