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10.02.2016

Voß-Haus: Odyssee ist überstanden

Es kann losgehen! Das Voß-Haus in Penzlin soll dem Heimatdichter nun endlich Hüsung bieten. Eineinhalb Jahre Bauzeit sind eingeplant für den Umbau des historischen Gebäudes. Deutlich weniger, als für die Planung notwendig war.

Penzlin. Im Mai soll es endlich soweit sein – der erste Spatenstich für den Um- und Ausbau des Voß-Hauses am Markt in Penzlin soll anstehen. „Das ist mein persönliches Ziel“, sagt Bürgermeister Sven Flechner und gibt damit für alle am Bau Beteiligten eine klare Devise heraus: Es tut sich doch noch was an dem berühmten Gebäude.
Rückhalt bietet ihm dabei die Tatsache, dass nach zehn Monaten nun endlich die baufachliche Prüfung vom Amt für Bau und Liegenschaften in Rostock abgeschlossen wurde. Das 20 Seiten umfassende Dokument befinde sich auf dem Postweg. Mündlich habe das Stadtoberhaupt schon erfahren, dass es keine großen Änderungen zum Planentwurf enthalte. Die Baugenehmigung hat die Stadt nun schon seit Februar 2015 auf dem Tisch, die Fördermittel wurden beim Wirtschaftsministerium bereits 2014 beantragt. Und für das Raumprogramm des künftigen Voß-Hauses erteilte das Landesförderinstitut im März 2015 grünes Licht.
Insgesamt sind Investitionen von 1,58 Millionen Euro eingeplant. Aus dem Wirtschaftsministerium kommen Fördergelder von 1,07 Millionen Euro. Auch private Spenden gehen in die Finanzierung dieses Vorhabens ein, von dem sich die Penzliner eine Belebung des Marktes erhoffen. Schließlich wird das Voß-Haus Domizil für die Bibliothek und Touristinformation. Auch das Problem mit den bisher nicht vorhandenen öffentlichen Toiletten wird dann endlich gelöst. Die Dauerausstellung soll über Leben und Werk des Heimatdichters Johann Heinrich Voß (1751-1826) informieren, der in diesem Haus bei Rektor Struck zur Schule ging.
Um das Voß-Haus im Bestand der Stadt zu halten, wurde das historische Gebäude bereits teilsaniert. Das Dach erhielt eine Neueindeckung und die Gefache des Fachwerks wurden aufgearbeitet. Vor fünf Jahren musste die Stadt zudem Geld in die Hand nehmen, um das Gebäude vom Schwammbefall zu retten.
„Erste Arbeiten nach dem Baustart wird es an den Fundamenten geben. Dabei ist zu bedenken, dass das Haus auf einer fünf Meter tiefen Kulturschicht steht“, kommt der Bürgermeister auf Besonderheiten im Penzliner Baugrund zu sprechen. Über Jahrhunderte wurden alte Fundamenten für neue Bauten genutzt. Damit wird der Ausbau des Voß-Hauses auch für die Bodendenkmalpfleger interessant, mit denen die Stadt eine Vereinbarung abgeschlossen hat. Auf solchem Boden zu bauen, verlange auch im Interesse der Nachbarhäuser besondere Umsicht, weiß das Stadtoberhaupt.
Fest steht inzwischen, dass das Voß-Denkmal weiterhin an der Kirche auf der anderen Straßenseite bleibt. Von Burgmuseums-Leiterin Andrea Rudolph kam die Idee, dafür auf dem Vorplatz des Voß-Hauses einen „norddeutschen“ Homer aufzustellen. Dabei gehe es nicht um die Kopie von Büsten des antiken Dichters wie sie in Neapel zu finden seien, sondern um eine eigene Kreation. Schließlich übersetzte Johann Heinrich Voß Homers Epen „Ilias“ und „Odyssee“ und hatte sicher ein ganz eigenes Bild von diesem Autor. „Wir fragen gerade in Künstlerkreisen nach, ob so eine Bronzebüste für Penzlin machbar wäre“, erzählt Sven Flechner. Die Vorstellung, dass Voß vom Kirchenplatz auf seine Schule und auf Homer blickt, sei schon verlockend.
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m.jacobs@nordkurier.de

10.02.2016 
Quelle: Nordkurier 

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