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27.10.2017

Troja-Schatz verschwindet in Kisten

Während die Heizungsbauer im Schliemann-Museum werkeln, kümmern sich die Mitarbeiter im angrenzenden Vortragsgebäude um die Vorbereitungen zum Aufbau der neuen Dauerausstellung. Hier laufen auch die Fäden zusammen für die nächsten Sonntagsvorträge in Regie der Schliemann-Gesellschaft. Denn die sollen schon im November fortgesetzt werden.

Ankershagen. Ein Schuttcontainer steht neben dem Museum. Er wird alsbald mit Schamottsteinen und anderen Dingen gefüllt. Im Innern des Hauses in Ankershagen ist nichts mehr von der Dauerausstellung zu Leben und Werk Heinrich Schliemanns zu entdecken. Alle Vitrinen sind leer geräumt, die Exponate wurden sorgfältig verpackt und an sicheren Orten zwischengelagert. Folien an den Wänden schützen die noch verbliebenen Informationstafeln.
„In der nächsten Woche setzen die Handwerker ihre Arbeit fort und beginnen mit dem Installieren der neuen Heizung in den Museumsräumen”, sagt Einrichtungsleiterin Undine Haase. Sie ist mit den Mitarbeitern inzwischen in das benachbarte Vortragsgebäude umgezogen, wo die neue Heizung schon für angenehme Raumtemperaturen sorgt.
Dass das Museum aufgrund der Bauarbeiten bis derzeit geschlossen ist, hat sich noch nicht überall herumgesprochen. Darum stehen hin und wieder Besucher vor der Tür. Sind die bisherigen Nachtspeicheröfen entsorgt und die neue Technik installiert, stehen noch Renovierungsarbeiten an. Undine Haase hofft, dass das Schliemann-Museum zu Beginn der Winterferien am 1. Februar 2018 wieder die Türen für die Besucher öffnen kann.
Wie bereits angekündigt, werden trotz der Bauarbeiten beliebte Veranstaltungen fortgesetzt. So fanden sich am Wochenende Kinder zum Herbstbasteln ein und bauten sich lustige Laternen. Am 25. November wird Schmückendes für die Adventszeit entworfen.
Auch die Heinrich-Schliemann-Gesellschaft nutzt den Vortragsraum. „Es wurde beschlossen, die Sonntagsvorträge fortzusetzen. Als Vorstandsmitglied wurde ich beauftragt, dafür wechselnde Referenten zu organisieren”, sagt Reinhard Witte, der sich Ende August als Museumsleiter in den Ruhestand verabschiedete. Er referierte in den vergangenen Jahren 168 Mal zu unterschiedlichsten Themen über das Leben des berühmten Archäologen aus Mecklenburg und hatte dabei ein Stammpublikum an seiner Seite. Die Vorträge sollen wie bisher ein Mal im Monat stattfinden – nicht ausgeschlossen, dass auch Reinhard Witte ab und an zu hören sein wird.
Wilfried Bölke aus Bocksee wird nun am 5. November um 11 Uhr die neue Reihe der Sonntagsvorträge eröffnen. Dabei widmet er sich dem Thema „Carl Maria Seyppel, Schöpfer der ‚Ausgegrabenen Bücher’ und Verehrer Heinrich Schliemanns”. „Die Bibliothek des Museums ist durch eine bibliophile Rarität bereichert worden, die durch den Ankauf ihres Fördervereins ermöglicht wurde. Es handelt sich um die drei ‚Aegyptischen Humoresken’, die der Düsseldorfer Kunstmaler und Schriftsteller Carl Maria Seyppel (1847-1913) geschaffen hat”, erläutert Reinhard Witte.
Diese Veröffentlichungen machten den Autor weit über seine Heimat hinaus bekannt. Wie Wilhelm Busch zuvor in seiner humoristischen Bildergeschichte „Max und Moritz” versah Seyppel gezeichnete Einzelbilder mit gereimten Texten. Er schlüpfte dazu in die Rolle eines altägyptischen Hofmalers und Poeten und gab seinen Büchern das Aussehen ausgegrabener Antiquitäten. Sein erstes Buch „Schlau, schläuer, am schläusten” widmete Seyppel 1882 „hochachtungsvoll Herrn Dr. H. Schliemann in Athen”. Während des Vortrags wird Wilfried Bölke diese bemerkenswerten Bücher vorstellen.
Vormerken können sich Schliemann-Fans auch schon den 18. November. Denn dann wird um 16 Uhr zur 13. Ankershagener Herbstlese eingeladen, in deren Mittelpunkt das „Amerika-Tagebuch” des Trojaausgräbers steht. Peter Voppmann wird Auszüge aus Schliemanns Aufzeichnungen lesen. Während Jules Vernes „Reise um die Erde in 80 Tagen” durch den Roman (1873) und die Verfilmung allgemein bekannt ist, wissen viele nichts von der Weltreise Schliemanns 1864-1866. Die Berichte darüber veröffentlichte er 1867 in Paris. Bereits 1850-52 reiste er von der russischen Hauptstadt St. Petersburg nach San Francisco in Kalifornien und zurück.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

27.10.2017 
Quelle: Nordkurier 

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