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11.08.2017

Soll hier jemand aufs Kreuz gelegt werden?

Ganz zufällig beim Putzen entdeckte eine Lehstenerin ein eingeritztes Zeichen an der Eingangstür ihres Wohnblocks. Sofort kamen Vermutungen auf – und Unsicherheit. Handelt es sich um Gaunerzinken?

Lehsten. Die Haustür wird jetzt immer abgeschlossen. Das teilte Karl Schulz auch seinen Mitbewohnern im Mehrfamilienhaus in der Dömanenstraße in Lehsten mit. Denn sicher, ist sicher. „Meine Frau Helga hat in der vergangenen Woche beim Hausdienst eine Entdeckung gemacht, die uns irgendwie beunruhigt”, sagte der 75-Jährige. So bemerkte sie am Rahmen der Haustür in Kopfhöhe ein kleines Zeichen, das in den Aluminiumrahmen eingeritzt worden war.
Beim genauen Hinschauen entpuppte sich dieses als ein Kreuz, dessen einer Balken nach links unten abgleitet. Ob das Zeichen damit fertig war oder der „Täter” irgendwie gestört wurde, das bleibt ein Rätsel. Auf jeden Fall müsse der mit einem Nagel oder einem anderen spitzen Gegenstand die Sache angegangen sein.
Karl Schulz erinnerte sich an einen Beitrag im Nordkurier, der über Gaunerzinken informierte. Ob dieses Zeichen dazu gehört? Zwar wirken die Darstellungen wie schnell Hingeschmiertes, das nicht ohne weiteres auffällt. Doch sie könnten Vorboten von Straftaten sein. Gelten diese Kürzel doch als Nachricht von Gaunern für Gauner. Sie werden an Haustüren, Toren, Briefkästen oder am Fensterrahmen angebracht und informieren darüber, ob es dort was zu stehlen gibt, ein Hund im Haus ist oder vorwiegende ältere Menschen dort wohnen. Darum wandte sich Karl Schulz an den Nordkurier.

Gaunerzinken

In dessen Liste mit Beispielen für Gaunerzinken fand sich das Zeichen, das in den Rahmen der Eingangstür des Lehstener Wohnhauses eingeritzt worden war, nicht wieder. Doch laut Internet kann eine Art Kreuz in Gaunersprache auch bedeuten, dass dort etwas zu holen oder Betteln verboten sei. Eine Anfrage bei der Polizei brachte hier keine Bestätigung. Laut Diana Mehlberg, Sprecherin der Pressestelle in Neubrandenburg, gebe es keine Hinweise, dass Gaunerzinken gerade vermehrt auftreten. Zu begrüßen sei aber, dass die Bürger aufmerksam sind und sich über solche Entdeckungen austauschen.
„Wir wohnen schon Jahrzehnte in diesem Haus, das nach der Wende saniert wurde. Allerdings wurde dabei noch keine moderne Schließanlage an der Eingangstür eingebaut und auch eine Wechselsprechanlage gibt es nicht”, schildert der Lehstener. Da nicht mehr in allen Wohnungen Mieter leben, kümmert er sich mit seiner Frau besonders um eine ältere Dame im Aufgang. Sie vor Bösem zu bewahren, untermauerte den Entschluss, die Haustür jetzt immer zuzuschließen. Denn schaden könne das auf keinen Fall.
Eigentümer des Wohnblockes ist die Gemeinde. Hier Bescheid zu geben oder sogar bei der Polizei nachzufragen, davon nimmt Karl Schulz Abstand und geht erst mal davon aus, dass das Zeichen wohl mehr einem Jux von Jugendlichen entspringt.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

11.08.2017 
Quelle: Nordkurier 

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