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24.02.2016

Seine eiserne Lady verhext bald Österreich

Schmiedefeuer und Amboss sind nur in der Werkstatt zu sehen. Aber Rabe und Co. hocken auf einem Ausguck und sagen Vorbeifahrenden an der B 192: Aus Metall lässt sich soviel mehr machen. Und darauf sind selbst die Italiener heiß.

Penzlin. Im April macht sich Uwe Böttcher von Penzlin aus auf den Weg nach Österreich. Seine Ehefrau kommt mit. Und die Hexe natürlich. Auch wenn der Schmiedemeister nicht daran denken möchte, wird er das Fabelwesen aus Metall vielleicht nicht wieder mit nach Hause bringen. Nämlich dann, wenn es einen kaufkräftigen Verehrer gibt. „Ich beteilige mich an der Internationalen Metallgestalter-Ausstellung in Bad Hall. „Fantasien in Metall“ lautet in diesem Jahr das Thema“, erzählt der 64-jährige Penzliner.
Schon seit Jahren gehört er zu den dortigen Ausstellern im Kurpark. Seine Blechfiguren sind nicht nur zum Schmunzeln, sondern auch wetterfest und darum bestens geeignet für eine Schau im Freien. Die 60 Kilo schwere Hexe wurde schon vor zwei Jahren im Penzliner Schmiedefeuer geboren. Denn die Österreicher suchten damals Märchengestalten. Da die Ausstellung aber abgesagt werden musste, nimmt Uwe Böttcher seine Figur jetzt mit auf die rund 1000 Kilometer lange Strecke. Vielleicht bringt sie ihm Glück, aber auf jeden Fall anregende Gespräche mit Fachkollegen.
Glücklich fühlt sich der Schmiedemeister wohl jeden Tag. Denn Beruf und Hobby zu verbinden, das kann nicht jeder. Bei seinem Vater, der 1953 zunächst in Mallin und später in Penzlin die Schmiede führte, erlernte er das Handwerk von der Pike auf. Und Sohn Raik führte die Familientradition weiter, ist jetzt aber in Osnabrück als Metallbauer tätig. Viele junge Leute – Azubis und Praktikanten – sammelten Praxiserfahrungen unter Anleitung des Handwerksmeisters. Aber auch Fremde schauen gern mal rein bei Uwe Böttcher in die Werkstatt. Direkt an der B 192 in Penzlin gelegen, ist die Schmiede für Vorbeifahrende auch nicht zu übersehen.
Davon profitiert das Unternehmen durchaus, sagt Uwe Böttcher. Waren es früher vor allem Aufträge aus der Landwirtschaft, so hat sich der Aufgabenbereich für den Schmied sichtlich verändert. Selbst der Hufbeschlag der Pferde ist inzwischen zur Seltenheit geworden. Vorwiegend seien es Aufträge von Privatleuten, mit denen der Handwerker sein täglich Brot verdient. So ist er mit einem schmiedeeisernen Tor beschäftigt, das irgendwann sogar auf einem Grundstück in Italien eingebaut wird.
Damit bleibt dem Penzliner mehr Zeit für seine Kunst, die neben Österreich auch in der Schweiz, in Andalusien oder den Skandinavischen Ländern zu finden ist. Der schwarze Rabe ist längst ein Markenzeichen von Uwe Böttcher geworden, den er einst für den Vorplatz des Gutshauses in Krukow entwarf. Inzwischen gibt es viele Ableger davon in unterschiedlichen Größen. Mit Brille und ohne. Und der schwarze Vogel schaffte es auch schon mal auf die Titelseite des Katalogs vom internationalen Kunstschmiedetreffen. Ob Vogel, Frosch, Schmetterling oder Fledermaus – alle diese Kunstschmiedearbeiten sind absolute Unikate. „Ich arbeite meist nicht nach vorgefertigten Skizzen. Das Produkt entsteht nach meinen Vorstellungen Stück für Stück unter meinen Händen“, sagt der Penzliner, der sich als „Herr der Elemente“ sieht. Das sei gar nicht so weit hergeholt. So ist der Schmied auf das Feuer angewiesen, das ohne Luft nicht brennt. Das Wasser wird zum Aushärten des glühenden Metalls gebraucht und in der Erde liegt das Erz, als Grundstoff für Metall. Mit seinem Schmiedehandwerk unterstützt Uwe Böttcher auch die Burg in Penzlin, arbeitete beispielsweise Foltergeräte für den Hexenkeller und Masken nach. Auch Leuchter für die Kirche stammen aus der Schmiede an der B 192.
Denkt der Meister ans Aufhören, wenn das Rentenalter erreicht ist? „Nö“, lautet daraufhin die klare Antwort.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

24.02.2016 
Quelle: Nordkurier 

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