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31.08.2017

Voß-Haus: Mehr Zeit, mehr Kosten

Der Grundstein für die Sanierung des Voß-Hauses in Penzlin wurde im Juli 2016 gelegt. Ein Jahr später flatterten die Bänder an der Richtkrone auf dem Bau. Dass der geplante Eröffnungstermin im März 2018 nicht gehalten werden kann, das ist heute schon abzusehen. Was sind die Gründe?

Penzlin. Die Zimmerer haben gut zu tun. Sie verkleiden den oberen Bereich des Anbaus am Voß-Haus mit Holzlatten. Anschließend wird das nächste Gewerk Dach und Außenwände mit künstlichem Schindel eindecken. „Im Haupthaus tragen die Maurer an den Wänden den Lehmputz auf. Das erfolgt schichtweise und muss danach gut austrocknen“, erläutert Bürgermeister Sven Flechner den aktuellen Baustand im künftigen Literaturhaus in der Penzliner Turmstraße 35. Hier wurde Ende Juli nach 18 Monaten Bauzeit Richtfest gefeiert.
Denkmalpfleger schauten sich vor wenigen Tagen das bisher Erreichte an. Während dieses Vor-Ort-Termins wurde auch erörtert, inwieweit Teile der alten Decken im historischen Voß-Haus erhalten werden können. Dabei hat immer der Statiker ein entscheidendes Wort mitzureden. Aufgearbeitet werden soll auf jeden Fall die alte Holztreppe.
Das alte Rektorhaus am Markt, in dem der Heimatdichter Johann Heinrich Voß von 1759 bis 1766 zur Schule ging, wurde 1750 errichtet. Ab 1846 nutzten es Mieter als Wohnhaus. Seit 1994 stand es leer. Wie der aktuelle Bürgermeister berichtet, musste die Stadt in den 90er Jahren Sicherungen am Gebäude vornehmen. Sonst wäre es längst verfallen. „Die Teilsanierung, bei der Fachwerke erneuert wurden, kostete der Stadt damals 450 000 Mark”, erinnert sich Flechner an Ausgaben im Haushalt der Kommune. Mit Sanierung und Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes soll ein neues kulturelles Zentrum in der Innenstadt entstehen, das zudem Domizil für die Stadtbibliothek, Archiv und Touristinformation wird. Mit einer Dauerausstellung soll dem Dichter und Übersetzer Penzlins gedacht werden.
„Es ist absehbar, dass wir das Literaturhaus nicht am 29. März 2018 zum 192. Todestag von Johann Heinrich Voß eröffnen können. Das wird wohl erst zwei Monate später möglich sein”, weiß der Bürgermeister um Verzögerungen während der Bauphase. Kam es doch zeitweise im Frühjahr zum Baustopp, da aus Krankheitsgründen das beauftragte Ingenieurbüro für Statik wichtige Entwürfe nicht liefern konnte. Die Situation konnte geklärt werden. Dennoch war damit der zeitliche Puffer aufgebraucht und die einzelnen Gewerke auf dem Bau mussten sich neu abstimmen. Dennoch sei alles überschaubar. „Wir sind gerade dabei, die angefallenen Mehrkosten am Bau aufzulisten. Eventuell muss sich die Stadt um weitere Fördermittel bemühen”, schlussfolgert Sven Flechner. Für die Sanierung des historischen Fachwerkhauses, den Anbau fürs Archiv sowie den Verbinder zwischen Neubau und Voß-Haus waren Kosten von 1,6 Millionen Euro eingeplant. Dafür stellte das Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus des Landes Fördergelder zur Verfügung. Aber auch Spenden von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, der Müritz-Sparkasse, von der Familie von Maltzan und von der Jost-Reinhold-Stiftung unterstützen dieses große Vorhaben in Penzlin.
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m.jacobs@nordkurier.de

31.08.2017 
Quelle: Nordkurier 

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