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24.07.2017

So viele Gäste: Das ist eine Plakette wert

Schau an! Petra Borchert in Lapitz ständig Besuch. Und das wird wohl auch noch einige Wochen so bleiben. Denn Schwalben fliegen hier ein und aus. Dafür gab es jetzt sogar eine kleine Auszeichnung.

Lapitz. Für die Natur braucht man ein Händchen. Davon ist Lothar Melz aus Lapitz überzeugt und hat einen wachsamen Blick auf alles, was kreucht und fleucht. Darum entgingen ihm auch nicht die vielen Schwalbennester an einem der Nachbarhäuser. „Ich bin überzeugt, dass bei Petra Borchert die meisten Schwalben brüten”, meinte der Lapitzer und gab diese Beoachtung an den Nabu und die Fachgruppe Ornithologie im nahe gelegenen Neubrandenburg weiter. Das wiederum bescherte Petra Borchert kürzlich unverhofften Besuch. Denn Klaus-Jürgen Donner und Gunter Panner überbrachten ihr die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus” sowie eine Urkunde.
34 Nester von Mehlschwalben vermerkte Klaus-Jürgen Donner in seinem Notizbuch. Sie zeigen sich als kugelige Form mit Einflugloch und wurden von den Bewohnern aus feuchten Lehm- und Erdklümpchen an die Wand geklebt. Anhand von Eierschalenresten im Kot konnte der Fachmann zudem erkennen, dass die erste Brut inzwischen auf eigenen Beinen steht. Einige der Nester wurden sogar von den Sperlingen als Nachmieter erobert.
Dass Leute den Schwalben Hüsung geben und dabei den Schmutz der Vögel mit in Kauf nehmen, dafür gebühre Anerkennung. Zudem sei es Beispiel für die jüngere Generationen, sich für die Natur zu engagieren. Nehme der Bestand an Singvögeln und Schmetterlingen doch immer weiter ab, woran der Mensch nachweislich eine große Aktie habe. Klaus-Jürgen Donner verwies auf die bunten Flatterbänder an Häusern, mit denen Eigentümer heute vielerorts die schnellen Flieger abwehren. Auch wenn sie sich vielleicht für die Insektenvertilger begeistern könnten, möchten sie die Nester nicht an ihren Hauswänden haben. Mit einem kleinen Brett unter dem Nest könnte da Abhilfe geschaffen werden, so sein Rat.
„Wir sind 1981 von Neubrandenburg nach Lapitz in das umgebaute Haus gezogen. Der Lehmbau stammt wohl aus dem Jahre 1920 und wurde früher von Landarbeitern bewohnt. Hier sind meine drei Kinder aufgewachsen”, war von Petra Borchert zu erfahren, die in der Stadt als Textilreinigungsfacharbeiterin tätig war. Die Schwalben hatten es sich schon immer unter den Dachtraufen gemütlich gemacht und wurden geduldet. „Natürlich muss ich regelmäßig den Schmutz beseitigen, der sich sonst auf den Fensterbrettern stapelt. Regelmäßig bekommen auch die Scheiben etliche Dreckspritzer ab”, erzählt die 57-Jährige.
Nachdem das Viehzeug abgeschafft wurde, sind die Schwalben heute so etwas wie Haustiere für die Witwe. „Schon am Morgen werde ich durch das Vogelgezwitscher geweckt, das mich den ganzen Tag begleitet. Das ist schön”, freut sich die Lapitzerin. Regelmäßig fährt sie nach Neubrandenburg, hat immer noch ein wenig Heimweh nach der Stadt. Doch geht es zurück aufs Land, stellt sich ebenso eine tiefe Zufriedenheit ein. „Mir gefällt alles an diesem Dorf, der Zusammenhalt unter den Bewohnern ist wirklich gut”, gibt sie zu verstehen und beteiligt sich gern an den geselligen Kuckssee-Treffen, die von der Gemeinde abwechselnd in Krukow, Lapitz oder Puchow veranstaltet werden.
Wie von Gunter Panner, Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe, zu erfahren war, vergeben die Naturschützer im Jahr an die vier Plaketten für schwalbenfreundliche Häuser. Dabei nehmen sie auch gern Hinweise von Bürgern auf.

24.07.2017 
Quelle: Nordkurier 

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