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12.07.2017

Vom Holzschiff aus sahen die Kita-Kinder den Löscheinsatz

Die Besatzung eines Streifenwagens hat Schlimmes verhindert. Mit dem Feuerlöscher konnte sie am Montag den Brand in einem Mehrfamilienhaus in Penzlin löschen. Dieser hätte sonst auch die angrenzende Kita erreichen können. Dennoch hat der Brand bei Kindern und Anwohnern Spuren hinterlassen.

Penzlin. „Ich habe ein bisschen geweint”, erinnert sich der dreijährige Yannik an den angsteinflößenden Moment am Montagnachmittag, als plötzlich Feuerwehren und ein Rettungswagen an der evangelischen Kita „Simon unterm Regenbogen” in Penzlin vorfuhren.
Weil der Schwelbrand in einem Zimmer im Wohnkomplex am Großen Stadtsee die Kinder auch tags darauf bewegte, wurde er im Morgenkreis noch mal angesprochen. Demonstrativ setzte sich Yannik dazu den Helm eines Feuerwehrmannes auf den Kopf, ein anderer Junge griff zur Warnweste mit der Aufschrift „Feuerwehr”.
„Die Kinder waren schon etwas verstört, als wir sie aufforderten, sofort den Raum in Richtung Spielplatz zu verlassen”, sagte Kita-Leiterin Nancy Thoms am Dienstag. Von den 71 Mädchen und Jungen waren etwa 30 im Haus. Gegen 14 Uhr bemerkten sie und ihre Kollegin Doris Köckert den beißenden Rauch, der vom Seitenflügel des Wohnhauses kam. „Die Kinder hatten gerade ihren Mittagsschlaf beendet. Ich habe die 112 gewählt und den Brand gemeldet. Schon nach wenigen Minuten erschienen zwei Polizisten, die mit dem Feuerlöscher wohl die Flammen in der Wohnung im zweiten Obergeschoss löschten”, fügte sie hinzu. Danach folgte ein großes Aufgebot von Kameraden – und auch Schaulustigen.
„Manche Eltern kamen regelrecht angelaufen, um ihre Kinder abzuholen. In Windeseile hatte sich über die sozialen Netzwerke die Nachricht verbreitet, dass die Kita am See in Penzlin brennt. Das war zum Glück nicht so”, erzählte Nancy Thoms weiter. Die Lütten selber beobachteten das emsige Treiben der Retter von ihrem Holzschiff aus. Auch wenn das Kita-Gebäude Bestandteil des Hauses mit 43 Wohneinheiten ist, bestand ihrer Meinung nach wohl keine Gefahr. Doch was alles hätte passieren können, wenn der Schwelbrand zu spät entdeckt worden wäre, darüber möchten die Erzieher gar nicht nachdenken.
Für die Kita gebe es Notfallpläne, so Nancy Thoms. „Ein Mal im Jahr absolvieren wir zusammen mit den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Penzlin eine Brandübung. Dabei geht es auch um den Fluchtweg über den langen Flur ins Freie zum ausgewiesenen Sammelplatz. Am schnellsten geht es durch die Terrassentüren. Günstig ist, dass alle Räume ebenerdig liegen”, kommt die Kita-Leiterin auf den Brandschutz im Haus der evangelischen Einrichtung zu sprechen. Alarm werde mit dem Anschlagen von Glocken ausgelöst. Doch darauf wurde am Montag verzichtet.
Bedauert haben die Kita-Mitarbeiter die Anwohner im Haus, die sogar mit der Katze auf dem Arm den Einsatz mitverfolgten. „Da auf Anhieb nicht einzuschätzen ist, ob so ein Brand lokal begrenzt ist, müssen zunächst alle Einwohner evakuiert werden”, sagte denn auch Gemeindewehrführer Uwe Brandt. 17 Retter der Penzliner Wehr sowie Kameraden aus Möllenhagen, Waren und Neubrandenburg kamen zum Einsatz.
Der 49-jährige Mieter, in dessen Wohnung der Brand ausgebrochen war, musste mit Rauchgasvergiftung ins Klinikum Neubrandenburg gebracht werden. Ebenso die 23-jährige Nachbarin, die ihn aus seiner Wohnung gerettet hatte. „Zur Spurensuche und -sicherung kamen die Beamten des Kriminaldauerdienstes zum Einsatz. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand ist eine unbeaufsichtigte Zigarette Ursache für den Brand”, teilte Kathrin Jähner von der Polzeiinspektion Neubrandenburg mit. Nachdem das Gebäude gelüftet wurde, konnten alle Bewohner in ihr Zuhause zurück. Die Kripo Waren habe die weiteren Ermittlungen aufgenommen.
„Ich war am Montagnachmittag nicht zu Hause und bin froh, dass alles so glimpflich abgelaufen ist“, zeigte sich Ruth Bönckendorf erleichtert, die seit 2008 im Haus am See in Penzlin wohnt.
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12.07.2017 
Quelle: Nordkurier 

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