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07.01.2017

Todesfall Sarah H.: Jetzt hat das Gericht das Wort

Bundesweit werden in wenigen Tagen die Medien wieder nach Alt Rehse blicken. Der Fall der toten Sarah H. hatte nicht nur das Dorf selbst erschüttert, sondern auch großes öffentliches Interesse ausgelöst. Nun steht der Tatverdächtige vor Gericht.

Alt Rehse/Neubrandenburg. Der Tod von Sarah H. aus Alt Rehse ist ein Fall für das Landgericht Neubrandenburg. Knapp sechs Monate nach dem Leichenfund in Alt Rehse wird sich der 51-jährige tatverdächtige Lebensgefährte der Getöteten am 25. Januar ab 10 Uhr vor der Schwurgerichtskammer verantworten müssen. Das sagte ein Gerichtssprecher am Freitag auf Nordkurier-Anfrage. Weitere Einzelheiten wollte der Sprecher vor Prozessbeginn nicht bekannt geben.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Freiheitsberaubung und Körperverletzung mit Todesfolge vor. Die Ermittlungen und Verhöre der vergangenen Monate hatten grausame Details ans Licht gebracht. Der Mann soll seine 32-jährige Lebensgefährtin im Sommer des vergangenen Jahres in seinem Haus in Alt Rehse gefesselt und mit einer Peitsche so erheblich misshandelt haben, dass das Opfer an den Folgen gestorben war. Der Tatverdächtige soll den Tod der Frau allerdings nicht beabsichtigt haben. Ende November war Anklage erhoben worden.
Polizisten hatten die stark verweste Leiche durch Zufall am 9. August im Haus des 51-Jährigen gefunden. Der Beschuldigte war 2007 aus der Nähe von Stuttgart nach Alt Rehse gezogen. Er hatte sich in der Gemeinde bei dem alternativen Wohnprojekt Tollense-Lebenspark niederlassen wollen, sei aber von den aus Bayern stammenden Betreibern abgelehnt worden. Daraufhin hatte der Computerfachmann den Gasthof „Rethra“ von der Gemeinde gekauft. Doch der ging nach drei Jahren pleite. In der Zwischenzeit war auch das Wohnprojekt gescheitert. Ebenso wie die Pläne des als Sonderling und als „verwirrt“ geltenden Mannes, der immer wieder wegen Ruhestörung aufgefallen war. Der Angeklagte hatte zunächst lange geschwiegen, dann aber doch etwas zu dem gesagt, was in seinem Haus geschehen sein soll. Rechtsmediziner klärten unterdessen die Identität der 32-jährigen Toten, die unter gesetzlicher Betreuung stand und von Rheinland-Pfalz in den Nordosten gezogen war. Der Leichenfund hatte nicht nur das Dorf erschüttert, sondern bundesweit öffentliches Interesse ausgelöst. Nicht zuletzt, weil Sarah H. seit ihrem Auftritt in der TV-Kuppelshow „Schwer verliebt“ in die Schlagzeilen geraten war. Vor sechs Jahren hatte sie dort nach ihrer großen Liebe gesucht.
Im Prozess, für den zwei Verhandlungstage angesetzt sind, wird es allerdings auch um die Schuldfähigkeit des Tatverdächtigen gehen. Laut Gerichtssprecher soll der Angeklagte immer wieder einem Psychiater vorgestellt worden sein. Nach Nordkurier-Recherchen ist nicht auszuschließen, dass der Tatverdächtige zwischenzeitlich auch in der psychiatrischen Klinik behandelt worden ist. Dem Beschuldigten drohen bis zu 15 Jahre Haft.

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07.01.2017 
Quelle: Nordkurier 

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