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24.10.2017

Sturm Xavier ist noch längst nicht vom Acker

Mit den Hinterlassenschaften des ersten großen Herbststurmes haben die Mitarbeiter von Forst und Stadtbauhof im Amt Penzlin noch alle Hände voll zu tun. Das Beseitigen der Schäden wirft alle Pläne durcheinander und strapaziert die Geduld der Bürger.

Penzlin. „Gerade habe ich wieder eine Meldung von einem Landwirt bekommen. In der Kastanienallee im Ausbau Zahren ist ein Baum auf eine angrenzende Weide gestürzt”, sagt Dietmar Rüthnick, der in der Stadtverwaltung Penzlin für Forst und Baumpflege zuständig ist.
Der Herbststurm „Xavier” beschere noch immer reichlich Arbeit, deren Ende sich nicht abzeichne. Längst seien noch nicht alle Schäden erfasst. „Allein im Kommunalwald haben wir seit dem 10. Oktober 75 Festmeter Nadel- und 90 Festmeter Laubholz aufgelistet, die aufgearbeitet werden müssen”, gibt der Fachmann zu verstehen.
Seiner Meinung nach haben die günstigen Witterungsbedingungen während der diesjährigen Vegetationsperiode dem Sturm in die Hände gespielt. So hatten sich an den Bäumen starke Blattmassen ausgebildet, die letztlich den starken Orkanböen eine große Angriffsfläche boten. „Die Windwurfschäden wurden zudem durch aufgeweichte Böden begünstigt, so dass Fichten mit ihren flachen Wurzeln keine Chance gegen die Kraft des Windes hatten. Sogar starke Eichen brachte ‚Xavier’ zu Fall”, fügt Dietmar Rüthnick hinzu.
Herunterstürzende Äste beschädigten viele Zäune. Damit wurde die gesamte Planung für die Waldbewirtschaftung und Baumpflege über den Haufen geworfen. Sollten doch jetzt eigentlich die Vorbereitungen für die Bürger erfolgen, die ab 15. Dezember als Selbstwerber Holz im Stadtwald schlagen möchten.
Schon vor dem Sturm waren die Haushaltsmittel für die Baumpflege begrenzt. Nun mussten in der Verwaltung Umverteilungen vorgenommen werden, damit die Schadensbeseitigung Schritt für Schritt umgesetzt werden kann. „Als großes Problem zeigt sich, dass die Kapazitäten der Baumpflegefirmen begrenzt sind und sie vorerst an Schwerpunkten eingesetzt werden”, kommt Dietmar Rüthnick auf einen weiteren Punkt zu sprechen, auf den die Verwaltung keinen Einfluss habe. So hätten beim Beseitigen von Sturmschäden Autobahnen, Bundesstraßen, Freileitungen sowie in Mitleidenschaft gezogene Gebäude Vorrang. Penzlin setzt darum zunächst auf Eigeninitiative. So hat der Bauhof einen Hubsteiger angemietet, mit dem die Mitarbeiter bis an die Kronen von beschädigten Bäumen hinauffahren können. Auch die Hilfe des Blau-Kreuz-Vereins aus Zahren werde dankbar angenommen.
Für unfair und völlig unangemessen hält Dietmar Rüthnick die Reaktion einiger Bürger hinsichtlich der Bemühungen der Stadt, nach dem Sturm schnellstmöglich wieder für Ordnung zu sorgen. Da werde in den sozialen Netzwerken über Versäumnisse bei der Verkehrssicherungspflicht diskutiert, ohne zu bedenken, dass es dabei um Grün auf Privatgrundstücken gehe. „Zahlreiche Bürger sind auch ungeduldig und glauben, dass ihr Baumproblem das einzige im Amtsbereich sei. Wir haben insgesamt 16 635 Bäume an Straßen, in Parks und Grünanlagen sowie an Wanderwegen im Blick zu haben”, gibt der Sachbearbeiter zu verstehen und umreißt damit den großen Aufgabenbereich in diesem Gebiet der Stadt.
Wann der Start in die diesjährige Holzernte erfolgen kann, das sei nach „Xavier” terminlich nicht genau zu bestimmen. Festgehalten im Plan ist der Einschlag von 80 Festmeter Eichenstamm- und 80 Festmetern Buchenstammholz, die über Holzverarbeitungsbetriebe in Templin und Wittenberge vermarktet werden sollen.
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m.jacobs@nordkurier.de

24.10.2017 
Quelle: Nordkurier 

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