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06.10.2016

Sie kämpfen um Personal und gegen den Kreis

In der Amtsverwaltung Penzlin kümmern sich 19 Mitarbeiter um Ordnung, Steuern und Baugeschehen. Im Vergleich zu anderen Verwaltungen eine durchaus geringe Anzahl von Mitarbeitern. Dass senkt die Personalkosten – doch in Penzlin schrillen trotzdem die Alarmglocken. Denn viele Mitarbeiter kehren der Stadt den Rücken.

Penzlin. Michaela Linnmann gehört zu den Neuen in der Stadtverwaltung Penzlin. Oder auch nicht. Schließlich kennt man die 34-Jährige von ihrer Ausbildung zur Stadtverwaltungsinspektorin. Dabei bekam sie während ihrer praktischen Zeit Einblick in alle Verwaltungsbereiche der Kommune. Nun hat sie mit Monatsbeginn eine Festanstellung, wurde zuvor von Bürgermeister Sven Flechner zur „Beamtin auf Probe“ ernannt. Zu diesem Termin hatte die junge Frau ihr Zeugnis von der Güstrower Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege M-V mitgebracht und begeisterte mit dem tollen Ergebnis nicht nur ihren Chef. Wie der Bürgermeister sagte, übernimmt Michaela Linnmann wichtige Aufgaben im Bereich des Ordnungsamtes. Zudem wird sie zur neuen Standesbeamtin von Penzlin ausgebildet. Damit hat die junge Frau aus Hungerstorf eine echte Perspektive in Penzlin, auf die sie sich auch freut.
„Aufgrund des Altersdurchschnitts unserer Mitarbeiter im Haus bemühen wir uns um die Anstellung junger Leute, die eine sehr gute Ausbildung erfahren haben“, kommt der Bürgermeister auf Herausforderungen zu sprechen. In der Kernverwaltung gibt es gegenwärtig 19 Beschäftigte. Damit steht Penzlin im Vergleich zum Musterstellenplan des Landes gut da, achtet stark auf die Ausgaben bei den Personalkosten. Andererseits wird damit an der unteren Grenze des Möglichen gefahren. Schließlich müsse die Verwaltung funktionieren, so dass die Ansprüche von Bürgern und Gemeinden abgesichert werden können. Dass sich in Penzlin seit vergangenem Jahr das Personalkarussell öfter dreht, das hat aber auch einen anderen Grund. So wechselten Mitarbeiter zu anderen Behörden, was letztlich auch eine Strukturveränderung im Haus nötig machte. Ämter wurden zusammen gelegt.
„Allein drei Verwaltungsmitarbeiter gingen zum Kreis, andere zur Stadtverwaltung Neubrandenburg oder zum Straßenbauamt Neustrelitz“, zählt Sven Flechner auf und sieht in der Kreisverwaltung „einen Nimmersatt in puncto Personal“. Denn dorthin zieht es zum Jahresanfang 2017 auch seine Standesbeamtin, deren Stelle im Ordnungswesen schnell wieder besetzt werden muss. „Dass größere Verwaltungen locken – dieses Problem trifft nur Penzlin. Ich habe mich dazu in Waren, in Röbel und Malchow kundig gemacht. Sicher hat das auch mit der zentralen Lage unserer Stadt innerhalb des Kreises zu tun und den damit günstigen Wegen zu Arbeitgebern im öffentlichen Dienst“, stellt er eine Vermutung an. Die in Penzlin gut ausgebildeten Leute kommen damit anderen Einrichtungen zugute.
„Diese Tatsache bringt mich aber nicht zum Schmollen. Denn wir müssen akzeptieren, dass eine kleine Verwaltung keine hoch dotierten Dienstposten anbieten kann. Darum suchen wir nach Möglichkeiten, gerade auch für junge gut ausgebildete Mitarbeiter ein attraktiver Arbeitgeber zu sein“, erläutert der Verwaltungschef und sieht in der Verbeamtung ein wesentliches Mittel, um die Leute zu halten. So wurde im vorigen Jahr mit Christina Jeske, heute stellvertretende Amtsleiterin, die erste Verbeamtung in den Penzliner Amtsstuben vorgenommen. Michaela Linnmann war die zweite Anwärterin. Sie wird nun im Ordnungsamt eingearbeitet, so dass sie selbstbewusst die Lücke füllen kann, wenn sich das Personalkarussell zum Jahresende wieder dreht.
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m.jacobs@nordkurier.de

06.10.2016 
Quelle: Nordkurier 

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