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21.07.2016

Sie rührt die moderne Hexerei im Kessel an

Eins, zwei, drei – Gewitter komm herbei! Noch wirkt der Zauberspruch nicht am Kupferkessel im Penzliner Burgmuseum. Denn dem Teil fehlt noch das Innenleben, ein Computer. Spiele und Animationen wurden bereits ausgearbeitet von einer Neubrandenburgerin, die schon früh ganz verzaubert war von der Alten Burg.

Penzlin. Im Spielzimmer der Alten Burg Penzlin steht er nun, der Kupferkessel. Er ist schon ziemlich alt, stammt das Teil doch noch aus der Kautabak-Produktion der Firma Priemdies, die es bis 1950 am Markt gab. Mächtig aufgemöbelt erscheint der Kessel nun wie neu. Wasser soll da nicht mehr eingefüllt werden – der Platz ist für einen Computer vorgesehen, der den Kessel in Hexenmanier zum Kochen und Brodeln bringen soll.
Mit rotem Licht kann die Befeuerung schon simuliert werden, doch das Innenleben fehlt eben noch. „Wir warten auf die Fördergelder, die uns über Leader zugesagt wurden“, sagt Museumsmitarbeiterin Irmtraud Kittner. Weniger geduldig zeigt sich da Mareike Kochansky. Denn sie möchte den Kessel schon noch plappern und räuchern sehen. Endet mit dem Juli doch auch ihre Anstellung im Burgmuseum.
„Ich bin Museumsmitarbeiterin auf Zeit mit einer konkreten Projektaufgabe“, nennt die 25-Jährige ihr Arbeitsfeld, das sich auf den digitalen Medienbereich der Einrichtung bezieht. So stellte sie den Content bereit, der für das Computerprogramm des Kessels gedacht ist. Kinder von 3 bis 10 Jahren sollen hier alsbald per Fingerdruck auf dem Bildschirm Animation und Spiele starten, die unmittelbar mit der Alten Burg verbunden sind.
„Ich habe dafür zwei Figuren entworfen, lade die Nutzer zum Hexen-Abitur und zur -Akademie ein. Auch das Penzlin-Logo, das auf dem dat-Bus der pvm auf die Burg aufmerksam macht, findet sich wieder“, sagt die Neubrandenburgerin über ihre Arbeit, die als Konzept von einer Warener Agentur bearbeitet wird. Bestellt wurde zudem ein Schaumstoffwürfel, mit dem die Kinder beim Beantworten von Fragen ebenfalls in Magie und Zauberei eintauchen können.
„Als Grundschülerin besuchte ich mit der Klasse die Burg. Der Hexenkeller machte dabei einen besonderen Eindruck auf mich. Und irgendwie ist der Kontakt zu diesem kleinen fast familiär wirkenden Museum nicht abgerissen“, erzählt die junge Frau. Während ihres Studiums in Mainz, wo sie Buch- und Erziehungswissenschaften sowie Japanisch lernte, führte sie ein Praktikum erneut nach Penzlin. Mareike Kochansky übernahm schon nach kurzer Zeit Besucherführungen, beigeisterte sich für die Bibliothek mit ihren Schätzen. Ob Walpurgisnacht oder Burgfest – sie war oft mit von der Partie. Sogar im historischen Gewand. „Nach dem Studium war ich für ein Jahr in Neuseeland und habe auf meinem weiteren beruflichen Weg nun noch mal in Penzlin Station gemacht“, erzählt die Neubrandenburgerin, die für den Master in Medienpädagogik nochmals studieren will.
Museumsleiterin Andrea Rudolph kam diese Hilfe sehr entgegen. Möchte sie doch die museumspädagogische Arbeit erweitern und erreichen, dass sich Familien und kleine Workshop-Teilnehmer länger am Ort aufhalten und gerne wiederkommen. Bisher fehlte es an Aktivangeboten für Kinder, die Andrea Rudolph als Besucher von morgen sieht. Haben sie doch viele neugierige Fragen. So könnte gut durchdachte Museumspädagogik auch dazu beitragen, die jährlichen Gästezahlen von bisher etwa 23 000 zu erhöhen.
Neben der digitalen Arbeit für die kleinen Besucher begeistert sich Mareike Kochansky auch immer wieder für die Kräuterbeete auf dem Burghof. Selbst unter diesem Grünzeug findet sich Magisches. Darum gehören einige der Pflanzenstängel ebenfalls zum Inhalt des Spieleprogramms im Hexenkessel.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

21.07.2016 
Quelle: Nordkurier 

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