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06.09.2017

Tierische Insel-Träume mitten auf dem platten Land

Einen Pullover aus der Wolle seiner Alpakas hat Dirk Schmietendorf noch nicht im Schrank. Aber das kommt vielleicht noch. Er gehört sozusagen zu den Aussteigern, die sich im Leben etwas Neues wünschen. In Rumpshagen gingen seine Wünsche auf. Selbst wenn ihm der Wolf schon mal Sorgen macht.

Rumpshagen. Wenn Dirk Schmietendorf sich auf seine Insel begibt, ist er nicht von Wasser umgeben. Feld und Wiesen liegen vor ihm. Der weite Blick, Ruhe und Abgeschiedenheit reichen, um das Alltagsgeschehen hinter sich zu lassen. Doch der 52-Jährige ist dabei nicht allein. 29 Alpakas zupfen auf der Weide Gras oder halten sich im kühlen Stall auf. Ihr ruhiges und friedliches Wesen trägt zur Inselstimmung bei.
Die kleinen „Kamele” gehören zu einem neuen Lebensabschnitt des gebürtigen Neustrelitzers. „Ich bin gelernter Kfz-Mechaniker, führte in Neubrandenburg eine freie Werkstatt und war im Gebrauchtwagenhandel tätig. Vor allem private Veränderungen ließen den Entschluss reifen, einfach noch mal was ganz Neues zu wagen”, erinnert sich Dirk Schmietendorf.
Er wollte aufs Land, ein Einzelgehöft war sein Traum. Gelandet ist er schließlich in Rumpshagen, wo er 2000 ein Haus erwarb. Nach Sanierung und Ausbau bezog die Familie nach einem Jahr den ehemaligen Kutschenstall des Gutes. Handwerklich versiert krempelte der ehemalige Neubrandenburger auch die große Scheune auf dem Anwesen um, in der heute die Töchter Johanna und Luzia gern herumtoben.
Aber irgendwie fehlten da noch Tiere auf dem Anwesen. „Übers Internet bin ich auf die Alpakas gestoßen. Die schienen interessant, pflegeleicht und lustig zu sein”, erzählt der Rumpshagener. In der Nähe von Neustrelitz suchte er bei einem Züchter den ersten Kontakt zu den Tieren, die ursprünglich aus den südamerikanischen Anden stammen. Eine Weiterbildung folgte als Voraussetzung dafür, diese Vierbeiner überhaupt halten zu dürfen. Dafür musste das gesamte Anwesen eingezäunt werden.
Aus anfangs drei Alpakas, die auf dem Hof zu Hause waren, wurde allmählich eine Herde. „Ich wollte die Tiere züchten, also brauchte ich auch einen Hengst. Und schließlich konnte ich das Brachland hinter meinem Haus erwerben, auf dem sich früher Stallanlagen der LPG Rumpshagen befanden. Da ging die Arbeit erst einmal richtig los”, erzählt der Mann von einem weiteren Abenteuer. Abriss und Neuaufbau forderten ihn mächtig. Heute stehen ihm für die Alpakazucht vier Hektar Land zur Verfügung, auf dem auch das Heu für die Tiere gemacht wird. Sie sind den ganzen Tag auf der Weide, werden nur nachts in den Stall geführt. Und das eben aus Angst, ein Wolf könnte die Alpakas entdecken. Zu deren Schutz haben sich die Schmietendorfs die Pyrenäenberghündin Pia angeschafft, die mit ihren acht Monaten noch in der Lernphase ist, ein tüchtiger Herdenschutzhund zu werden.
So wie andere in der Freizeit mit ihrem Pferd ausreiten, sind die Alpakas für Dirk Schmietendorf zu einem beliebten Hobby geworden. Während der Job seine Frau Dörthe noch immer täglich in die Viertorestadt führt, arbeitet er seit vergangenem Jahr im Kinderschloss im benachbarten Wendorf. Kümmert sich dort um den technischen Bereich. So bleibt Zeit für seine Ambitionen als Landwirt im Nebenerwerb.
Einmal im Jahr werden die Tiere, die alle einen Namen tragen, von einem Fachmann per Hand geschoren. Da kommen pro Alpaka so an die drei bis vier Kilogramm Wolle zusammen. Sie wegzuschmeißen, sei zu schade. Gilt diese doch als hochwertiges Naturprodukt mit erstklassigen thermischen Eigenschaften. Und so ist der Rumpshagener hier und da auch mit speziellen Produkten aus dem weichen Fell seiner Herdentiere auf Märkten vertreten. Ob Wolle zum Stricken, Mützen, Schals, Babyfußsäcke, Yogakissen, Bettwaren und sogar auch Seife— die Angebotspalette ist groß.
Wie vom Züchter zu erfahren war, wird er sich von einigen Jungtieren trennen müssen. „Schon im Vorjahr hatte ich bei der Nachzucht viele Hengste. Und auch in diesem Jahr waren unter den sieben Fohlens sechs Jungs. Da muss ich reagieren”, so der Hobbyzüchter. Er plant für nächstes Jahr eventuell eine Hoffest, um sich und seine Tiere in der Region bekannter zu machen. Angekommen ist er inzwischen allemal auf dem Land und fühlt sich bestätigt, mit dem Umzug nach Rumpshagen alles richtig gemacht zu haben.

06.09.2017 
Quelle: Nordkurier 

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