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28.07.2016

Voß-Haus beendet das Schattendasein

Eine Straße und eine Büste erinnern in Penzlin an den Heimatdichter Johann Heinrich Voß. Jetzt bekommt auch ein altes Haus seinen Namen. Denn hier ging der Dichter zur Schule. Mit dem Ausbau entsteht ein lang ersehntes kulturelles Zentrum.

enzlin. Die 450 Kilometer von Otterndorf nach Penzlin hat Volker Feldmann gern auf sich genommen. Schließlich geht es endlich los mit dem Ausbau des Voß-Hauses am Markt von Penzlin. „Der Dichter Johann Heinrich Voß besiegelt sozusagen unsere Städtepartnerschaft, die 1990 geschlossen wurde. Zudem wird mit dem Literaturhaus ein Vermächtnis des Voß-Forschers Siegfried Heuer erfüllt, der immer ein Hüsung für den Penzliner Heimatdichter suchte“, sagte Volker Feldmann während der Grundsteinlegung am Mittwoch. Mitgebracht hatte er zu dem besonderen Termin auch Silke Gehring, die Vorsitzende der Voß-Gesellschaft in Eutin ist.
Lange hat es gedauert, bis dieses Vorhaben endlich angepackt werden konnte. Ungeduld machte sich des öfteren in der Stadtvertretung breit. Schon 2010 entwickelten Bürgermeister Sven Flechner und Museumsleiterin Andrea Rudolph die Idee, mit dem alten Rektorhaus am Markt eine besondere Kultureinrichtung zu schaffen. Hier wäre es dann auch endlich möglich, eine Ausstellung zum Leben und Schaffen von Johann Heinrich Voß (1751-1826) zu integrieren. Seien seine Dichtungen und Übersetzungen heute doch etwas in Vergessenheit geraten. Diese gerade auch jungen Leuten näher zu bringen, das wäre ein Auftrag für das Literaturhaus.
Erbaut wurde das historische Gemäuer um 1750. Es hat noch immer besonderen Bezug zu Voß, weil dieser hier bei Rektor Struck zur Schule ging. „Schon in den 90er Jahren musste die Stadt Geld in die Hand nehmen, um das baufällig gewordene Fachwerkhaus zu sichern“, erinnerte der Bürgermeister. Bei der Suche nach Finanzgebern kam erstes grünes Licht von der Müritz-Sparkasse. Dann konnte auch das Wirtschaftsministerium des Landes ins Boot geholt werden. Das Innenministerium steuerte ebenso Gelder bei. „Die Gesamtkosten für den Ausbau des Voß-Hauses betragen 1,6 Millionen Euro. Weitere 75 000 Euro kommen für den Raum des Stadtarchivs hinzu. Insgesamt können wir uns über eine Förderung von 1,45 Millionen Euro freuen. Die Stadt ist lediglich mit 20 000 Euro dabei“, freute sich das Stadtoberhaupt.
Dass Spenden von über 200 000 Euro eingingen, sei besonders Bernd-Albrecht Freiherr von Maltzan zu verdanken, der in ganz Deutschland und auch in der Schweiz Förderer ansprach. Aber auch Jost Reinhold lässt die Penzliner nicht im Stich.
Schon zu Wochenbeginn wurde der Baustart vollzogen. Die Bodendenkmalpflege hat ihre Arbeit aufgenommen, da sich das Voß-Haus in der Turmstraße 35 im Altstadtbereich befindet. Über Jahrhunderte wurden alte Fundamente für neue Bauten genutzt. So können die Denkmalpfleger durchaus mit „Bodenschätzen“ rechnen. Die Bauzeit wird für eineinhalb Jahre geplant. In das Voß-Haus ziehen später Stadtbibliothek und -archiv sowie die Touristinformation. Einen Schwerpunkt bildet die Dauerausstellung zu Voß. Die Bauherren erhoffen sich damit auch eine Belebung des Marktes.
Mit Innenminister Lorenz Caffier (CDU) versenkte Sven Flechner die Zeitkapsel mit Plänen, Tageszeitung und etwas Kleingeld in eine frisch hochgezogene Mauer. Die Übergabe eines ersten Förderbescheides von 1,3 Millionen Euro musste dann aufgrund eines Wolkenbruchs in der Kirche erfolgen. „Penzlin hat sich in den vergangenen Jahren vom beschaulichen Städtchen zu einer tollen Kommune entwickelt. So wie es der Haushalt erlaubt, wird hier die Entwicklung vorangetrieben“, lobte der Minister. Da Förderung immer über Steuergelder erfolge, bat er bei der Auftragsvergabe um die Berücksichtigung regionaler Unternehmen. Da konnte der Bürgermeister beruhigen: Am Voß-Haus werkelt eine Firma aus Waren.

28.07.2016 
Quelle: Nordkurier 

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