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21.06.2013

Spurensuche in der Jubiläumsstadt

Wer kennt es noch, das Landambulatorium in Penzlin Und wer kann dazu etwas erzählen. Als der Nordkurier den Aufruf startete, war da nur ein historisches Foto und ein paar Zeilen.
Von Carsten Schönebeck

Penzlin. Mehr als zwanzig Jahre ist das jetzt her, doch Klaus Asmus hat noch immer lebendige Erinnerungen an das Penzliner Landambulatorium. Als er das alte Foto und den Aufruf im Nordkurier sah, meldete sich der Warener in der Redaktion um zu erzählen, was ihn bis heute mit dem Haus verbindet.
Einmal die Woche schnappte Asmus seinen braunen Koffer und machte sich auf nach Penzlin. Fast zehn Jahre lang versorgte der Optiker die Punschendörper mit den Produkten seiner Handwerkskunst. „Es gab damals ja noch nicht so viele verschiedene Brillengestelle, die passten in einen Koffer“, sagt er schmunzelnd. An sein improvisiertes Behandlungszimmer im Landambulatorium denkt er mit Freude zurück. Auch wenn er dazu gekommen sei, wie „die Jungfrau zum Kinde“. Im Frühjahr 1980 sprach ihn ein älterer Kollege an, ob er sich nicht vorstellen könnte, den Bereich zu übernehmen.
Platz für einen Optiker war in dem Gebäude nicht vorgesehen. Da wurde improvisiert. „Eine Ärztin fuhr einmal die Woche zu Sprechstunden auf die Dörfer, dann konnte ich ihr Arbeitszimmer nutzen“, erklärt Asmus.
„Trotz des Aufwands, ich habe den Schritt nie bereut. Im Gegenteil“, sagt Asmus. Nicht nur wegen des Zusatz-Geschäftes. „Penzlin ist ein schönes Pflaster und ich bin mit den Leuten dort gut zurecht gekommen. Wir haben uns oft in Plattdeutsch unterhalten“, erinnert sich der 71-Jährige.
Ganz andere Erinnerungen hat Renate Böttger, die sich bei uns gemeldet hat und gleich noch alte Aufnahmen des Gebäudes beisteuern konnte. Die Warenerin lebte als Kind in dem Ambulatorium. Insgesamt zehn Jahre lang. Nicht etwa als Dauer-Patientin, sondern als Tochter einer Mitarbeiterin. „Es gab mehrere Wohnungen für Familien in dem Gebäude“, berichtet sie. Von den Operationen und Untersuchungen habe sie als Kind wenig mitbekommen. Für sie war das Ambulatorium ihr Zuhause und verbunden mit Spiel und Spaß.
Per E-Mail steuerte Hildtraut Fischer aus Penzlin ihr Stück Geschichte bei. Die Historie des Ambulatoriums sei eng verknüpft mit der Gemeindeschwester Anneliese Werner. Die habe lange Jahre die Zusammenarbeit der Ärzte in Penzlin koordiniert und später als Verwaltungsleiterin die Ausstattung des Hauses verbessern können.
Inzwischen ist das Ambulatorium selbst Geschichte. Denn die Stadtvertreter entscheiden nach der Wende, dass daraus ein Pflegeheim werden solle. Im Dezember 1993 zogen die ersten Bewohner in das sanierte Gebäude. Das neue Pflegeheim suchte in der Region offenbar seinesgleichen. Denn auch dazu hat Hildtraut Fischer noch eine Anekdote parat. An jenem Tag, so schreibt sie, hätte sich eine der Heimbewohnerinnen große Sorgen gemacht. Die gipfelten in dem Ausruf: „Hier können wir aber nicht bleiben, so ein Hotel ist doch viel zu teuer für uns.“

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c.schoenebeck@nordkurier.de
21.06.2013 
Quelle: Nordkurier 

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