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17.12.2015

Tanne oder Fichte - das ist die Frage

Kleiner oder großer Baum. Vielleicht sogar mit zwei Spitzen? Auf der Weihnachtsbaumplantage in Mollenstorf haben Kunden die Qual der Wahl. Die Suche nach dem perfekten Exemplar kann auch kleine Familienkrisen auslösen.

Mollenstorf. „Fichte oder Tanne?“ Die Frage stellt Heike Kopp in letzter Zeit häufiger. Weihnachten steht vor der Tür. Und die Frau aus Mollenstorf kann zumindest einen Wunsch erfüllen. Sie betreibt in dem kleinen Dorf zwischen Groß Vielen und Ave eine Weihnachtsbaumplantage. Kurz vor 16 Uhr steht eine junge Mutter mit ihren zwei kleinen Kinder auf dem Hof. Mit klaren Vorstellungen. „Wir haben nicht so viel Platz. Der Baum darf nicht so üppig sein“, sagt die Frau.
Rund 1600 Blaufichten und Nordmanntannen wachsen in Mollenstorf auf einer ehemaligen Gartenanlage. Die kleinsten Exemplare sind gerade einmal 40 Zentimeter hoch. „Die sind noch nicht soweit“, sagt Heike Kopp. In den Reihen am Ende der Plantage ragen vier Meter hohe Tannen in die Höhe. „Die passen natürlich in kein Wohnzimmer mehr“, sagt die Plantagenbetreiberin. Seit mehr als 15 Jahren pflanzt sie Bäume auf der Anlage an. „Und nicht jedes Jahr werden alle Bäume verkauft. Es bleiben immer welche übrig.“ Heike Kopp lässt sie einfach wachsen. „Manchmal fragen aber Einrichtungen wie Pflegeheime nach so großen Bäumen.“
Die junge Frau mit den beiden Kindern entscheidet sich für eine cirka 1,50 Meter hohe, schlanke Nordmanntanne. Enkelsohn Tobias bringt die Säge. Ritsch-Ratsch. Der Baum ist gefällt und die Frau zufrieden. Weihnachtsbaum-Wunsch in zehn Minuten erfüllt. So einfach läuft es nicht immer. „Da gibt es auch Leute, die sind drei Stunden in der Schonung unterwegs“, weiß Heike Kopp. Manchmal löst die Suche nach dem passenden Baum sogar kleine Familienkrisen aus. „Da wird dann heftig über Form und Größe diskutiert.“
Aber wie sieht er denn nun aus der perfekte Weihnachtsbaum? Die Frage kann auch Heike Kopp nach vielen Jahren im Geschäft nicht eindeutig beantworten. Durchgesetzt hätten sich auf jeden Fall die Blaufichte und die Nordmanntanne als klassischer Weihnachtsbaum. „Eine gerade Spitze ist vielen Kunden wichtig. Und das die Äste wie ein Brautkleid angeordnet sind.“ Unten breit und dann nach oben spitz zulaufend. „Aber ansonsten sind die Geschmäcker ganz verschieden.“ Manche Besucher freuen sich auch über Exemplare mit zwei Spitzen.
Auf dem Hof in Mollenstorf schaut an diesem Nachmittag noch ein Großvater mit seinen zwei Enkeln vorbei. „Wir suchen etwas Kleines“, sagt der Mann. „Tanne oder Fichte?“, fragt Heike Kopp. Das Trio ist unschlüssig – „Hauptsache nicht so riesig.“ Die Weihnachtsbaum-Verkäuferin zeigt auf eine knapp einen Meter große Fichte mit silberblauen Nadeln. „Das passt“, findet der Mann. Säge angesetzt – Ritsch-Ratsch. Mission Weihnachtsbaum erfüllt. Die nächsten Kunden, ein Ehepaar, schlendert gerade die Straße herauf.
Clevere Weihnachtsbaum-Fans haben ihre Bäume aber längst reserviert. An den vergebenen Tannen und Fichten hängen gelbe Namenszettel. Einige Interessenten schauten sich bereits im November nach einem geeigneten Baum um. Ziemlich früh. „Lasst ihn doch erst noch ein wenig wachsen, sage ich denen immer“, erklärt Heike Kopp. Aber bei der Tannenbaumsuche wollen einige Familien offenbar nichts anbrennen lassen. Weihnachten ist das Fest der Liebe – der häusliche Frieden soll nicht durch einen Fehlkauf auf den letzten Drücker gefährdet werden.

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u.roll@nordkurier.de

17.12.2015 
Quelle: Nordkurier 

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