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13.12.2016

Verhext! Der Bärtige begegnet einem Engel

Hiobsbotschaft vom Nordpol: Der Weihnachtsmann tritt in der heißen Phase vor dem Fest in den Ausstand. Fällt nun Heiligabend aus? Lesen Sie im nächsten Kapitel der fiktiven Müritzer Weihnachts-geschichte, bei der Sie, liebe Leser, gern mitschreiben können, warum der Bärtige ein paar Zentimeter in die Länge gerät – und in Ohnmacht fällt.

Penzlin. Schnurstracks bis zur Burg waren die von Sternenstaub angetriebenen Ski gesaust. Das war doch ein ganz schöner Ritt für den Weihnachtsmann gewesen bis nach Penzlin. Er hatte fürchterliche Rückenschmerzen. „Doch ist hier überhaupt jemand, der mich zum Ausruhen hereinlässt“, fragte sich der Alte und klopfte an die Burgtür.
Lange Minuten vergingen, und der Weihnachtsmann wollte schon umkehren, da rasselte ein schweres Schlüsselbund. Die Tür ging auf. „Hallo Weihnachtsmann. Das ist aber eine Überraschung“, begrüßte Irmtraud Kittner den Mann im rot-weißen Mantel. „Komm doch rein!“ Ganz geheuer war dem Alten dabei nicht. Solche Mauern hatte er in seinem ganzen langen Weihnachtsmann-Leben noch nicht gesehen.
Doch er hatte noch immer mit der langen Fahrt zu kämpfen und fasste sich mit schmerzverzerrtem Gesicht ins Kreuz. Aber als er auf den Rittersaal zu kam, da schien das vergessen. „Hohoho, ist das wichtel-wunder-weihnachtsschön“, schwärmte er und hatte auf einem der alten Ritterstühle mit den hohen Lehnen Platz genommen. „Ahh! Das tut gut“, sagte er und streckte die Beine aus. „Hier werden die Paare getraut“, erklärte Irmtraud Kittner und musste plötzlich in ganz traurige blaue Weihnachtsmannaugen blicken.
Gerade war der Bärtige ein wenig von seiner Suche nach seiner Weihnachtsfrau abgekommen. Und nun das. Ein Hochzeitszimmer. Und von ihr noch immer weit und breit keine Spur. Stattdessen traten aber zwei andere Damen in den Rittersaal und brachten den Alten ganz schön durcheinander. Mann oh Mann, das waren aber zwei Weibsbilder.
Die eine, mit feuerrotem Schopf und drei Fledermäusen in den Händen, ging lächelnd auf ihn zu. Denn Wiebke Hanke, burgeigene Hexe, hatte ihren Fledermäusen schon immer mal den Weihnachtsmann vorstellen wollen. Die kleinen Flattermänner aber waren zu verschlafen um diese helle Stunde.
Hinter dem flotten Rotschopf hatte sich nun auch die andere Dame heran gewagt. Beladen und behangen mit duftenden Kräutern, reichte sie dem Weihnachtsmann die Hand: „Hallo lieber Weihnachtsmann, ich bin Heike Engel und kenne mich mit Kräutern aus. Magst du einen Tee?“ „Hast du auch heißen Kakao mit Sahne oder was gegen Rückenschmerzen“, fragte der Bärtige und blickte noch immer den Kräuter-Engel an. Kakao hatte der nicht, aber dafür eine Idee, was gegen das schmerzende Kreuz zu tun sei. „Ab ins Verlies mit dir, Weihnachtsmann.“ Das klang in dessen Ohren mehr abenteuerlich als hoffnungsvoll. Doch er ging mit.
„Hohoho, was ist das denn?“, durchfuhr es ihn. „Was sind das für Geräte und was für Gestühl?“ Die Fledermaus-Hexe bat den Bärtigen, sich auf eine Bank zu legen. „Das wirst du gleich sehen.“ Da sah der Alte die Schrauben an der Bank. Oh Schreck – eine Streckbank. „Das wird deinem Rücken gut tun, wenn wir dich mal richtig in die Länge ziehen, aber dafür musst du dir andere Sachen anziehen“, sagte die Hexe und hielt ihm schwarze Hosen und ein Hemd hin.
Gehorsam ließ der Weihnachtsmann die Hosen runter. Schon wieder. „Potzblitz“, schrie da die Hexe als sie das Mal auf seinem Knie sah. „Du warst bei Dragona Mantussa in Spanien, stimmt‘s? Das ist ihr Zeichen. Was hat sie dir angetan?“, fragte sie. „Nichts weiter“, war der Weihnachtsmann irritiert. Während er auf der Streckbank spürte, wie sich seine Knochen entspannten, tuschelten Hexe und Engel miteinander.
Kaum dass die Prozedur zu Ende war, kamen sie auf ihn zu, legten Kräuter auf das Mal und die drei Fledermäuse stimmten ein zartes kaum hörbares Lied an. Die Hexe hielt ihre Hand über das Kräuterkissen auf seinem Knie: „nilzneP nilzneP fua red gruB. sesöB laM essalbrev!!!“ (für die Übersetzung rückwärts lesen, Anm. d. Red.) Der Bärtige spürte einen stechenden Schmerz im Knie, dann wurde es ganz heiß und schwarzer Qualm stieg aus dem Kräuterkissen. Er wurde ohnmächtig. Behutsam legten die Frauen den Alten auf eine Decke und riefen rasch in der Kita gegenüber an. Ob ihm die Kinder dort helfen konnten? ...Fortsetzung folgt

13.12.2016 
Quelle: Nordkurier 

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