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23.06.2015

Seit 135 Jahren summt es in Penzlin

Das Penzliner Land ist reich an Vereinen. Zu den ältesten Interessengemeinschaften gehören die Imker. Der Bienenzuchtverein von Penzlin und Umgebung feiert sein 135. Jubiläum. Beim Empfang wird mit einigen Partnern auch Tacheles geredet. Braucht die kleine Honigbiene doch viel mehr Unterstützung.

Penzlin. „Englischer Rasen ist für Bienen und Insekten eine grüne Wüste“, sagt Dirk Lindemann und verweist auf die viel besseren Bedingungen für die Tiere auf seinem Grundstück in Rahnenfelde. Hier blühen Klatschmohn und Malve, es gibt Kräuter und Wiese. Aber auch die Natur rings um Salz- und Kuckssee, das Weideland in Biobewirtschaftung der Mutterkuhhaltung bei Puchow, die Rahnenfelder Räuberberge oder das nahe gelegene Wäldchen bieten den summenden Honigproduzenten ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Insofern muss er mit seinen zehn Völkern nicht auf Wanderschaft gehen. Sie leben in Holzkisten, den sogenannten Magazin-Beuten, die heute die moderne Imkerei ausmachen. „Ich habe mal mit der Jagd angefangen, mich dann aber doch für die Bienen entschieden. Das war vor fünf Jahren“, berichtet der 38-Jährige, der mit seinem Hobby den richtigen Ausgleich zu seiner Arbeit als Bauingenieur in der Warener Stadtverwaltung gefunden hat.
Seit März steht er dem Bienenzuchtverein von Penzlin und Umgebung 1880 vor und verteilt gerade die Einladungen zum 135. Jubiläum des Vereins. „Am 4. Juli wird bundesweit der Deutsche Imkertag begangen und darum haben wir unseren festlichen Empfang auch auf diesen Tag gelegt“, berichtet er. So trifft man sich um 10 Uhr im City Café in Penzlin, um zurück zu schauen, Bilanz zu ziehen und mit Partnern ins Gespräch zu kommen. Ein großes Dankeschön ist Fritz Roß aus Marihn gewiss, der 15 Jahre den Bienenzuchtverein leitete. Aber auch Ulla Block aus Lübkow gehört zu den langjährigen Mitstreitern. Ältester im Bunde ist mit 83 Jahren Roland Heidrich aus Penzlin, zu den Jüngsten gehört Marco Hecht mit 37 Jahren. Das Durchschnittsalter der Truppe von Naturfreunden beträgt 58 Jahre. Zählte der Bienenzuchtverein von Penzlin und Umgebung 1922 noch 136 Mitglieder mit 2617 Völkern, so waren es 1971 nur noch 63 Bienenfreunde mit 1119 Völkern. Heute gehören 16 Mitglieder zur Gruppe, die an die 120 Völker haben.
Nach der Wende habe sich vieles verändert, was auch um die Imkerei keinen Bogen machte. Jetzt sei man aber längst angekommen auch auf diesem Feld der Deutschen Einheit, zeigt sich der Vereinsvorsitzende überzeugt. Jeder habe gelernt, die Vermarktung seines Honigs in die eigenen Hände zu nehmen. Und so habe sich Stammkundschaft entwickelt. Wichtig sei der fachliche Austausch zum Beispiel beim Befall der Bienen durch die Varroamilbe. Die Parasiten vernichteten bei Dirk Lindemann beispielsweise 30 Prozent seines Bienenbestandes. So gibt es Kontakt zum Warener Imkerverein, der die Penzliner beispielsweise zu Fachvorträgen und Schulungen mit eintaktet.
Unverzichtbarer Partner sind für die Bienenfreunde die Landwirte in der Region. Schließlich profitieren diese von den enormen Bestäubungsleistungen der kleinen Honigbiene. Im Sinne von Nachhaltigkeit und der Ausdehnung der Bienenpopulation sei ein Trachtbestand fürs ganze Jahr wichtig, so Dirk Lindemann. Das werde beispielsweise mit Bienenweiden erreicht, die Landwirte anlegen und damit auch in den Sommermonaten für notwendigen Pollen und Nektar sorgen. Auch wenn EU-Bestimmungen im Agrarsektor diese Dinge mit unterstützen, setzen die Imker auf das direkte Gespräch. „So brauchen die Landwirte ganz einfach eine Übersicht darüber, wo in ihrem Bereich die Honigbiene fliegt“, gibt der Vereinsvorsitzende zu verstehen. So könne auf kurzem Wege eine Abstimmung darüber erfolgen, wann Pflanzenschutzmittel ausgebracht oder Grünland gemäht wird. Dann bleibt das Flugloch für Bienen eben zu. Aber auch mit Gartenvereinen und Grundstücksbesitzern müssen die Imker noch mehr ins Gespräch kommen. Und selbst bei der Anlage von öffentlichen Flächen kann zum Lebensraum von Bienen und Insekten beigetragen werden. Darum geht eine Einladung zum Festempfang des Bienenzuchtvereins Penzlin auch an die Adresse von Bürgermeistern im Amtsbereich.

Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

23.06.2015 
Quelle: Nordkurier 

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