Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
10.08.2015

Tipp: Sieh dich um in Siehdichum!

Kuriose Orte – die Müritzregion hat einige zu bieten. Die Namen bringen so manchen Touristen zum Schmunzeln. Wie die Bezeichnungen entstanden sind und welche Bedeutung sie haben, das wissen aber auch nicht alle Einheimischen.

Siehdichum. Um es gleich vorwegzunehmen. Die Ortsschilder stecken fest in ihren Metall-Rahmen. Langfinger haben es nicht mehr so leicht, sich so ein Teil als Souvenir mit nach Hause zu nehmen. Mehrmals hatte Penzlin so einen Schilderklau auf dem Tisch und musste für die Neuanschaffung mehrere Hundert Euro berappen.
Sich umzusehen in diesem kleinen Dorf, das schon immer Ortsteil von Punschendörp war, lohnt sich aber allemal. Gleich am Ortseingang vom Nachbarort Lübkow kommend, befindet sich ein Aussichtspunkt, dessen kleiner Aufstieg mühelos erklommen werden kann. Tisch und Bänke laden zum Platz nehmen ein. Wie zu erfahren war, befindet sich mit 87,6 Metern hier der höchste Punkt des Ortes, der einen weiten Blick auf Seen, Hügel, Felder und Wald freigibt. Die Kirche und auch die Windränder der Stadt sind ohne Weiteres auszumachen.
„Ich hatte gerade jemanden aus Köln zu Besuch und der konnte sich gar nicht sattsehen“, erzählt Manfred Seichter, der als gebürtiger Thüringer mehr als 40 Jahre in Siehdichum zu Hause ist. Er denkt auch, dass der besondere Ortsname einfach mit der beeindruckenden Gegend zu tun habe. Es gibt aber auch eine Geschichte. So soll der Baron von Maltzan als Besitzer von Lübkow und Siehdichum zu seinem Sohn gesagt haben: „Sieh dich um. Alles, was du siehst, gehört dir!“
In Verbindung mit Lübkow, Werder, Krukow und Penzlin wird auch allgemein von der Maltzanschen Landschaft in diesem Revier gesprochen, die sich durch besondere Sichtachsen und Blickbeziehungen auszeichnet. Während einer Planerwerkstatt erörterten Architekten ganz gezielt diese Fakten und gaben der Stadt Anregungen, wie die natürlichen Gegebenheiten viel mehr für den Tourismus genutzt werden können.
„Im Moment beschäftigt sich eine Studentin der Neubrandenburger Fachhochschule mit diesem Thema. Sie klopfte auch bei mir an die Tür an. Aus rein privaten Gründen verfasse ich eine Chronik von Siehdichum“, sagt Manfred Seichter. Gerade im Landesarchiv Schwerin gebe es immer wieder Neues zum Ort zu entdecken, der erstmals 1799 in der sogenannten Martiniliste erwähnt wurde. Ob er als Vorwerk für das Gut Lübkow diente, sei nicht zweifelsfrei nachgewiesen. Auf jeden Fall habe es hier eine große Gutsscheune gegeben sowie eine Meierei, eine Holländerei und einen Schäfer.
Heute gibt es im Dorf 50 Einwohner. Dazu zählen auch Bewohner einer Pflegeeinrichtung. Zu den neuesten Errungenschaften gehört die moderne Straßenbeleuchtung mit LED-Licht. „Es gibt eine Unterschriftensammlung aus Neuhof, Lübkow und Siehdichum. Die Bürger wünschen sich einen Radweg, der die Kreisstraße begleitet“, kommt Bürgermeister Sven Flechner auf einen aktuellen Aspekt zu sprechen. Die Straße sei schmal und sehr kurvenreich, sodass die Radler um ihre Sicherheit fürchten müssen. Zudem nutzen die Bungalowbesitzer von Wustrow die Strecke zu ihrem Anwesen an den Tollensesee. Würde der Kreis so einen Radweg initiieren, bliebe für die Stadt der Abschnitt Siehdichum bis Wustrow an der Gemeindestraße. Während des nächsten Stadtentwicklungsausschusses soll das Thema auf die Tagesordnung, so der Bürgermeister.
Übrigens gibt es am Ortsausgang einen weiteren Aussichtspunkt mit Blick auf Wustrow. Auch hier lohnt es natürlich, sich umzusehen.

Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

10.08.2015 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Stadt Penzlin
Der Bürgermeister
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon +49 3962 2551-0
Fax +49 3962 2551-52
f.colberg@penzlin.de